Europa-Park
Nach Protesten von Umweltschützern stoppt der Europa-Park in Rust bei Freiburg seine Pläne zum Bau einer Seilbahn nach Frankreich. | Foto: Patrick Seeger/Archiv

Gespräche mit Naturschützern

Nach Protest: Europa-Park legt Seilbahnpläne vorerst auf Eis

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Nach Protesten von Umweltschützern stoppt der Europa-Park in Rust bei Freiburg seine Pläne zum Bau einer Seilbahn nach Frankreich.

In den nächsten fünf Jahren werde der Freizeitpark bei den Behörden keinen Antrag auf Genehmigung stellen, teilte Geschäftsführer Michael Mack am Freitag über Twitter mit. Diese Zeit solle für Gespräche mit Naturschützern und eine intensive Bürgerbeteiligung genutzt werden.

Ziel sei es, Bedenken auszuräumen, dem Naturschutz einen höheren Stellenwert einzuräumen und zu einvernehmlichen Lösungen zu kommen. Die Baupläne liegen bis dahin aus Eis. Geplante Bürgerdialoge plane der Park gemeinsam mit den zuständigen Kommunen, darauf hätten sich die Beteiligten geeinigt.

Pläne Anfang November Macron vorgestellt

Die umstrittenen Pläne zum Bau einer grenzüberschreitenden Seilbahn waren Anfang November bekannt geworden. Der Europa-Park hatte sie zuvor in Straßburg Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) vorgestellt, Macron hatte die Pläne im zweistelligen Millionenbereich danach publik gemacht.

Da sah die Welt noch anders aus: Anfang November freuen sich (von links nach rechts) Jean-Luc Marx (Préfet de la Région Grand Est), die geschäftsführenden Gesellschaft des Europa-Parks, Michael und Roland Mack, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Jean Rottner (Président de la Région Grand Est) und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann über den Schulterschluss für die deutsch-französische Vision. | Foto: Europa-Park

Widerstand von Naturschützern

Sie stießen auf deutscher Seite schnell auf Widerstand von Naturschützern. Der Grund: Die geplante Seilbahn über den Rhein, die das deutsche Rust mit dem nicht weit entfernten Elsass verbinden soll, würde über das Naturschutzgebiet Taubergießen führen. Dieses gilt den Angaben zufolge als besonderst schützenswert.

Wir hoffen, dass man Alternativen diskutieren wird.

Statement des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND)

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Freiburg begrüßte die Entscheidung des Europa-Parks. Grundsätzlich halte man aber an der Kritik fest, sagte ein Sprecher gegenüber den BNN. „Wir hoffen, dass nun Alternativen diskutiert werden.“ Denkbar seien beispielsweise ein naher ICE-Halt, eine Seilbahn, die nicht durchs Naturschutzgebiet verläuft, oder ein guter ÖPNV-Anschluss.

Familie Mack glaubt weiter an das Projekt

An das Vorhaben selbst glaube er weiter, sagte Mack. Eine Seilbahn entlaste als umweltfreundliches Verkehrsmittel die Straßen, verringere den Autoverkehr und schaffe zusätzliche Arbeitsplätze. Zudem rückten mit ihr Deutschland und Frankreich näher zusammen.

Frankreich wichtiger Markt für Freizeitpark

Für den Freizeitpark sei Frankreich ein wichtiger Markt, der an Bedeutung zunehme, sagte Mack. Rund 1,3 der jährlich 5,6 Millionen Besucher des Freizeitparks kämen aus dem Nachbarland. Zudem pendelten nahezu 1000 Mitarbeiter des Parks aus dem Elsass nach Rust. Mit der Eröffnung eines zusätzlichen Wasserparks in Rust würden diese Zahlen vom kommenden Jahr an deutlich steigen.

(dpa/ lsw/ bnn)