Schulterschluss für deutsch-französische Vision: Jean-Luc Marx (Préfet de la Région Grand Est), Michael und Roland Mack (geschäftsführende Gesellschafter des Europa-Park), Emmanuel Macron (Président de la République française), Jean Rottner (Président de la Région Grand Est), Winfried Kretschmann (Ministerpräsident Baden-Württemberg) | Foto: Europa-Park

Umsetzung in fünf Jahren

Seilbahn vom Europa-Park nach Frankreich: Kosten im zweistelligen Millionenbereich

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Der Europa-Park in Rust will eine Seilbahn über die deutsch-französische Grenze bauen. Die Investition werde dabei im zweistelligen Millionenbereich liegen, wie Geschäftsführer Michael Mack der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag sagte.

Die Seilbahn solle über den Rhein führen und so das Nachbarland mit Deutschland verbinden, so Mack der Agentur gegenüber weiter. Ziel sei es, Straßen trotz steigender Besucherzahlen zu entlasten und Franzosen den Weg ins Nachbarland zu erleichtern. Eine Seilbahn eigne sich hierfür als schnelles und ökologisches Verkehrsmittel. Würde das Vorhaben von den Behörden beider Länder genehmigt, könnte es voraussichtlich in den kommenden fünf Jahren in Angriff genommen werden.

Europa-Park-Geschäftsführer Michael Mack im Gespräch mit französischen Journalisten.

Jeder vierte Gast aus Frankreich

Der Europa-Park hat seinen Erfolg nicht zuletzt 1,4 Millionen französischen Gästen zu verdanken: Die deutschen Besucher stellen etwa die Hälfte des Publikums, jeder vierte Besucher aber kommt über den Rhein in die kleine Riedgemeinde, die wirtschaftlich fast vollständig vom Fremdenverkehr und dem Freizeitpark mit seinen 5,5 Millionen Gästen abhängig ist.

Massive Verkehrsprobleme

Dies aber sorgt für massive Verkehrsprobleme, die Grenzübergänge in der südlichen Ortenau sind nicht eben für einen Massenansturm ausgelegt. Auch in Deutschland sind die Zufahrten allen Nachbesserungen zum Trotz ständig jenseits der Kapazitätsgrenzen, Rückstaus auf die Autobahn keine Seltenheit. Das wird sich mit der Eröffnung der Wasserwelt Rulantica Ende 2019 weiter zuspitzen. Da läge eine Seilbahn im wahrsten Sinne des Wortes nahe – der Europa-Park ist nur etwa drei Kilometer von der französischen Grenze entfernt, getrennt vom Nachbarland allerdings nicht nur vom Rhein, sondern auch von einer ökologisch sensiblen Auelandschaft.

Alle Details noch offen

Die Vereinbarung mit dem französischen Staatspräsidenten wurde offenbar am Sonntag am Rande der Feiern zum Ende des Ersten Weltkriegs getroffen. Wie genau die Seilbahn aussehen könnte, welche planerischen, finanziellen und rechtlichen Voraussetzungen erfüllt werden müssen, all dies blieb zunächst offen. Dies gilt auch für die Frage, welche Infrastruktur auf der französischen Seite geschaffen werden müsste. Außer einer kleinen Landstraße, der Route Départemental 468, gibt es noch keine Zufahrten, von den sicherlich nötigen Parkplätzen ganz zu schweigen.