Ein Arzt macht in einem Drive-In einen Corona-Test
Der Corona-Test im Drive-in-Verfahren wird im Ortenaukreis seit März praktiziert. | Foto: Landratsamt Ortenaukreis

Drive-In-Station eingerichtet

Sieben neue bestätigte Corona-Fälle im Ortenaukreis

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Seit rund zwei Wochen gibt es im Ortenaukreis eine „Drive-in“-Station für Coronavirus-Tests. Personen, die sich möglicherweise mit dem Coronavirus angesteckt haben, können sich aus dem Auto heraus sicher und schnell testen lassen, so der Kreis, der sich bislang auf entsprechende Medienanfragen nicht geäußert hatte. Den Standort der Station werde man nicht nennen, hieß es am Freitagnachmittag weiter, um dort keinen unkontrollierten Andrang zu erzeugen.

Wie der Kreis weiter bestätigt, sind im Ortenaukreis sieben weitere Personen an Corona erkrankt. Eine genaue Darstellung der Fallzahlen (Altersgruppe, Geschlecht und Wohnort) sowie weitreichende Informationen gibt es auf der Corona-Sonderseite des Ortenaukreises im Internet unter www.ortenaukreis.de/corona. Demnach gibt es in Rheinau mittlerweile vier Corona-Fälle, einen weiteren in Sasbach. Die Zahl der bestätigten Infizierten steigt auf 24.

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Seit Anfang März in Betrieb

Der Ortenaukreis hat dies zentrale Abstrichstelle über sein Gesundheitsamt und in Kooperation mit dem Ortenau Klinikum und der Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg Anfang März in Betrieb genommen. „Es funktioniert quasi nach dem Prinzip von Drive-in-Restaurants“, sagt Gesundheitsamtsleiterin Evelyn Bressau. „Derjenige, der getestet werden muss, fährt mit dem Auto vor, kurbelt das Fenster runter, öffnet seinen Mund und ein Arzt in entsprechender Schutzkleidung nimmt den Rachenabstrich direkt am Wagen vor“, erläutert Doris Reinhardt von der Kassenärztlichen Vereinigung.

Drive-In Corona
Täglich können im „Drive-In“ rund 60 Abstriche vorgenommen werden. | Foto: Landratsamt Ortenaukreis

 

Dieses schnelle Verfahren biete zudem den Vorteil, dass im eigenen Auto niemand Angst haben müsse, andere anzustecken. Auch müsse der testende Arzt nicht nach jedem Abstrich größere Desinfektionsmaßnahmen vornehmen. „So eine zentrale Stelle nimmt Druck von den Kliniken und Praxen, für die die Tests enorm aufwändig sind“; weiß die Allgemeinmedizinerin Reinhardt. Auch deshalb habe man sich bereits Ende Februar für so eine Lösung entscheiden. „Es ist wichtig, dass die Menschen verstehen, dass auch bei einem negativen Testergebnis, nach Kontakt zu einer erkrankten Person oder einer Rückkehr aus einem Risikogebiet die Patienten 14 Tage zuhause bleiben müssen.

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Gesundheitsamt vergibt die Termine

Der Grund ist, dass es trotzdem noch innerhalb dieser 14 Tage zum Ausbruch der Krankheit kommen kann“, erklärt Reinhardt. Die Termine für die „Drive-in-Tests“ vergibt das Gesundheitsamt. Ohne angemeldeten Termin einfach vorbeizufahren und sich auf Verdacht testen lassen, ist nicht möglich. „Ein Test auf Verdacht macht auch keinen Sinn“, stellt Bressau klar. Sie widerspricht auch den wiederkehrenden Gerüchten aus den sozialen Medien, der Ortenaukreis würde überhaupt keine Tests mehr anbieten. „Das Gegenteil ist der Fall, wir haben unsere Testkapazitäten deutlich erhöht und können jetzt viel mehr als noch zu Beginn der Epidemie testen“.

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Testpersonen kommen im Minutentakt

60 Abstriche täglich seien inzwischen über die zentrale Abstrichstelle möglich. Das Gesundheitsamt bestellt die Testpersonen mittlerweile im Fünf-Minuten-Takt ein. Die genommenen Proben werden täglich per Express ins Labor geschickt, zwei Tage später ist das Ergebnis da. Bis dahin müssen die getesteten Personen in häuslicher Quarantäne bleiben.

Die von den 24 bestätigten Sars-CoV-2-Fällen im Ortenaukreis betroffenen Personen wohnen in Kehl (sechs Fälle), Rheinau (vier), Kippenheim (vier), Willstätt (drei), Friesenheim (zwei), Durbach (zwei), Sasbach (eins) und Gengenbach (eins); in einem Fall ist der Wohnort nicht bekannt.

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