Nicht zufrieden mit der Chancenverwertung konnte CfR-Trainer Gökhan Gökce sein. | Foto: Rubner

Fußball-Oberliga

1. CfR Pforzheim hadert gegen Göppingen mit Chancenverwertung

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Als es in der 86. Minute im Kasten von Manuel Salz, Torhüter des 1. CfR Pforzheim, zum 2:0(1:0)-Siegtreffer des 1. Göppinger SV klingelte, war ein verrücktes Fußballspiel entschieden. Ohne auch nur ein einziges Mal gefährlich in den Strafraum der Pforzheimer vorgedrungen zu sein, gelang es den Stauferstädtern, einen Heimsieg einzufahren. „Ich habe einfach draufgehalten“, sagte der eingewechselte Siegtorschütze Michael Wende zu seinem fulminanten Schuss aus 17 Metern in den rechten Giebel, „nachdem ich in den vergangenen Wochen vor lauter Nachdenken eine Chance nach der anderen versiebt habe.“

CfR-Stürmer Ratifo vergibt kläglich

Genau dieser Fehler schien dem CfR-Stürmer Stanley Ratifo direkt zu Beginn des Spiels unterlaufen zu sein, als er eine gut getimte Flanke seines Kapitäns Dominik Salz aus fünf Metern frei vor dem Kasten der Göppinger kläglich vergab (4.). Wo auch immer Ratifo mit seinen Gedanken gewesen sein mag: Das war sie, die große Chance zur Führung und zu einem für die Goldstädter günstigen Spielverlauf.

CfR geht mit hängenden Köpfen in die Pause

Und wie das nach vergebenen Großchancen oft so ist: Es rächte sich, und zwar durch einen eigentlich unplatzierten Fernschuss aus 25 Metern von Kevin Dicklhuber (40.), der aber von Joao Tardelli abgefälscht wurde und unhaltbar für Manuel Salz im langen Eck landete. „Im Gegensatz zum 0:2, den ich an guten Tagen auch gehalten hätte“, so der souverän und selbstkritisch auftretende CfR-Keeper, „konnte ich beim 0:1 wenig ausrichten.“ Die Pforzheimer, welche „die Partie in den ersten 30 Minuten unter Kontrolle hatten“, wie CfR-Trainer Gökhan Gökce nach der Partie erläuterte, aber bis auf eine weitere gute Torchance durch Ratifo „zu wenig Druck auf das gegnerische Tor ausgeübt haben“, schlichen mit hängenden Köpfen in die Halbzeitpause.

Pforzheim und Göppinger SV neutralisieren sich

Doch die CfR-Kicker kamen gut aus der Kabine. „Beide Mannschaften haben sich zunehmend neutralisiert“, analysierte Göppingens Coach Gianni Covelli. Sein Team, in dem die Ex-CfRler Anthony Coppola und Marc Mägerle ein ordentliches Spiel machten, „hat den Kampf gegen spielstarke und auf Fehler lauernde Pforzheimer sehr sehr gut angenommen und kaum Torchancen zugelassen.“

CfR-Spieler Dominik Salz und Kushtrim Lushtaku scheitern

Doch zwei hochkarätige Tormöglichkeiten sollte der CfR noch bekommen: die erste nach einem Foul an Dominik Salz, als Bogdan Cristescu den von halbrechts getretenen Freistoß von Johnathan Zinram nur an den rechten Außenpfosten setzten (51.); die zweite nach einem Foul am eingewechselten Kushtrim Lushtaku, der den fälligen Freistoß selbst ausführte und nur knapp am überragend reagierenden Göppinger Schlussmann Marcel Schleicher scheiterte.

Auch die mitgereisten Pforzheimer Fans hadern

Nicht nur die mitgereisten CfR-Fans haderten mit den vergebenen Gelegenheiten, auch Dominik Salz sah darin das Dilemma dieses Spiels: „Die Göppinger hatten vielleicht eine Chance, machen aber zwei Tore. Wir haben vier Chancen und machen keins. Da haben wir schon den Fehler.“

Von Harald Funke