Einen großen Kampf zeigte der CfR gegen das Coronavirus mit seinem virtuellen Kick. | Foto: Screenshot

Unterhaltsames Fake-Spiel

1. CfR Pforzheim zeigt es dem Coronavirus virtuell

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Ein großer Spaß war die Partie des 1. CfR Pforzheim gegen den „FC Covid-19 Coronavirus“. Geplant war ursprünglich nur eine Spendenaktion – doch daraus wurde schnell mehr. Auch, weil der Vorsitzende Markus Geiser ungeahnte Kommentatoren-Qualitäten zeigte.

In der Halbzeit hält es Uwe Hück nicht mehr aus. „Wir werden das nicht verlieren“, staucht er die Mannschaft in einer Lautstärke irgendwo zwischen Bohrhammer und Flugzeugturbine zusammen. 1:3 steht es zur Pause gegen die Kicker des 1. CfR Pforzheim, und die Ansprache des Kampfsportlers scheint zu sitzen.

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Eigentlich war es mal ein kleiner Gag zum Spendensammeln in Coronazeiten gewesen. Statt einfach nur zu sagen „wir brauchen Geld“, verkaufte der 1. CfR Pforzheim Tickets für das fiktive Spiel gegen den „FC Covid-19 Coronavirus“. Daraus wurde am Samstag ein echtes Spiel, allerdings nicht auf dem Fußballplatz, sondern an der Pro-Evolution-Soccer-Konsole, das der CfR auf seiner Homepage „live“ zeigte und das immer wieder mit Einspielern wie eben dem des wütenden Hück in der Halbzeitpause garniert wurde.

Herpes, immer wieder Herpes

6.962 Tickets à einen Euro hatte man im Vorfeld verkauft – und die gebrachte Leistung toppt jedes durchschnittliche Fußball-Oberliga-Spiel des CfR. Dabei interessiert das Ergebnis (Sieg im Elfmeterschießen) nur am Rande.

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Unterhaltsam waren schon die Kommentatoren, Vorsitzender Markus Geiser und Pressesprecher Marco Nabinger, die sich mit Anspielungen überboten. So hatten die Gegner vom FC Corona solch illustre Namen wie „Ernesto Corona“ oder „Vitalij Herpes“ („Da will man sich im Gesicht kratzen“ – Geiser). Und das Duo ließ sich selbst von einem brasilianischen Kommentator nicht beirren, der wohl als einziger für den FC Corona war bei einem Treffer von Spieler D. Trump.

Ceylan tauscht Rückennummern und wechselt sich selbst ein

Wem das nicht reichte, dem wurden noch unterhaltsame Einspieler wie eben der von Hück oder auch einer von Oberbürgermeister Peter Boch serviert. Der drückte zwar dem CfR die Daumen, „mitfiebern“ wolle er aber nicht. „Nicht bei dieser Thematik.“

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Auch das Spiel selbst war keinesfalls ein normaler Konsolenkick. Zum einen dauerte es eine Stunde, zum anderen hatte sich Trainer Fatih Ceylan einige Tricks einfallen lassen. Falsche Rückennummern zum Beispiel, oder auch seine eigene Einwechslung, die prompt zum Tor führte. Und Benjamin Sailer trug sogar eine gelbe „Desinfektionsfrisur“.

Geiser posiert mit Assauer-Zigarre

Das Spiel selbst? Erinnerte vom Verlauf an die großen Fußballkrimis wie das Wunder von Bern oder das Championsleague-Finale 2005 (Liverpool gegen AC Mailand). Erst führte Corona mit 3:0, dann retten Hück, Ceylan und der etwas launische Torjäger Stanley Ratifo den Club ins Elfmeterschießen, was das Kommentatoren-Duo kultgewordene Zitate von Heribert Zimmermann & Co. bemühen ließ.

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Geiser, der österreichische Wurzeln hat, wurde zudem noch „narrisch“. Nach dem Sieg ließer sich in Rudi-Assauer-Pose mit dicker Zigarre zeigen. „Es ging darum, das Virus virtuell zu besiegen, damit wir wieder auf den Platz können“, sagte er schließlich. Ein Rückspiel sei ausgeschlossen. Schade. Aber vielleicht findet sich ja mal ein sympatischerer Gegner für ein ähnliches Event.