Hofft auf Rückenwind für die Landtagswahl: CDU-Wahlkreisabgeordneter Krichbaum beim Redaktionsgespräch in Pforzheim | Foto: Wacker

BNN-Gespräch

Abgeordneter Krichbaum: Merz bringt auch der CDU in Pforzheim Rückenwind für die Landtagswahl

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CDU-Abgeordneter Gunther Krichbaum aus Pforzheim hofft auf Friedrich Merz als starken Mann der CDU. Im Redaktionsgespräch erklärt er, warum Merz als Bundesvorsitzender Rückenwind für die Landtagswahl brächte.  Zudem bekräftigt der CDU-Kreischef seine Kritik am Pforzheimer SPD-Stadtrat Uwe Hück.

Krise, welche Krise? Gunther Krichbaum wirkt nicht nur aufgeräumt, er wirkt geradezu tiefenentspannt, als er zum Redaktionsgespräch in der Geschäftsstelle des Pforzheimer Kurier erscheint. Fröhlich greift er zu den bereitgestellten Schokokeksen und legt los mit seiner Sicht der Dinge. Von einem Niedergang der CDU will der Inhaber des Direktmandates im Wahlkreis Pforzheim/Enz nichts wissen. Der CDU-Kreischef behauptet: „Ich freue mich auf die kommenden Monate, wir haben gute Chancen mit unserer Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann im Land wieder die stärkste Kraft zu werden.”

Krichbaum: Themen können sich ändern

Gemeint ist natürlich die Landtagswahl am 14. März 2021, also ziemlich genau in einem Jahr. Dass derzeit das Mega-Thema Klima dem Amtsinhaber Winfried Kretschmann und seinen Grünen in die Hände spielt, schreckt Krichbaum nicht. „Keiner kann heute sagen, welche Themen die Menschen in einem Jahr bewegen”, gibt er zu bedenken. In konjunkturell anspruchsvollen Zeiten könne auch das Thema Wirtschaft wieder wichtiger werden.

Mit Merz viel gemeinsam

Und auf diesem Gebiet kann Krichbaum einen Fachmann empfehlen, der zudem Sicherheit und Ordnung ganz oben auf der Agenda stehen hat: Die Rede ist von Friedrich Merz, zu dessen Ratgebern man Krichbaum zählen darf. Beide waren Stipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung, beide sind Juristen mit Erfahrungen in der Finanzwirtschaft. Im Ehrenamt sind sie gemeinsam bei der „Atlantik-Brücke“ tätig. Krichbaum hat Merz schon im Dezember 2018 unterstützt, als er knapp gegen Annegret Kramp-Karrenbauer die Wahl zum Bundesvorsitzenden verlor.

Rückenwind für Pforzheim und Enzkreis

 

Jetzt bewirbt er ihn wieder und hat dabei den Großteil des Landesverbandes hinter sich. Mögen die Kollegen in Nordrhein-Westfalen auch für Ministerpräsident Armin Laschet sein. In Baden-Württemberg steht die CDU hinter dem Sauerländer. Krichbaums Vision: „Wird Merz Parteivorsitzender bringt uns das den entscheidenden Rückenwind für die Landtagswahl.”

 

Die Rückeroberung der Mandate in den Wahlkreisen Pforzheim und Enz sei realistisch möglich. Von der Renaissance christdemokratischer Politik, lässt der CDU-Kreischef durchblicken, würde auch die bedürftige Kasse des Kreisverbandes profitieren, die sich nicht zuletzt aus der Abgeordnetenumlage speist.

Im Wahlkreis 42 Pforzheim kandidieren derzeit parteiintern die Pforzheimer Stadträte Philipp Dörflinger und Andreas Sarow.

Im Wahlkreis 44 Enz kandidieren derzeit parteiintern Ferry Kohlmann aus Friolzheim und Philippe Singer aus Pforzheim.

Trotz der bewegten Zeiten in Berlin und der nahenden deutschen EU-Präsidentschaft ab dem 1. Juni findet der 55-jährige Europaauschussvorsitzende des Deutschen Bundestages die Zeit für ein genaues Studium der Lokalpolitik in Pforzheim und dem Enzkreis – wie die Detailkenntnis seiner Analysen verrät. Zumal ihm in seiner Ehefrau Oana inzwischen ein Familienmitglied aus der CDU-Gemeinderatsfraktion berichten kann. Über Parteifreunde will er öffentlich aber weniger sprechen.

Krichbaum bekräftigt Kritik an Hück

 

Klartext gibt es erneut in Richtung Uwe Hück von der SPD, der zu seinem Unmut eine Ehrung des Unternehmerverein Müsiad angenommen hatte.

Der Verein habe sich nicht von antisemitischen Äußerungen einzelner Mitglieder distanziert. Krichbaums gute Laune verschwindet für einen Augenblick. Er schimpft: „Hier gilt das alte russische Sprichwort: Wer mit einem Hund ins Bett geht, darf sich nicht wundern, wenn er mit Flöhen wieder aufwacht.“

Dass Hück bei der Bundestagswahl, planmäßig 2021, Krichbaums Job als Abgeordneter will, sehe er völlig entspannt. „Mir ist jeder Mitberber recht.“ Und er fügt mit schelmischem Lächeln hinzu: „Allerdings empfehle ich allen eine gute Absicherung auf den Landeslisten.“ Da ist der Direktmandatinhaber wieder völlig tiefenentspannt.