ENDE BESIEGELT: Baustellen rücken immer näher an den „I-Dipfele“-Pavillon in der Pforzheimer Fußgängerzone heran. Ende Mai soll Mieter „Dean & David“ ausziehen, dann erfolgt der Abriss des Gebäudes, das laut Stadtverwaltung dringend wegen Leitungsarbeiten für die Innenstadtentwicklung-Ost weichen muss. | Foto: str

I-Dipfele in der Fußgängerzone

Abriss in Pforzheim besiegelt! Dean & David weicht City-Ost Ende Mai

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Das I-Dipfele hat noch zwei Wochen, dann soll das zweigeschossige Gebäude am Marktplatz in Pforzheim endgültig abgerissen werden. Das erklärte Brauhaus-Chef Wolfgang Scheidtweiler, der Eigentümer der Immobilie, gegenüber dem Pforzheimer Kurier. „Unser Mieter Dean & David zieht Ende Mai aus. Unmittelbar danach erfolgt der Abriss, der sehr schnell erfolgen kann.“

Auf einen schnellen Abriss drängt auch die Stadtverwaltung, die in diesem Bereich der Fußgängerzone Leitungsarbeiten für das Großprojekt Innenstadt-Ost durchführen möchte und auf einen engen Zeitplan verweist. Schützenhilfe erhält Unternehmer Scheidtweiler jetzt von den Innenstadt-Ost-Gegnern um Hans-Ulrich Rülke (FDP), die sich gegen einen schnellen Abriss aussprechen.

 

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Stadt Pforzheim: Abriss ist alternativlos

Laut Stadtsprecher Michael Strohmayer ist der baldige Abriss alternativlos: „Unsere Bauplanungen sind auf den 31. Mai ausgerichtet. Wegen der fortschreitenden Bauarbeiten wird der Zugang zum Gebäude ohnehin immer schwieriger.“ Im Sommer 2020 müssen demnach alle vorbereitenden Arbeiten für die City-Ost-fertig sein. (bnn.de berichtete.)

NEUANFANG GEPLANT: In der ehemaligen Metzgerei Dietz in der Fußgängerzone soll das neue Dean & David entstehen. | Foto: str

Ursprünglich war zwischen Stadt und der Firma Brauhaus eine Übergabe des Grundstücks bereits zum 1. April vertraglich vereinbart worden. Doch Dean-&-David-Chef David Baumgartner sträubte sich und verwies auf einen langfristigen Mietvertrag. Der Unternehmer aus München hatte zuletzt gegenüber dem Kurier Aussagen dementiert, seine Fastfood-Filiale werde noch in dieser Woche aus dem I-Dipfele ausziehen. „Wir verhandeln immer noch in den Endzügen, sieht aber gut aus“, so Baumgartner zuletzt.

Scheidtweiler mit Dean & David in Metzgerei Dietz

Nach einigem Hin und Her haben sich die Beteiligten nun offenbar endgültig auf einen Auszug Ende Mai und den schnellen Abriss des Gebäudes unmittelbar danach geeinigt. Wie berichtet soll die Fast-Casual-Kette in die ehemalige Metzgerei Dietz am westlichen Eingang zur Fußgängerzone einziehen. Und tatsächlich tut sich dort jetzt etwas: In dem seit über einem Jahr leer stehenden Objekt mit mehr als 150 Quadratmetern in der Westlichen traf sich Scheidtweiler an diesem Mittwoch mit Projektbeteiligten und Bauplanern, um den Umbau der biederen Metzgerei in eine moderne Gastronomie zu besprechen.

Mir konnte noch keiner erklären, warum das I-Dipfele jetzt unbedingt schon weg muss

Das künftige Pforzheimer Dean-&-David-Domizil soll größer werden als die Filiale im I-Dipfele und noch im Sommer eröffnet werden. Ende gut, alles gut? Wolfgang Scheidtweiler verweist darauf, dass „die Tinte noch nicht trocken“ sei. Überdies verstehe er die Eile der Stadtverwaltung immer noch nicht: „Mir konnte noch keiner erklären, warum das I-Dipfele jetzt unbedingt schon weg muss.“

Schützenhilfe für Scheidtweiler

Politische Schützenhilfe erhält Scheidtweiler von den Initiatoren des gescheiterten Bürgerbegehrens gegen die Innenstadtentwicklung-Ost: Sie kritisieren in einer Pressemitteilung vom Mittwoch den zeitnah geplanten Abriss des I-Dipfeles.  Hans-Ulrich Rülke (FDP), Carol Braun (FW), Bernd Zilly (UB) und Andreas Kubisch (LE) teilen dies im Zusammenhang mit dem von Ihnen angestrengten Widerspruchsverfahren mit. Laut Mitteilung der Stadt könne das Bündnis erst Anfang Juni Widerspruch einlegen, so die City-Ost-Gegner.

„Wir sehen es aber kritisch, dass bereits bevor uns dieser Bescheid zugehen soll, das I-Dipfele abgerissen wird. So werden Fakten geschaffen, die offensichtlich symbolisieren sollen, dass das Prestigeprojekt Innenstadt-Ost als unumkehrbar anzusehen sei. „Nötig sei das Ganze nicht. Der Pächter habe sich deshalb auch öffentlich gewundert. Die FDP/FW-Fraktion habe OB Boch bereits aufgefordert offen zu legen, was der Abriss und die zu leistenden Ausgleichszahlungen den Steuerzahler kosten“, so teilen die Aktivisten um Rülke mit.

Traditionsgeschäft schließt: Bei Salamander am Leopoldplatz hat der Räumungsverkauf begonnen. | Foto: str

Unterdessen schreitet der Wandel in der City auch andernorts voran: Bei Salamander am Leopoldplatz hat jetzt der Räumungsverkauf begonnen. Am Mittwoch wurde das Traditionsgeschäft förmlich von Kunden überrannt. Wie von bnn.de exklusiv berichtet, zieht in die Räumlichkeiten in zentraler Lage im Oktober eine große Douglas-Filiale ein.