Die alte Bader-Versandzentrale soll ein Factory-Outlet-Center mit hochwertigen Marken werden. Pläne für einen Abfallbetrieb in der Nachbarschaft sehen die Investoren sehr kritisch. | Foto: Ehmann (Archiv)

Ende der Shopping-Pläne?

Ärger in Pforzheim: Zieht Müllverwerter Alba neben geplantes Outlet?

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Um die Pläne des Abfallverwerters Alba-Nordbaden, in unmittelbare Nähe des geplanten Bader-Outlets in Pforzheim zu ziehen, gibt es politischen Ärger. In einer Mitteilung kündigt die FDP/FW/UB/LED-Fraktion einen Fragenkatalog an Bau- und Umweltbürgermeisterin Sibylle Schüssler (Grüne) an.

Als man im April bei der Verwaltung in der Sache nachgefragt habe, sei dort nur von vagen Plänen zweier Entsorgungsunternehmen auf der Suche nach einer geeigneten Fläche die Rede gewesen. „Uns verwundert sehr, vor vier Monaten als Auskunft ‚vage bis unkonkret‘ erhalten zu haben und nun mit einer Pressemitteilung von Alba konfrontiert zu werden, die nahelegt, alles sei bereits in trockenen Tüchern! Wir bekennen uns nachhaltig zum Outlet und sind nun in großer Sorge“, so teilt die Fraktion mit, der in Alexander Bader (FDP) auch ein Mitglied des Familienunternehmens angehört.

Rülke: Alba wäre das Aus für ein Outlet

Der Versandhändler will aus seiner ehemaligen Logistikzentrale im Brötzinger Tal eines der größten Outlets des Landes machen. Wie berichtet glaubt Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke (FDP), „dass Alba das Aus für ein Outlet im Brötzinger Tal bedeuten würde“. Die Sorgen bezüglich der Alba-Ansiedlung werde man an Bürgermeisterin Schüssler adressieren und erwarte in der Sitzung des Bau- und Liegenschaftsausschusses am 25. September ausführliche Berichterstattung. Ein besonderes Augenmerk werde man auf die zeitliche Abfolge legen, die Schüssler darzulegen habe.

Hohe Hürden überwunden?

Zudem wolle die Fraktion sehr genau wissen, wie es um die Genehmigungen stehe: „Ein Entsorgungsunternehmen benötigt ähnlich wie eine Windkraftanlage eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung, die mit hohen Hürden verbunden ist“, so Rülke. „Uns interessiert en Detail, wie es hier um den Sachstand bestellt ist.“ Die Fraktion werde im Bau- und Liegenschaftsausschuss nachfragen und erwarte fundierte Antworten, so die Ausschussmitglieder Carol Braun (Freie Wähler) und Bernd Zilly (Unabhängige Bürger). Klärungsbedarf gebe es etwa beim Thema Bebauungsplan. Ohne einen solchen sei die Genehmigung eines solchen Betriebes aber gar nicht möglich. Die Fraktion werde einem Bebauungsplan auch nicht zustimmen, wenn dadurch die Outlet-Pläne in Gefahr gerieten.

 

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Oberbürgermeister Peter Boch hatte bereits einen Dialog mit allen Beteiligten angekündigt und betont, dass noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei. Diese Woche hatte eine erste Antragskonferenz im Regierungspräsidium Karlsruhe stattgefunden. Entsorger Alba will am Standort Reststoffe zum Weitertransport verarbeiten. Der bisherige Standort liegt wenige Hundert Meter entfernt und muss laut Alba wegen Eigenbedarfs des Vermieters aufgegeben werden.
BNN