Bernd Gögel (AfD)
Der Enzkreis-Abgeordnete und baden-württembergische AfD-Fraktionsvorsitzende, Bernd Gögel hat sich zu seiner politischen Zukunft geäußert | Foto: Marijan Murat/Archiv

Landtagswahl 2021

AfD Pforzheim: Landtagsabgeordnete Grimmer und Gögel treten wieder an

Anzeige

Bernd Grimmer (69, Wahlkreis Pforzheim) und Bernd Gögel (65, Wahlkreis Enz) wollen beide wieder zur Landtagswahl 2021 antreten. Das erklärten die AfD-Politiker bei einer Pressekonferenz im AfD-Regionalbüro in Pforzheim. Offen ließ Gögel, ob er erneut das Amt des Fraktionsvorsitzenden anstrebt.

Auch angesichts seines Alters von bald 70 Jahren habe er sich diese Entscheidung gut überlegt, so Grimmer, der auch Fraktionsvorsitzender im Pforzheimer Gemeinderat ist. Ein Grund, noch einmal anzutreten, sei die „politische Lage, mit dem Klima-Hype, der das Land heimsucht“, so Grimmer, der einen Schwerpunkt in der Umwelt- und Klimapolitik sieht.

Mehr zum Thema: Zweikampf um Mappus-Erbe bei der CDU Pforzheim

Gögel lässt Zukunft als Fraktionschef offen

Gögel gab sich ebenfalls kämpferisch. Er will das Ergebnis für die Landes-AfD noch verbessern. 19 Prozent seien landesweit angestrebt, zuletzt waren es 15,2 Prozent. Ob Gögel wieder den Fraktionsvorsitz anstrebt, ließ der 65-Jährige offen. Soweit wolle er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht denken. „Zum heutigen Zeitpunkt ist es unverantwortlich, hierzu eine Aussage zu treffe“, so Gögel. Zunächst strebe er an, die laufende Legislatur als Fraktionsvorsitzender zu beenden.

Die AfD-Abgeordneten Bernd Gögel (rechts) und Bernd Grimmer erklären in der Kreisgeschäftsststelle der AfD in Pforzheim ihre Absicht, zur Landtagswahl 2021 wieder anzutreten. | Foto: str

Rückzug von der Landesspitze

Gögel hatte bereits erklärt, dass er nicht erneut als Landesvorsitzender der AfD antreten will. In diesem Zusammenhang wird immer wieder über einen Machtkampf in der Protestpartei zwischen „Gemäßigten“ und radikalen „Flügel“-Leuten berichtet. Gögel wird von Beobachtern dem gemäßigten Lager zugeordnet. Sein geplanter Rückzug von der Landesspitze habe auch damit zutun, dass er sich künftig wieder mehr auf Enzkreis-Themen konzentrieren können.

Bereits am Wochenende findet in Böblingen ein Sonderparteitag statt. Laut Parteiangaben soll dort „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ ein neuer Vorstand gewählt werden. Gögel bekräftigte, dort nicht mehr für den Vorstand antreten zu wollen. Er unterstütze aber die Kandidatur von Alice Weidel. Grimmer hätte indes „größere Bedenken“ gegen eine Landesvorsitzende Weidel und begründet das mit den vielen Ämtern, die Weidel habe, die unter anderem Chefin der Bundestagsfraktion ist.

Mehr zum Thema: Proteste beim AfD-Neujahrsempfang in Karlsruhe

Berichte über Spaltung zurückgewiesen

Beide Abgeordneten gaben sich bei der Pressekonferenz solidarisch. „Wir beide hatten noch nie eine politische Auseinandersetzung“, so Gögel mit Blick auf seinen Kollegen Grimmer. Es ist „so hanebüchen“, was da teilweise über eine Spaltung der AfD geschrieben werde, „dass es verboten gehört“, fand Grimmer.

AfD-Mitglieder entscheiden in Pforzheim

Nominiert sind die beiden Abgeordneten noch nicht. Die Nominierungsversammlung des Kreisverbandes soll voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 stattfinden, so Grimmer, der auch Kreissprecher ist. Dabei sind alle der rund 200 AfD-Mitglieder des Kreisverbands Pforzheim/Enz wahlberechtigt.