Gratulierten dem Friolzheimer Bürgermeister Michael Seiß im Bürgersaal der Zehntscheune zum Wahlsieg: seine Frau Christine und Sohn Paul. Foto: Ochs

Wahlen im Heckengäu

Amtsinhaber setzen sich durch

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Klar bestätigt wurden bei den Bürgermeisterwahlen am Sonntag in Friolzheim und Wurmberg die beiden Amtsinhaber. Michael Seiß, Rathauschef von Friolzheim, erhielt 84,3 Prozent der Stimmen und sein Wurmberger Amtskollege Jörg-Michael Teply sogar 97,5 Prozent.

Friedhild Miller holt 77 Stimmen in Friolzheim

Eine „Grundspannung“ sei schon da, sagte Michael Seiß, ehe Bürgermeisterstellvertreter und Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses Helmut Jentner kurz nach 18.30 Uhr vor einem kleinen Häufchen Besucher im Bürgersaal der Zehntscheune das Ergebnis verkündete. Einen Gegenkandidaten hatte der 49-jährige Seiß, der seit 2002 im Amt ist, nicht zu fürchten. Einzige Mitbewerberin war Friedhild Miller, die zeitgleich auch in Wurmberg und Böblingen antrat. Die Sindelfingerin erhielt in Friolzheim 77 Stimmen, was 6,3 Prozent entspricht. Seiß holte 1 035 Stimmen. Die „Sonstigen“ kamen auf 116 Stimmen (9,4 Prozent). Gewählt haben in Friolzheim 1 293 Bürger, was einer Wahlbeteiligung von 40,5 Prozent entspricht – vor acht Jahren, als Seiß ohne Gegenkandidat antrat, lag die Wahlbeteiligung bei 38 Prozent.

Seiß wertet Ergebnis als „große Bestätigung“

Dem alten und neuen Friolzheimer Verwaltungschef, dem auch einige Bürgermeister aus den benachbarten Gemeinden zum Wahlsieg gratulierten, wertete das Ergebnis als „große Bestätigung“: „Ich finde es prima und freue mich auf die kommenden Jahre.“
Dass Friedhild Miller, die sich bei vielen Bürgermeisterwahlen bewirbt, 77 Stimmen geholt hat, nahm Seiß gelassen. „Die Bürger möchten eine Wahl haben. Und manche Leute sind nach 16 Jahren mit dem, was ich mache, vielleicht nicht immer einverstanden. Aber das gehört zur Demokratie.“

Miller tritt am 11. März auch in Wimsheim an

Unter den Gratulanten befand sich auch Mario Weisbrich, Bürgermeister aus Wimsheim, der in Wurmberg wohnt und auch gewählt hat. Wie berichtet, findet am 11. März auch in Wimsheim eine Bürgermeisterwahl statt und auch hier tritt Friedhild Miller an. Die Sindelfingerin war am Sonntagabend weder in Friolzheim noch in Wurmberg vor Ort – sie wollte sich auf die Wahl in Böblingen konzentrieren, wo sie 111 Stimmen (0,8 Prozent) holte.

Freuen sich über den Wahlsieg und die große Wahlbeteiligung: Wurmbergs Bürgermeister Jörg-Michael Teply mit seiner Frau Daniela und seinen Töchtern Julia (links) und Sarah. Foto: Roth

Wahlbeteiligung von über 50 Prozent in Wurmberg

Ähnliche Szenarien wie in Friolzheim spielten sich auch in Wurmberg ab. Auch hier erfährt der bisherige und neue Bürgermeister Jörg-Michael Teply eine große Unterstützung seiner Bürgerschaft: Er darf sich – und das tut er in der Wurmberger Festhalle auch – über eine Wahlbeteiligung von über 50 Prozent freuen und darüber, dass 97,5 Prozent der Stimmen auf ihn entfallen. „Wenn eine Vier davor stünde würde ich mich freuen“, hat der 46-Jährige noch kurz vor der Verkündung des Wahlergebnisses durch den Ersten Bürgermeisterstellvertreter Hartmut Weber gegenüber der Presse gesagt und damit die Wahlbeteiligung gemeint. Die liegt dann sogar über seinen Erwartungen. 50,9 Prozent hoch ist sie.

Neuer Landrat unter den Gratulanten

Von 2 412 Wahlberechtigten in Wurmberg und Neubärental haben 1 228 Bürger gewählt. 13 ungültige Stimmen werden gezählt und von den restlichen 1 215 gültigen entfallen 1 185 Stimmen auf Jörg-Michael Teply, der nach minutenlangem Applaus – auch von den Bürgermeisterkollegen und dem neu gewählten Landrat Bastian Rosenau – ein in weiser Voraussicht mit Wahlsieger-Sprüchen bedrucktes T-Shirt entgegen nehmen darf. Immerhin ein erstauntes „Oh“ gibt es für seine Gegenkandidatin, Friedhild Miller, als verkündet wird, dass auf die 48-Jährige 24 Stimmen entfallen. Sechs Kreuzchen wurden zudem unter „Verschiedene“ gemacht.

Mitarbeit: Susanne Roth