Die Deutsche Fußballnationalmannschaft der Bürgermeister hat auf ihrer Reise zur Fußball-WM in Russland auch selbst das Leder getreten Unter anderem bei einem Kleinfeldturnier, wo sie das Halbfinale erreichten. Foto: Lachenauer

Bürgermeister bei Fußball-WM

Auf Fanmeile Fest gefeiert

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„Top organisiert, tolle Stimmung und viele offene Menschen“ – so fasst Carsten Lachenauer, Mitglied der Deutschen Fußballnationalmannschaft der Bürgermeister, die Eindrücke von seiner Reise zur WM in Russland zusammen. Der Unterreichenbacher Bürgermeister war mit 16 Amtskollegen aus ganz Deutschland – unter ihnen Steffen Bochinger aus Keltern – nach Sankt Petersburg und Moskau gereist, um Kollegen zu treffen, ein WM-Spiel zu schauen, ein soziales Projekt zu unterstützen und um selbst Fußball zu spielen.

Mit der Schweizer Nationalmannschaft in einem Hotel

Die Achtelfinalpartie Schweiz gegen Schweden hat Lachenauer in Sankt Petersburg live miterlebt und war beeindruckt von der Stimmung und dem Flair im Stadion. Die Schweizer Mannschaft hat im selben Hotel übernachtet wie die deutschen Bürgermeister und sei nicht so abgeschottet gewesen wie andere Teams, erzählt Lachenauer. Mit Spielern wie Granit Xhaka, Yann Sommer und Breel Embolo haben sich die Rathauschefs unterhalten und fotografieren lassen.

In Sankt Petersburg haben Carsten Lachenauer (links) und Steffen Bochinger das WM-Achtelfinalspiel Schweiz gegen Schweden live miterlebt. Foto: Lachenauer

Von der Euphorie auf der Fanmeile angesteckt

Dass die Deutschen bereits ausgeschieden waren, als Lachenauer und seine Kollegen in Russland eingetroffen sind, habe der guten Stimmung keinen Abbruch getan. Beim Spiel Belgien gegen Brasilien auf der Moskauer Fanmeile seien Fans aus allen erdenklichen Ländern versammelt gewesen und hätten miteinander das Fußball-Großevent gefeiert, schildert Lachenauer, der sich wie seine Kollegen von der Euphorie hat anstecken lassen und mitgefeiert hat.

Enger Kontakt zu russischen Kollegen schwierig

In Moskau hat die Bürgermeister-Nationalelf Vertreter der deutschen Außenhandelskammer und der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit getroffen und sich über Kooperationen auf kommunaler Ebene informiert. „Russland ist in technischen Dingen sehr weit, WLAN in der U-Bahn ist normal und die Großstädte sind westeuropäisch geprägt“, hat Lachenauer beobachtet. Schwierig sei allerdings die Verständigung gewesen, weil die Russen wenig Englisch sprechen. Eine Reisebegleitung hat aber übersetzt. Enger Kontakt zu russischen Kollegen sei nur schwer aufzubauen gewesen – aus Mentalitätsgründen, so Lachenauer: „Nähe zeigen bedeutet für manche Russen Schwäche zeigen.“ Menschen aus anderen osteuropäischen Ländern habe er offener erlebt, so der 50-jährige Engelsbrander.

Russland will eigene Bürgermeister-Elf gründen

Der Austausch sei dennoch gut gewesen und ein Vertreter eines Regionalparlaments war so begeistert von der Schultes-Nationalelf, dass er die Gründung einer russischen Bürgermeister-Nationalmannschaft angeregt hat.
Selbst das Leder getreten haben Lachenauer, Bochinger und Co. natürlich auch: In Pereslawl, einer Stadt 130 Kilometer nordöstlich von Moskau, spielten sie gegen ein Team aus Mitgliedern der Stadtverwaltung im Kleinfeld, verloren aber 2:3. Beim Kleinfeldturnier in Solnetschnogorsk, 60 Kilometer außerhalb von Moskau, unterlagen die deutschen Schultes nach Elfmeterschießen im Halbfinale. In Pereslawl unterstützen die deutschen Bürgermeister ein soziales Projekt, das Eltern mit behinderten Kindern hilft. Geld haben die Deutschen jeweils in ihrer Region gesammelt. Gefördert wird das Projekt auch von der Deutsch-Russischen Gesellschaft Kraichgau, die auch die Vermittlung übernommen hat.

Gute Stimmung herrschte bei der Schultes-Nationalelf in Russland. Nächstes Jahr beginnen die Planungen für die EM 2020. Foto: Lachenauer

Turnier bei EM 2020 geplant

Wieder auf Reisen geht die Schultes-Elf bereits in zwei Monaten: Vom 20. bis 23. September kicken sie beim Alpen-Cup in der Nähe von Venedig mit. Und im kommenden Jahr planen die Bürgermeister Veranstaltungen am Rande der Europameisterschaft 2020, die in mehreren Ländern stattfindet. Die Schultes-Nationalelf will ein Turnier in Berlin ausrichten.