Eigentlich dürfen Autos nur zur Warenanlieferung in den Morgenstunden oder mit einer Sondergenehmigung die Fußgängerzone, wie hier die Westliche Karl-Friedrich-Straße, befahren.
Eigentlich dürfen Autos nur zur Warenanlieferung in den Morgenstunden oder mit einer Sondergenehmigung die Fußgängerzone, wie hier die Westliche Karl-Friedrich-Straße, befahren. | Foto: Eschmann

Autoverkehr in Pforzheim

Auf vier Rädern durch die Fußgängerzone

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Die Pforzheimer Fußgängerzone ist in diesen Tagen sehr belebt. Seit Freitag tummeln sich Einheimische wie Touristen vor dem Rathaus auf dem Oechsle-Fest. Dort können sie schlemmen und feiern, ohne auf den Autoverkehr achten zu müssen – möchte man meinen.

Bürger beklagt zunehmenden Autoverkehr

In einem offenen Brief an die Stadtspitze, der dem Pforzheimer Kurier vorliegt, kritisiert Bürger Thomas Welker, der sich selbst als „kleiner Mann von der Straße“ bezeichnet, dass sich immer mehr Autos den Weg durch die Fußgängerzone bahnen.

Joachim Dürr, Abteilungsleiter Straßenverkehr beim Pforzheimer Amt für Öffentliche Ordnung, betont, dass für das Befahren der Fußgängerzone feste Regeln gelten: Lieferverkehr ist beispielsweise in der Zeit von sechs bis 10.30 Uhr erlaubt. Getränkelieferanten für die ansässige Gastronomie oder auch Paketdienste könnten in dieser Zeit die Fußgängerzone uneingeschränkt befahren. Diese werden auch stichpunktartig auf ihre Liefertätigkeit kontrolliert, erklärt Dürr.

Ausnahmegenehmigungen für einzelne Fahrzeuge

Hinzu kämen einige Ausnahmegenehmigungen für einzelne Fahrzeuge, die von der Stadt herausgegeben werden. Die Inhaber einer solchen Genehmigung dürften die Fußgängerzone jederzeit befahren. „Wir versuchen zu steuern, dass nicht alle unbedingt zwischen zwölf und 14 Uhr in die Fußgängerzone einfahren“, so Dürr.

Große Schilder weisen auf die Verkehrsregeln hin, die in der Fußgängerzone gelten.
Große Schilder weisen auf die Verkehrsregeln hin, die in der Fußgängerzone gelten. | Foto: Eschmann

Nur vier Verstöße pro Kontrollstunde in der Fußgängerzone

Jedoch gebe es auch private Stellplätze, deren Besitzern man die Zufahrt ohnehin rund um die Uhr erlauben müsse. Auch Hotelgäste dürften die Fußgängerzone im Bereich der Bahnhofstraße zum Be- und Entladen befahren, worauf Schilder ausdrücklich auch hinwiesen.

„Die Zahl der Ausnahmegenehmigungen ist jedoch stark zurückgegangen“, schränkt Dürr ein. Im Jahr 2013 seien es noch 300 Jahres-Genehmigungen gewesen, inzwischen läge die Zahl bei nur noch 131. Lediglich vier Verstöße in einer Kontrollstunde – von unerlaubtem Einfahren bis zu überhöhter Geschwindigkeit – habe die Ordnungsbehörde bei ihren Kontrollen in diesem Jahr festgestellt, wie Amtsleiter Wolfgang Raff mitteilt.

Dies sei ein sehr geringes Aufkommen an Verstößen. Nur zwei Fahrverbote seien bei den zahlreichen Kontrollen ausgesprochen worden.

Besserung durch Umgestaltung im kommenden Jahr

Mit Blick auf den jüngsten Anschlag in der spanischen Metropole Barcelona wird von Thomas Welker im offenen Brief auch ein mangelnder Schutz der Pforzheimer Fußgängerzone beklagt. Dies sei der Historie geschuldet, wie Raff erklärt, da der jetzige Bereich der Fußgängerzone in der Vergangenheit nicht immer autofrei war.

Mit der Umgestaltung im kommenden Jahr sollen jedoch stabile Poller aufgestellt werden. Diese werden dann nur zu den Lieferzeiten heruntergefahren. Hinzu käme der Nebeneffekt, dass die Zahl der unerlaubten Einfahrten dadurch ohnehin weiter sinken werde.

Rettungsdienste, Polizei und Feuerwehr haben indes die Möglichkeit, per Code die Poller selbstständig fernzusteuern, um bei Notfällen freie Fahrt zu haben..