Auf knapp fünf Kilometern soll die Autobahn bei Pforzheim vier-streifig ausgebaut werden, allerdings noch nicht dieses Jahr. | Foto: str

Arbeiten an der Enztalquerung

Ausbau der A8 bei Pforzheim verzögert sich weiter

Anzeige

Jetzt ist es amtlich: Der sechsstreifige Ausbau der A8 bei Pforzheim verzögert sich erneut. Was sich bereits vor Wochen angedeutet hatte, bestätigte jetzt das Regierungspräsidium Karlsruhe.

Eine Sprecherin erklärte: „Die mit unserer Pressemitteilung vom 26. Februar 2020 angekündigte Ausschreibung des Hauptloses für Ende Frühjahr 2020 verzögert sich bis voraussichtlich Ende August 2020. Grund hierfür sind die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den Arbeitsprozess.“

Arbeiten an Planung wegen Corona nur bedingt möglich

Seit Wochen seien notwendige Abstimmungsarbeiten zu der 2.000 Seiten starken Baubeschreibung mit 750 Planunterlagen durch das Arbeiten im Homeoffice und die eingeschränkten Einreisemöglichkeiten für den österreichischen Partner der Ingenieurgemeinschaft nur bedingt möglich, so hieß es. „Derzeit gehen wir davon aus, dass mit dem Bau des Hauptloses nun im Frühjahr 2021 begonnen werden kann“, erklärte die Sprecherin von Regierungspräsidentin Sylvia Felder (CDU). Beim Spatenstich im April 2018 war man noch davon ausgegangen, dass die Fahrbahn schon im Sommer 2019 in Angriff genommen wird. Später war vom Jahr 2020 die Rede.

Mehr zum Thema: Wegen Corona dauert die A8-Baustelle bei Pforzheim länger

Nicht beeinträchtigt sind den Angaben zufolge die laufenden Brückenarbeiten. „Parallel zu der Anfertigung der Ausschreibungsunterlagen laufen planmäßig die Arbeiten an der Brücke neben der neuen Bahnüberführung zwischen Eutingen und Niefern-Vorort“, so die Sprecherin. Die Fertigstellung sei für den Spätsommer vorgesehen. Im Anschluss daran soll wie geplant die Kreisstraßenbrücke auf der anderen Seite der Bahnlinie begonnen und bis zum Sommer 2021 abgeschlossen werden.

Nicht die erste Verzögerung des Baus an der Autobahn 8

Es handelt sich nicht um die erste Verzögerung beim Ausbau des noch letzten nur vierspurigen A8-Abschnitts im Regierungsbezirk. Das Regierungspräsidium plant den sechsstreifigen Ausbau zwischen den Anschlussstellen Pforzheim-Nord und Pforzheim-Süd (Enztalquerung) seit etlichen Jahren.
Die Maßnahme beinhaltet neben dem Ausbau der A8 auf einer Länge von rund 4,8 Kilometern noch einige weitere Maßnahmen, was das Vorhaben vergleichsweise komplex mache, so wird bei den Verantwortlichen der Landesbehörde betont. So werde auch der vierspurige Ausbau der B10 im Bereich der Anschlussstelle Pforzheim-Ost vorangetrieben, zudem der Umbau der Anschlussstelle Pforzheim-Ost mit leistungsfähigen Zufahrten versehen und mehrerer Kreuzungsbauwerke erneuert. Zudem sollen eine Lärmschutzeinhausung auf 380 Metern und weiterer Schutzwände kommen.

FDP-Abgeordneter kritisiert Verzögerungen

Enzkreis-Abgeordneter Erik Schweickert (FDP) kritisiert, er habe zwar Verständnis für die erschwerte Abstimmung, aber „Corona darf nicht dazu führen, dass das Projekt so lange verzögert wird, bis am 1. Januar die Autobahn GmbH des Bundes die Ausschreibung übernehmen könnte.“ Wichtig sei, dass der Baubeginn im Frühjahr eingehalten und der Ausbau keine unendliche Geschichte werde.