Schilder und Absperrungen weisen bereits auf den bevorstehenden Abriss der Brücke nahe der Anschlussstelle Pforzheim-West hin.
Schilder und Absperrungen weisen bereits auf den bevorstehenden Abriss der Brücke nahe der Anschlussstelle Pforzheim-West hin. | Foto: J. Müller

14 Stunden Ausnahmezustand

Autobahn 8 wegen Brückenabriss erneut gesperrt

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Am Wochenende wird die Autobahn 8 zwischen Pforzheim-West und Karlsbad wegen eines Brückenabriss gesperrt. Der Verkehr muss in der Zeit zwischen Samstag 20 Uhr und Sonntag 10 Uhr über die Bundesstraße ausweichen. Auch eine weitere Sperrung ist bereits angekündigt.

Ferienzeit ist Stauzeit, gerade auf der Autobahn 8. Am kommenden Wochenende ist es aber nicht (nur) der Reiseverkehr, der den Verkehr zum Erliegen bringt: Aufgrund eines Brückenabrisses wird die Autobahn ab Samstag, 3. August, um 20 Uhr gesperrt. Betroffen ist der Bereich zwischen der Anschlussstelle Pforzheim-West und Karlsbad in beiden Richtungen. Läuft alles nach Plan wird die Strecke am Sonntag um 10 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben.

Rund zwei Millionen Euro Baukosten

Bei der abzureißenden Brücke handelt es sich um eine Holzbrücke. Diese ist, laut Regierungspräsidium, teilweise so stark beschädigt, dass ein Abriss unausweichlich ist. Bislang konnte der Forstverkehr die Brücke noch passieren, dies ist aber aufgrund der starken Schäden mittlerweile nicht mehr möglich.
Eine Sanierung des in die Jahre gekommenen Bauwerkes ist aus technischen und wirtschaftlichen Gründen nicht möglich, wie das Regierungspräsidium Karlsruhe erklärt. Die rund zwei Millionen Euro Baukosten werden vom Bund getragen.

Umleitungen über die B 10

Während der voraussichtlich vierzehnstündigen Sperrung wird der Verkehr über die Bedarfsumleitungen U 5 (Richtung Stuttgart) und U 30 (Richtung Karlsruhe) umgeleitet. Die gesperrte A 8 wird zumindest zwischen Karlsbad und Pforzheim in dieser Zeit staufrei sein, andernorts wird sich der Verkehr ballen. „Das ist natürlich eine riesige Belastung für Anwohner und Verkehrsteilnehmer“, sagt Carmen Kramer. Die Hauptamtsleiterin aus Remchingen beobachtet den Verkehr durch ihre Gemeinde schon lange. „Es ist schon ohne Sperrung eine Katastrophe“, sagt sie mit Blick auf die durch Remchingen verlaufende B 10. Besondere Maßnahmen wurden wegen der Sperrung nicht getroffen, weder in Remchingen noch in anderen betroffenen Gemeinden im Enzkreis.

Auch von der Waldseite kommend ist die Geh- und Radwegbrücke bereits abgesperrt.
Auch von der Waldseite kommend ist die Geh- und Radwegbrücke bereits abgesperrt. | Foto: J. Müller

Erhöhtes Verkehrsaufkommen erwartet

Das Verkehrsaufkommen wird wahrscheinlich erhöhter als normal um diese Uhrzeit sein, schätzt der ADAC Nordbaden. Denn ab 20 Uhr endet das Samstagsfahrverbot in der Ferienzeit für LKW. Die dürfen dann zumindest für vier Stunden fahren, bevor das Sonntagsfahrverbot in Kraft tritt. „Aufgrund der Wetterlage fahren viele Urlauber gerade im Sommer auch nachts“, sagt Jürgen Herbrich vom ADAC Nordbaden.

Es gibt keinen guten Zeitpunkt

Der Touristikberater erwartet, dass von der Sperrung vor allem der überregionale Verkehr betroffen sein wird. Gleichzeitig hat er aber auch Verständnis. „Es gibt keinen guten Zeitpunkt. Sperrungen führen immer zu einem Ausnahmezustand mit massiven Auswirkungen.“ Reisende sollten, so der Herbrichs Tipp, sich frühzeitig nach Alternativrouten informieren.

Fußgänger und Radfahrer müssen ausweichen

Ersetzt wird die Holzbrücke zu einem späteren Zeitpunkt durch ein neues Bauwerk, das aus einem im Werk vorgefertigten Stahlüberbau besteht. Dieser wird laut Regierungspräsidium Anfang 2020 abseits des Verkehrsraumes an der Autobahn montiert, bevor das Stahlteil eingehoben wird. Während der brückenlosen Zeit gibt es für Fußgänger und Radfahrer keine Möglichkeit an dieser Stelle die Autobahn zu überqueren. Sie müssen auf die Brücke Ispringer Pfad ausweichen oder die Unterführung an der Regelbaumstraße nutzen.

Die Holzbrücke zwischen Pforzheim und Karlsbad war zuletzt nur noch für Fußgänger und Radfahrer passierbar.
Die Holzbrücke zwischen Pforzheim und Karlsbad war zuletzt nur noch für Fußgänger und Radfahrer passierbar. | Foto: J. Müller

Nicht die erste Vollsperrung

Regelmäßige Autofahrer auf der A 8 kennen das Prozedere, immerhin ist es die dritte Vollsperrung binnen eines Jahres. Bereits im November 2018 (der Kurier berichtete) wurde die Autobahn zwischen Pforzheim-Nord und -Ost wegen Brückenarbeiten mehrere Tage voll gesperrt. Und auch eine weitere Sperrung wirft ihre Schatten voraus: Sobald die neue Geh- und Radwegbrücke fertiggestellt ist, voraussichtlich im März 2020, wird die Autobahn erneut zwischen Pforzheim und Karlsbad gesperrt, erneut an einem Wochenende, um die neue Brücke einzuheben, wo diese die kommenden Jahrzehnte dann ihre Dienste tun wird. Immerhin beginnen die Osterferien 2020 erst im April.