Stoßstange an Stoßstange: Das Autokino Pforzheim auf dem Messplatz war ausverkauft. Nach wenigen Stunden waren alle Karten weg.
Stoßstange an Stoßstange: Das Autokino Pforzheim auf dem Messplatz war ausverkauft. Nach wenigen Stunden waren alle Karten weg. | Foto: Friedrich

Kino bis September denkbar

Autokino Pforzheim zieht Besucher zur Premiere auf den Messplatz

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Es ist das zweite Mal, dass der Pforzheimer Messplatz mit einem Autokino bespielt wird. Beim ersten Mal, 2011, war alles noch ein bisschen kleiner, aber trotzdem schon damals gut besucht, erinnerte sich die Geschäftsführerin des Kommunalen Kinos Pforzheim, Christine Müh. Innerhalb weniger Stunden waren alle Karten für die gewissermaßen zweite Premiere des Autokinos Pforzheim weg.

Von unserem Mitarbeiter Stefan Friedrich

Gemeinsam mit Michael Geiger von den Pforzheimer Kinobetrieben hat Müh unmittelbar vor dem Premierenfilm „Känguru-Chroniken“ von einer „historischen Kooperation“ gesprochen, die beide Seiten da eingegangen sind. Das ist übrigens auch der bundesweiten Fachpresse nicht entgangen. Im Magazin „Blickpunkt: Film“ wurde diese besondere Zusammenarbeit in einem Artikel über Autokinos thematisiert.

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Premierenkarten für das Autokino Pforzheim schnell vergriffen

Und auch bei den Pforzheimern kam dieses Angebot richtig gut an. Innerhalb weniger Stunden waren bereits alle Karten für Freitagabend weg. Erhältlich waren diese – wie auch alle Karten für die kommenden Vorstellungen – nur im Internet. „Wenn man bedenkt, dass diese zwischendurch nicht so gut erreichbar war, dann wäre es sogar noch schneller gegangen“, zeigte sich Müh über die positive Resonanz erfreut.

Viele Kinofreunde kamen bewusst frühzeitig zum Messplatz. Schon eineinhalb Stunden vor Filmbeginn hatte sich in den Simmlerstraße, über die man auf den abgesperrten Bereich zufahren muss, eine lange Schlange gebildet. Von Nicolas Geiger und seinen Helfern wurden die Kartenbesitzer jeweils kontrolliert, auf den Platz geschickt und dort von den Mitarbeitern der Kinobetriebe eingewiesen.

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Komplettes Kino-Team koordiniert den Filmabend im Auto

„Alles, was krabbeln kann, haben wir heute dabei“, betonte Michael Geiger. „Alleine unser Personal ist das komplette Team, das normalerweise das ganze Cineplex leitet.“ Ein Team, das in einer geradezu stoischen Ruhe dafür gesorgt hat, dass – mithilfe von Bodenmarkierungen – jeder einen Stellplatz mit guter Sicht auf die 14 auf acht Meter messende Leinwand hatte. Die großen Wagen nach hinten, die kleineren nach vorne.

Kurz nach Einlass funktionierte das naturgemäß problemlos. Je näher der Filmbeginn rückte, desto mehr musste das Team koordinieren und auch mal aushelfen, wenn ein Auto doch mal etwas ungünstig stand.

Historische Kooperation: Michael Geiger und Christine Mühe eröffneten am Freitagabend das Pforzheimer Autokino mit dem Film „Känguru-Chroniken“.
Historische Kooperation: Michael Geiger und Christine Mühe eröffneten am Freitagabend das Pforzheimer Autokino mit dem Film „Känguru-Chroniken“. | Foto: Friedrich

Als die Live-Kamera auf Michael Geiger und Christine Müh schwenkte, deren Begrüßung auf der Leinwand übertragen wurde, waren aber alle Besucher versorgt. Dem Kinovergnügen stand nichts mehr im Wege, zumal auch der Sound problemlos funktioniert hat. Von der Bundesnetzagentur wurde eigens für dieses Autokino eine Frequenz gemietet, die auf dem Messplatz über Autoradio zu empfangen war. Dass Fahrzeuge im Eco-Modus hier und da die Radioanlage abgeschaltet haben, hat man jeweils schnell in den Griff gekriegt, zog Nicolas Geiger am Samstag Bilanz.

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Insgesamt sei ohnehin alles reibungslos verlaufen und auch die Helfer, die bei Batterieproblemen zum Einsatz gekommen wären, hatten an diesem Abend nichts zu tun. Entsprechend positiv fielen die ersten Rückmeldungen aus, die schon am Samstagmorgen bei den Kinomachern eingegangen sind.

Notfalls soll im Autokino Pforzheim bis September durchgespielt werden

Nach der Premiere können sie nun ganz entspannt auf das Programm für die nächsten Tage schauen. Filme wie „Das perfekte Geheimnis“ (Montag), „Der Junge muss an die frische Luft“ (Dienstag) oder „Nightlife“ (Mittwoch) sollen über die Leinwand flimmern, jeden Tag, jeweils ab 21 Uhr. Einlass ist 90 Minuten vor Beginn.

„Wir werden auf jeden Fall diesen Monat durchspielen“, kündigte Christine Müh an. Notfalls auch noch bis September: „Je nachdem, wie sich die Situation weiter entwickelt.“