Das Schweigen im Bade: Die Südseite des Emma-Jaeger-Bades in der Pforzheimer Innenstadt gleicht rund ein Jahr nach der Schließung einem verwunschenen Garten. Die Stadtverwaltung ist mit ihrem Zeitplan zum Abriss in Verzug. Kann ein personeller Wechsel an der Spitze der Bäderverwaltung für Beschleunigung sorgen?
Das Schweigen im Bade: Die Südseite des Emma-Jaeger-Bades in der Pforzheimer Innenstadt gleicht einem verwunschenen Garten. Ende des Jahres soll es abgerissen werden. | Foto: str

Für modernes Kombibad

Bäderkrise: Neuer Schwimmbad-Investor in Pforzheim aufgetaucht

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Die Pforzheimer Bäderkrise als unendliche Geschichte? Der politische Ärger war groß, als das Rathaus unlängst vermeldete, dass sich auf das europaweite Interessenbekundungsverfahren für den Ausbau des Wartbergbades lediglich ein potenzieller Investor gemeldet hatte. Doch wie diese Redaktion erfuhr, ist jetzt ein weiterer Interessent aufgetaucht, der bereits einige Erfahrung im Bäderbereich vorweisen kann.

Eigentlich sind es die Grundpfeiler der im Januar verabschiedeten neuen Bäderstrategie: Die neuen Hallenbäder in der Pforzheimer City und und in Huchenfeld werden für rund 36 Millionen Euro mit öffentlichem Geld gebaut.

Und der Umbau des maroden Freibads auf dem Wartberg in ein modernes Kombibad soll von einem Investor übernommen werden. Bleibt ein solcher aus, ist Pforzheims einziges großes Freibad langfristig gefährdet.

Spärlicher Rücklauf auf europaweite Ausschreibung

Dass es mehr Nachfrage gibt, als es der spärliche offizielle Rücklauf nahelegt, bestätigt Markus Epple von der Pforzheimer Wirtschaftsförderung WSP. „Pforzheim ist für Investoren nach wie vor ein interessanter Standort. Das gilt auch für den Bäderbereich.“

Nach Kurier-Informationen steht in der kommenden Woche ein Vor-Ort-Termin mit einem Unternehmer aus der Schwimmbad-Branche an. Die Vorstellungen des Investors aus dem Rhein-Main-Gebiet decken sich allerdings nicht mit den aktuellen Ausschreibungsbedingungen.

„Grundsätzlich gilt, dass wir uns auch andere Vorschläge anhören und diese nach einer Vorprüfung an die zuständigen Kollegen in der Stadtverwaltung vermitteln“, sagt Wirtschaftsförderer Epple. Ebenfalls in der ersten Julihälfte soll mit dem einzigen Interessent aus dem offiziellen Verfahren ein Treffen stattfinden. Erster Bürgermeister Dirk Büscher hat Kontakt mit dem Interessenten aufgenommen.

Mehr zum Thema: Pforzheimer Gemeinderat beschließt Kompromiss in Bäderkrise

Rathaus Pforzheim: Gespräch ist anvisiert

„Ein gemeinsames Gespräch ist in der ersten Julihälfte anvisiert“, heißt es im Rathaus. Grundsätzlich seien auch mit weiteren Interessenten Gespräche denkbar. Auch mit dem Unternehmer aus Rhein-Main? Konkrete Informationen dazu erhält man derzeit nicht.

Nach Informationen von bnn.de  wird intern bereits angeregt, die Bedingungen wieder im Gemeinderat zu diskutieren und womöglich ändern zu lassen.

Nach jetzigem Stand soll ein Bäder-Investor in Pforzheim vor allem eines: zahlen. Weder über höhere Eintrittspreise noch durch eine Quersubventionierung durch die Entwicklung von Wohnungen bieten die aktuellen Rahmenbedingungen des Gemeinderatsbeschlusses vom Januar Spielraum.

Es gibt Investoren, aber wir müssen ihnen auch etwas bieten.

Uwe Hück (SPD)

Für die Apologeten der Investorenlösung um Hans-Ulrich Rülke (FDP) und Uwe Hück (SPD) ist dies der eigentliche Grund für das verhaltene Interesse. „Es gibt Investoren, aber wir müssen ihnen auch etwas bieten“, versichert Hück.

Unterdessen gehen die Arbeiten für die aus der öffentlichen Hand finanzierten Hallenbäder voran. Stadtsprecher Philipp Mukherjee: „Die Ausschreibung ist jetzt planmäßig gestartet.“ Die Abrissarbeiten der Ende 2018 geschlossenen alten Bäder soll noch 2020 beginnen.