Wer wird Eigentümer der Winzerhalle? Das soll sich beim Gerichtstermin am 23. Juli entscheiden. Die Gemeinde Keltern ist zuversichtlich, dass sie Recht bekommt. Foto: os

Termin am 23. Juli

Streit um die Winzerhalle: Jetzt entscheidet das Gericht

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Seit fast einem Jahr hängt der Streit um die Winzerhalle in Ellmendingen in der Luft – nun rückt eine Lösung näher. Am 23. Juli ab 10 Uhr will das Verwaltungsgericht in Karlsruhe seine Entscheidung verkünden. Das bestätigte Rolf Walz, Pressesprecher und Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht, auf Anfrage des Pforzheimer Kurier. Kelterns Bürgermeister Steffen Bochinger und Gemeindekämmerer Frank Kern wollen bei dem Gerichtstermin vor Ort sein.

Halle stark sanierungsbedürftig

Wie berichtet, hat die Weinbaugenossenschaft, die sich in Auflösung befindet, den Verkauf der Winzerhalle an ein Ehepaar aus Ellmendingen schon vertraglich festgelegt, als die Gemeinde ihr Vorkaufsrecht geltend gemacht hat. Das Paar hat dagegen geklagt. Hinzu kommt, dass die Halle stark sanierungsbedürftig ist und seit Ende des vergangenen Jahres aus Sicherheitsgründen geschlossen ist und für Veranstaltungen nicht genutzt werden kann. Aus dem Grund hat Mitte Juni wie berichtet auch das Weinhaus geschlossen, da der große Saal für den Verkauf und Veranstaltungen eine wichtige Rolle gespielt hat.

Bürgermeister gibt sich zuversichtlich

Bürgermeister Bochinger ist zuversichtlich, dass die Gemeinde am 23. Juli Recht bekommt. Dann übernimmt die Kommune im Kaufvertrag mit der Weinbaugenossenschaft die Rolle des Ehepaares. Wie viel die Genossenschaft für die Winzerhalle bekommt, sei nichtöffentlich, sagt Bochinger auf Nachfrage. Eine Einigung mit dem Ellmendinger Paar habe, bevor es vor Gericht ging, nicht erzielt worden können, erklärt der Bürgermeister. Die Vorschläge des Paars habe nicht den Vorstellungen des Gemeinderats entsprochen. „Wir sind uns einfach nicht näher gekommen“, so Bochinger.

Maßnahme wohl deutlich teurer als gedacht

Einen Bebauungsplan hat der Rat aber schon vor Jahren verabschiedet. Das Hauptaugenmerk bei der Sanierung liegt auf dem Boden der Winzerhalle. Wie dieser saniert werden soll, müsse mit einem Statiker besprochen werden – falls die Gemeinde Eigentümerin wird. Sanierungsbedürftig seien auch die Elektrik, die WCs und Sicherungen – hierfür wurden vor etwa vier Jahren nach einer Kostenschätzung vorsichtig 300.000 Euro veranschlagt – allerdings dürfte die Maßnahme deutlich teurer werden, so Bochinger. „Die Sanierung ist nicht einfach, die Kosten hängen auch von der Sanierungsmethode ab.“

Weinkönigin bleibt länger im Amt

Wenn alles nach Plan läuft, könnten die Arbeiten nach den Sommerferien vergeben und die Maßnahmen noch vor dem Winter angegangen werden. Das Ziel sei auf jeden Fall, dass das Weinfest im September 2020 wieder in der Winzerhalle stattfindet.

Das hofft auch Marco Kronenwett, Vorsitzender des Ellmendinger Musikvereins. Das  Fest am 7. und 8. September muss jedenfalls ausweichen und soll um und in der Alten Kelter stattfinden. Weitere Veränderungen sind, dass das Fest von drei auf zwei Tage verkürzt wird und dieses Mal keine neue Weinkönigin gekürt wird. Die amtierende Königin Nadine Schmid habe signalisiert, dass sie ein Jahr länger im Amt bleibt, so Kronenwett. Für die Planungssicherheit hofft er in Sachen Winzerhalle auf eine baldige Lösung.