DEUTLICH WENIGER AUSSTELLER hat die Baselworld: Auch die Zahl der deutschen Firmen ist gesunken: von 350 vor zehn Jahren auf 68. Darunter befinden sich 17 aus Pforzheim und dem Enzkreis – im Vorjahr waren es 32. | Foto: Christophe Chamartin/MCH

17 Firmen aus Raum Pforzheim

Baselworld auf Schrumpfkurs

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Geschrumpft und halbiert – so präsentiert sich die Baselworld, die am Donnerstag eröffnet wird. Nicht nur die Ausstellungsfläche und die Messedauer haben sich deutlich reduziert, sondern auch die Zahl der Aussteller: 600 bis 700 internationale Firmen aus der Schmuck- und Uhrenbranche – nur etwa halb so viele wie im vergangenen Jahr – stellen bei der Schmuck- und Uhrenschau bis 27. März ihre Neuheiten vor. Auch die Zahl der deutschen Firmen ist gesunken: von 350 vor zehn Jahren auf 68. Darunter befinden sich 17 aus Pforzheim und dem Enzkreis – im Vorjahr waren es 32.

Die Gründe für den Rückgang sieht der Bundesverband (BV) Schmuck und Uhren mit Sitz in Pforzheim nicht nur in den horrenden Kosten für die Aussteller – etwa durch hohe Standmieten. „Viele sind nicht mehr bereit, das zu bezahlen“, erklärt BV-Hauptgeschäftsführer Guido Grohmann. Hinzu komme, dass die Firmen auf der Messe nicht mehr die Umsätze machen wie noch vor zehn Jahren. Es werde weniger eingekauft, die Messe habe sich eher zu einer Kommunikationsplattform entwickelt.

Konzentration sei das Stichwort, stellte Messedirektorin Sylvie Ritter klar. Die Schmuck- und Uhrenbranche wandle sich. Durch diesen Konzentrationsprozess werden die großen Markenakteure gestärkt. Das wirke sich auch auf die Baselworld aus. Hier zeigen die „Elite der Branche“ und die wichtigsten Marken ihre Produkte. Aus Ritters Sicht gewinnt die Messe dadurch Profil und spiegle die Marktrealität wider.

Retro-Touch bei Uhren ist Trend auf Baselworld

Eine große Marke ist Chopard des Schmuckunternehmens Karl Scheufele. Die Firma mit Schmuckproduktion in Birkenfeld bei Pforzheim zeigt auf der Baselworld das Jubiläumsexemplar ihrer erfolgreichen Sportuhr – mit mobilen Diamanten, kombiniert mit Stahl und einem hausgemachten Uhrwerk. Gefragt sei bei den Herrenuhren seit längerem der „Retro-Touch“: „Das zieht wie wahnsinnig“, sagt BV-Geschäftsführer Grohmann.

 

Beim Schmuck werde mit Farben und Formen gespielt: etwa mit Farbsteinen, großen Ketten und großen Anhängern. Grohmann ist gespannt, wie sich die zuletzt gebeutelten Schweizer Uhrmacher auf der Messe präsentieren. Die Schweizer Uhrenindustrie sei wieder zurück, betonte der Aussteller-Präsident der Eidgenossen, Francois Thiebaud.

Zur Eröffnung der Baselworld präsentierte der Bundesverband auch die Umsatzzahlen für 2017: Die deutsche Schmuckbranche habe ein gutes Jahr gehabt, die Uhrenbranche dagegen ein riesiges Problem, so Grohmann. Der Umsatz beim Schmuck ist um 4,9 Prozent auf 379 Millionen Euro gestiegen, bei den Uhren um 6,6 Prozent auf 403 Millionen gesunken. Allerdings seien die Zahlen mit Vorsicht zu genießen, weil das Statistische Bundesamt nur Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern erfasst. Auch beim Außenhandel schwächelt die deutsche Uhrenindustrie. Die Ausfuhren sind rückläufig.