Empört sind viele Birkenfelder beim Blick auf den neuen Busfahrplan. Sie sind verärgert über veränderte Busverbindungen rund um Birkenfeld. Foto: SWEG

Linien-Kürzung in Birkenfeld

Beschwerden wegen Busverbindung

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Seinem Ärger über die veränderten Busverbindungen rund um Birkenfeld hat Cornelius Wasmund mit einer E-Mail an den Verkehrsverbund Pforzheim-Enkreis (VPE) und Müller-Reisen Luft gemacht. Aus Sicht des Birkenfelders hat sich die Qualität der Busverbindungen nach der Fahrplanumstellung am 9. Dezember verschlechtert. „Die Linien wurden komplett verändert, es herrscht das Chaos“, ärgert sich Wasmund im Gespräch mit dem Pforzheimer Kurier.

Es herrscht Chaos

Durch die Auftrennung der Hauptwegestrecken – nicht mehr jeder Bus fährt über den Birkenfelder Marktplatz und die Gräfenhäuser Straße – und die „massive Reduzierung“ der Linie 712 sei die Nutzung der Linien untragbar, so Wasmund. Durch die Zusammenstreichung der 712 kämen samstags und sonntags an der Haltestelle Wachholderstraße keine Busse mehr an. Die nächste Haltestelle sei für ihn mindestens zwölf Minuten entfernt, beklagt der Birkenfelder. Hinzu komme, dass die Linie nur noch vier Mal bis zum Pforzheimer Hauptbahnhof fahre. In den Nebenverkehrszeiten müsse er am Brötzinger Marktplatz und am Leopoldplatz umsteigen.

Birkenfeld ist der Dreh- und Angelpunkt

„Durch Birkenfeld führen weiterhin fünf Buslinien, der Ort ist nicht abgehängt, sondern der Dreh- und Angelpunkt“, erklärt Viktoria Müller, Geschäftsführerin von Müller-Reisen. Es sei richtig, dass die Anbindung an mancher Stelle von VPE und Landratsamt, die das Konzept des neuen Fahrplans erstellt haben, verkürzt wurde. Der Grund sei, dass die Linien entzerrt und andere Linienführungen verstärkt worden seien. Früher seien alle Busse über den Marktplatz durchs Zentrum gefahren, jetzt würden mehrere Seiten angefahren – etwa über den Arlinger und Heimig. Hierdurch würden viele profitieren, denn früher sei es nicht möglich gewesen, vom Arlinger mit dem Bus nach Birkenfeld zu kommen.

Auch „Dammfeld“ ist angebunden

Auch das interkommunale Gewerbegebiet Dammfeld sei jetzt angebunden, so Müller. Sie kann die Empörung nachvollziehen, denn die 712 wurde von vielen als „Birkenfelder Hauslinie“ betrachtet; jetzt kämen auch andere Fahrgäste in den Genuss einer Anbindung.
Kritisiert hat Wasmund auch, dass ein Busfahrer an der Haltestelle an der Alten Pforzheimer Straße nicht gehalten hat, sondern erst 300 Meter später. Matthias Gruber, Planungsleiter beim Verkehrsverbund, kann sich nicht erklären, warum das passiert ist. Das Landratsamt habe hier einen Stopp angeordnet. Gruber räumt ein, dass noch nicht alles gut laufe. Ärgerlich seien unter anderem Umleitungen in Schwann, worunter die Linien 715 und 717 leiden. Er selbst sei Zeuge geworden, dass ein Gelenkbus auf der Umleitungsstrecke trotz Parkverbots wegen zugeparkter Straßen hängen geblieben sei. Dadurch habe der Bus 25 Minuten Verspätung gehabt.

Anregungen werden gesammelt

Wasmund erwägt, auf seine Busmonatskarte zu verzichten und künftig aufs Auto umzusteigen, entschuldigt sich in seinem Schreiben aber für seinen teilweise scharfen Ton. Der hat den Mitarbeitern des Busunternehmens in den Wochen nach der Fahrplanumstellung zu schaffen gemacht, gesteht Müller. Zwei neue Mitarbeiter waren damit beschäftigt, die vielen Beschwerden, Anregungen und Verbesserungsvorschläge der Kunden zu sammeln. „Die laufen nicht ins Leere“, versichert die Geschäftsführerin. Das neue Konzept könne nach Bedarf noch optimiert und verbessert werden.

Online-Petition für Linie 712

Registriert werde auch, dass eine Online-Petition laufe, die erreichen will, dass die Linie 712 wieder dauerhaft verlängert wird. Was bei der Reduzierung der Linie eine Rolle gespielt habe, seien unter anderem die Taktierung aller Linien gewesen, außerdem die Lenkzeitbestimmungen des Fahrpersonals und die Kosten-Nutzen-Relation, so Müller. Dass das Wohngebiet „Gründle“ weniger angefahren wird, hänge mit der relativ schwachen Nachfrage zusammen, erklärt VPE-Planungsleiter Gruber. In Hauptverkehrszeiten fahre die 712 weiter direkt zum Pforzheimer Bahnhof.

Beratungsgespräch Mitte Januar geplant

Mitte Januar soll bei einem Treffen mit der Gemeinde, dem Landratsamt und Müller-Reisen abgeklärt werden, was geändert werden sollte.