Auf einem Parkplatz in Remchingen-Singen wurden in der Nacht zum ersten Advent mehrere Autos nebeneinander angezündet. Die Polizei verstärkte daraufhin die Ermittlungsgruppe „Lenkrad“.
Auf einem Parkplatz in Remchingen-Singen wurden in der Nacht zum ersten Advent mehrere Autos nebeneinander angezündet. Die Polizei verstärkte daraufhin die Ermittlungsgruppe „Lenkrad“. | Foto: Gress

Brandanschläge auf Autos

Nach Brandstiftungen in Pforzheim und im Enzkreis schweigt der mutmaßliche Täter

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Erst brannte es in Pforzheim, dann in Remchingen-Singen und zuletzt in Ersingen und Neuenbürg. Zwölf Tage nach den Serien-Brandanschlägen auf Autos scheint es, als könne die Region aufatmen: Am Wochenende präsentierte die Polizei einen Ermittlungserfolg.

Man habe am Freitagnachmittag einen 24-jährigen Mann in der Nähe seiner Wohnung im Enzkreis festgenommen und am Samstag dem Haftrichter vorgeführt, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Polizei und Pforzheimer Staatsanwaltschaft. Der Mann sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Und er schweigt.

15 ausgebrannte Autos könnten auf Konto des Tatverdächtigen gehen

Sollte es sich bei dem Mann um den Täter handeln, gehen 15 ausgebrannte Fahrzeuge auf sein Konto. Weitere fünf Autos wurden von den Flammen beschädigt, ebenso einzelne Gebäudeteile. Es entstand ein Sachschaden von mehreren hunderttausend Euro. Ob es sich um einen Einzeltäter handelt, ist derzeit nicht bekannt.

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In der ersten Brandnacht, in der am 26. November im Pforzheimer Stadtteil Maihälden fünf Autos angesteckt wurden, sahen Zeugen zwei Personen von einem brennenden Wagen weglaufen. Damals wurden vor allem hochwertige Autos abgefackelt, was zu vielen Spekulationen in sozialen Medien führte: Sozialneid stecke dahinter. Der oder die Täter könnten Klima-Aktivisten sein, so wurde gemutmaßt.

Bei allen Autos wurden Brandbeschleuniger eingesetzt

Die Polizei setzte die 15-köpfige Ermittlungsgruppe „Lenkrad“ ein, die im Zuge der Brandstiftungsserie auf 20 Personen aufgestockt wurde. In allen Tatnächten brannten die Autos kurz vor Mitternacht und es wurden jedesmal Brandbeschleuniger benutzt.

Die Polizei sprach von einem ähnlichen Modus Operandi – ohne sich festlegen zu wollen, ob sie vom selben Täter oder denselben Tätern ausgeht. Ein Bürger aus Neuenbürg hat gegen den oder die Täter Anzeige wegen versuchten Mordes erstattet.