NEUES RATHAUS, NEUE HERAUSFORDERUNG: Monika Müller vor dem Eingang des Rathauses in Pforzheim, wo sie in den vergangenen sieben Jahren als Sozialdezernentin tätig war.
NEUES RATHAUS, NEUE HERAUSFORDERUNG: Monika Müller vor dem Eingang des Rathauses in Pforzheim, wo sie in den vergangenen sieben Jahren als Sozialdezernentin tätig war. | Foto: str

Neuer Job in Wolfsburg

Bürgermeisterin Müller: Keine sichere Perspektive in Pforzheim

Gerüchte um ihre berufliche Zukunft gab es zuletzt viele, jetzt ist klar: Pforzheims Sozialbürgermeisterin Monika Müller zieht es nach Wolfsburg in Niedersachsen, wo sie als neue Dezernentin vorgeschlagen wurde. Im Gespräch mit BNN.de sagt die 43-jährige SPD-Politikerin, warum sie gerne geblieben wäre. 
Die SPD-Politikerin wurde von Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) als Dezernentin für die Bereiche Sport, Soziales und Gesundheit vorgeschlagen. Die Wahl im Rat der niedersächsischen Autostadt, die mit 124 000 Einwohnern ähnlich groß wie Pforzheim ist, soll am 20. Dezember stattfinden. „Für mich ist das eine spannende und reizvolle Aufgabe, auch vor dem Hintergrund, dass sie die Zuständigkeit für das Klinikum umfasst“, so Müller.

Müller bedauert Stellenwert der Sozialpolitik in Pforzheim

Nach VW ist das Wolfsburger Krankenhaus zweitgrößter Arbeitgeber der Stadt. Im Gespräch mit BNN.de ließ Müller auch Enttäuschung über den Stellenwert der Sozialpolitik in Pforzheim erkennen, die zuletzt oft nur noch als Kostenfaktor wahrgenommen worden sei. „Dabei ist Sozialpolitik eine wichtige Investition in den sozialen Zusammenhalt einer Stadt.“ Gerade dabei sei eigentlich Kontinuität wichtig, bedauerte Bürgermeisterin Müller ihren Entschluss, der aus ihrer Sicht aber notwendig ist. Offenbar vor allem deshalb, weil sie ihre Situation im Pforzheimer Rathaus als zu unsicher betrachtet.

OB Boch: Tolle Chance für Müller

Wird sie in Wolfsburg erwartungsgemäß gewählt, muss sich Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch voraussichtlich zum 1. April einen neuen Sozialdezernenten suchen. OB Boch lobte Müller in einer Stellungnahme „als kompetente und engagierte Fachpolitikerin“. Die Dezernenten-Position in Wolfsburg sei „sicher eine tolle Chance und in ihrem Zuschnitt eine spannende Herausforderung“.

Müller: Hätte auch Finanzressort übernommen

Ganz überraschend dürfte Müllers Entscheidung für den OB nicht gewesen sein. Müller ist seit März 2011 im Amt und hätte sich in rund einem Jahr wieder der Wahl im Gemeinderat stellen müssen. Sie habe Boch bereits im Sommer darüber informiert, dass „sie für sich und ihre Familie eine sichere Perspektive brauche“. Diese habe ihr der neue OB aber nicht vermitteln können, so Müller, die Boch unter anderem angeboten habe, das Finanzressort zu übernehmen. Darauf sei OB Boch aber nicht eingegangen.
Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch während einer Gemeinderatssitzung im Ratssaal
Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch während einer Gemeinderatssitzung im Ratssaal | Foto: str
Wie berichtet will der seit 1. August amtierende Rathauschef die Zuständigkeit für den Bereich Finanzen aus seinem Dezernat in ein anderes der vier Dezernate (siehe auch Stichwort) verlagern.
In seinem Wahlprogramm hatte Boch noch das Dezernat 4 dazu auserkoren. Dies müsse aber nicht in Stein gemeißelt sein, so Boch: „Es geht um ein in sich stimmiges Gesamtpaket.“ Im Kern gehe es darum, die Personalunion von Finanzbürgermeister und Oberbürgermeister aufzulösen, „so wie es in anderen Städten übrigens ganz selbstverständlich ist.

Oberbürgermeister will Dezernate neu ordnen

Zum weiteren Vorgehen teilte Boch mit: „Alle weiteren Entscheidungen müssen im Kontext der ja ohnehin geplanten Neustrukturierung von Zuständigkeiten gesehen werden. Wir brauchen hier ein in sich stimmiges Gesamtpaket, das von allen Dezernaten und dem Gemeinderat mitgetragen wird.“