Vor dem Haus in Mühlacker war eine Frau nach der Messerattacke ihres Mannes am 2. März 2018 tot zusammengebrochen. Der Täter wurde verurteilt. Das Urteil ist nun rechtsgültig. Archivfoto: igm

Mordfall in Mühlacker

Bundesgerichtshof weist Revision zurück

Anzeige

Der Mordfall in Mühlacker, bei dem ein Mann aus Syrien am 2. März 2018 seine von ihm getrennt lebende Frau erstochen hat, ist abgeschlossen. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat die Revision verworfen. Das hat Carolin Kley, Richterin und Pressesprecherin am Landgericht, am Dienstag auf Anfrage mitgeteilt.

Wie berichtet, wurde der 42-Jährige im Oktober von der Schwurgerichtskammer des Landgerichts zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Angeklagte hat daraufhin beim Landgericht Revision eingereicht.

Der Bundesgerichtshof hat überprüft, ob das Urteil ohne Verfahrensfehler zustande gekommen ist, alle Sachvorschriften eingehalten worden sind und die Revision schließlich verworfen. Das Urteil ist damit rechtskräftig, teilt das Landgericht weiter mit.

 

Hilfe zum BNN-Newsletter

Datenschutzerklärung

Richter sieht „niedere Beweggründe“

Der 42-Jährige hatte seine von ihm getrennt lebende Frau vor den Augen der beiden gemeinsamen Söhne in der Wohnung der Frau in Mühlacker erstochen. Für Richter Leonhard Schmidt war bei der Gerichtsverhandlung in Karlsruhe im Oktober klar, dass der Mann die Tat aus „niederen Beweggründen“ verübt hat.

Die 13-jährige Tochter fand ihre Mutter nach der Tat vor dem Haus liegend und alarmierte die Polizei. Der Täter flüchtete mit seinem ältesten Sohn. Die Polizei überwältigte den Mann vor dem Bahnhof in Mühlacker und nahm ihn fest.

Vor der Flucht filmte sich der Täter und rechtfertigte in dem Video die Tat, warnte darin alle syrischen Frauen und stellte es ins Internet. Der Clip wurde bald aus dem Netz genommen, der Mord sorgte jedoch überregional für Schlagzeilen und löste in der Stadt Entsetzen aus.

Das Motiv für die sei die Bestrafung der Frau für ihr „unbotmäßiges Verhalten“ stellte das Schwurgericht am Landgericht Karlsruhe bei der Verhandlung Anfang Oktober fest.

Streit drehte sich um Sorgerecht

Der Angeklagte und seine Frau waren vor vier Jahren getrennt voneinander mit jeweils zwei Kindern nach Deutschland geflüchtet. In Deutschland ging die Ehe in die Brüche; zuletzt lebte der älteste Sohn beim Vater im Schwarzwald-Baar-Kreis.

Die Tochter und zwei Söhne im Alter von sieben und neun Jahren wohnten bei der Mutter, die einen neuen Lebensgefährten hatte. Weil der Vater seinen Sohn vernachlässigte, drohte er, das Sorgerecht und die damit verbundenen Transferleistungen zu verlieren.

Seiner von ihm getrennt lebenden Frau bot er an, das Sorgerecht gegen eine Zahlung von 3.000 Euro zu übertragen. Um das Sorgerecht dreht sich auch der Streit, der zu den tödlichen Messerstichen führte.  Dass der Angeklagte bei seiner Attacke in Tötungsabsicht gehandelt hatte, daran gab es für die Schwurgerichtskammer keine Zweifel.