Die Stadtbahn von Ittersbach nach Ettlingen und Karlsruhe soll künftig von Bussen aus dem Enzkreis halbstündlich angesteuert werden. Darüber hinaus sollen ab Ende 2018 die stark genutzten Achsen rund um Straubenhardt stärker ausgebaut werden. Foto: Archiv/PK | Foto: PK

Änderungen bei Buslinien

„Busse müssen schneller werden“

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Ein großes Paket schnürt der Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis (VPE) beim Ausbau der Buslinien im Enzkreis. Wenn Ende dieses Jahres und Ende 2018 Konzessionen für den Betrieb einiger Buslinien ablaufen, will der VPE die Gelegenheit nutzen, das Angebot auf manchen Linien zu verbessern und Lücken zu schließen, erklärt Planungsleiter Matthias Gruber.

Verbindung wird aufgestockt

So sollen die Busse der Linie 707 zwischen Mühlacker/Mühlhausen, Illingen, Vaihingen und Roßwag ab Dezember 2017 durchgehend fahren – montags bis freitags stündlich und samstags im Zwei-Stunden-Takt. Ebenfalls ab Ende des Jahres fährt die Linie 666 von Pforzheim nach Weil der Stadt montags bis freitags 21-mal statt wie bisher 18-mal. Auf der Gegenstrecke verkehren die Busse noch einmal mehr. Ein zusätzlicher Kurs soll es kurz vor 22 Uhr von Pforzheim nach Hausen geben. Aufgestockt wird die Verbindung auch samstags: Die Niederflurbusse fahren dann 14- statt zwölfmal.

Achse um Straubenhardt weiter ausgebaut

Ab Dezember 2018 soll auch eine der am stärksten genutzten Achsen rund um Straubenhardt weiter ausgebaut werden mit Linien von Pforzheim über Birkenfeld, Neuenbürg Wilhelmshöhe, Schwann, Conweiler, Langenalb nach Ittersbach. Alternativ fahren die Busse auch über Pfinzweiler, Feldrennach oder Gräfenhausen, Arnbach, Ottenhausen und von Pforzheim über Arnbach, Schwann, Dennach und Dobel nach Bad Herrenalb.

Im Halbstundentakt zur Stadtbahn

In Ittersbach soll künftig der halbstündliche Anschluss an die Stadtbahn in Richtung Ettlingen und Karlsruhe hergestellt werden. Alle Linien sollen stündlich fahren mit einem Halbstundentakt von Pforzheim bis Conweiler und Anbindung des Gewerbegebiets „Hube“, sagt Gruber. Zwischen Pforzheim und Birkenfeld soll es sogar eine im Viertelstundentakt geben. Auch die Straubenhardter Ortsteile untereinander werden künftig besser vernetzt, so der Planungsleiter. Änderungen gibt es ab Ende 2018 auch bei den Betriebszeiten: Der erste Bus kommt aus Straubenhardt in Pforzheim um 5.30 Uhr an und in umgekehrter Richtung startet der erste Bus in der Goldstadt um 5 Uhr und fährt im Halbstundentakt bis 23.30 Uhr. Diesen Takt soll es von Pforzheim auch nach Gräfenhausen und Arnbach geben. Von hier gibt es dann eine Direktverbindung nach Schwann, Dennach und Dobel, und auch das interkommunale Gewerbegebiet „Dammfeld“ in Birkenfeld wird stündlich angebunden.

Gelenkbusse sollen Kapazität erhöhen

Eine Neuerung ist auch, dass die Busse nicht nur werktags, sondern auch sonn- und feiertags stündlich nach Dobel fahren. Um die Kapazität zu erhöhen, werden Gelenkbusse eingesetzt, sagt Gruber.
Ein neues Konzept für das Heckengäu könnte je nach Finanzierungslage auch schon vor Ende 2018 umgesetzt werden. Es sieht unter anderem halbstündliche Verbindungen aus Friolzheim, Heimsheim, Mönsheim und Wimsheim zu Porsche in Weissach vor und den Anschluss von Tiefenbronn an die S-Bahn in Leonberg.

Wir wissen noch nicht, wer wo fährt

Die Neuerungen hat der VPE mit dem Landratsamt Enzkreis ausgearbeitet und sich auch mit den jeweiligen Gemeinden und Schulen abgesprochen. Wer die Linien künftig betreibt, nachdem die Konzessionen abgelaufen sind, sei noch nicht klar, so Gruber, und müsse erst noch ausgeschrieben werden: „Wir wissen noch nicht, wer wo fährt.“ Der Busverkehr im westlichen Enzkreis werde um 50 Prozent erhöht, sagt Hartin Müller, Chef von Müller-Reisen und Geschäftsführer der Verkehrs- und Beratungsgesellschaft Privater Omnibusunternehmer Pforzheim/Enzkreis (VPO).

Staus behindern Busse

Müller hätte sich jedoch gewünscht, bei der Planung stärker eingebunden zu werden und hält den Einsatz von Gelenkbussen stellenweise für „überdimensioniert“. „Busse müssen schneller werden“ und schneller aus der Stadt und den Gemeinden rein- und rauskommen, fordert der VPO-Geschäftsführer. Das schönste Angebot bringe wenig, wenn die Busse ständig im Stau steckten oder auf zugeparkten Straßen nicht vorankommen. Busspuren würden hier möglicherweise helfen, allerdings gebe es in Pforzheim heute weniger als früher.