Weniger Verkehr dürfte es an diesem Mittwochmorgen am Pforzheimer Leopoldplatz geben. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG hat einer Mitteilung zufolge die Busfahrer von Regionalbusverkehr Südwest zum Streik aufgerufen. Betroffen sind laut Gewerkschaft der Stadtbusverkehr sowie der Enzkreis. | Foto: str

Kurzfristig angekündigt

Busstreik trifft Pforzheim am Mittwoch mit Wucht

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Ein fünfstündiger Warnstreik wird am Mittwochmorgen den Pforzheimer Busverkehr aller Voraussicht nach mit voller Wucht treffen. Die Arbeitsniederlegung auf Aufruf der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft ist von 4 bis 9 Uhr geplant. Leidtragende sind neben Pendlern somit auch Schüler. Im kompletten Verkehrsgebiet Pforzheim-Enzkreis ist mit Verspätungen und Ausfällen zu rechnen.

Bestreikt wird die Bahntochter Regionalbusverkehr Südwest (RVS). In anderen Regionen gilt laut Pressestelle der Bahn in Stuttgart ein Richtwert von 50 Prozent Fahrtausfällen bei Streiks, weil man den Verkehr auch über Auftragsunternehmer abwickle. Der Wert von 50 Prozent könnte an diesem Mittwoch für den RVS-Bereich mit Neuenbürg, Mühlacker, Bretten und Weil der Stadt gelten. Die Auftragsunternehmer fahren laut RVS-Prognosen wie gewohnt, haben aber nicht genügend Kapazitäten, um alle ausfallenden Fahrten aufzufangen.

Pforzheim ist Sonderfall

Pforzheim ist indes ein Sonderfall. „Pforzheim fährt Bus“ wird laut Bahn fast ausschließlich mit eigenen Leuten betrieben. Daher könnte die ganze Stadt massiv betroffen sein, schätzt ein Bahnsprecher. Zu den Gründen des Streiks will sich die Bahn nicht äußern. Nur so viel: Eine neue Gesprächsrunde sei bereits für Mitte März vereinbart. Es seien Grundsatzfragen zu klären.

Auch Hälfte der Fahrten im Enzkreis könnte ausfallen

Der Warnstreikaufruf der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gilt für den Gesamtbereich der Niederlassung Pforzheim mit den Bereichen Pforzheim, Bretten, Neuenbürg, Mühlacker und Weil der Stadt – also im gesamten Bereich des Verkehrsverbundes Pforzheim-Enzkreis und für den gesamten Stadtverkehr Pforzheim. „Die Geschäftsführung lässt uns leider keine andere Wahl“, findet der zuständige Gewerkschaftssekretär Frank-Michael Hänel. Trotz gegenteiliger Ankündigungen ist laut seiner Darstellung in den Tarifverhandlungen bislang kein Angebot vorgelegt worden. „Auch nach dem sehr erfolgreichen Warnstreik vom Dienstag letzter Woche hüllt sich die Geschäftsführung in Schweigen.“ Das sei nicht weiter hinnehmbar.


EVG muss Druck aufbauen

Die Forderung der EVG in dem Streit, der nun auch Pforzheim trifft, sieht vor, dass die Lohnstruktur an das landesübliche Entgeltniveau angepasst wird, mindestens soll es 300 Euro mehr geben. „Wir fordern mehr vom EVG-Wahlmodell.“ Letztes Jahr hätten mehr als 100 Busfahrer bei RVS gekündigt, weil bei privaten Unternehmen besser bezahlt werde. Die EVG müsse nun Druck aufbauen. Die Bahn empfiehlt Fahrgästen, sich vor Fahrtantritt zu informieren.