Freude bei Vorlagengeber und Vollstrecker: Fatih Ceylan (rechts) jubelt mit Joao Tardelli, der seine Flanke zum 1:0-Siegtreffer des 1. CfR Pforzheim ins Tor köpfte. | Foto: Rubner

Fußball-Oberliga

CfR freut sich über Heimsieg gegen Neckarsulm

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Von Harald Funke

„Geht das schon wieder los“, war von einigen CfR-Fans in der sechsten Spielminute der Oberliga-Begegnung 1. CfR Pforzheim gegen die Neckarsulmer Sport-Union (1:0) seufzend zu vernehmen. Nach einem sehenswerten Angriff nämlich brachten die Goldstädter den Ball aus aussichtsreicher Position wie schon zuletzt gegen Bahlingen wieder einmal nicht im gegnerischen Tor unter. Tim Oman, der zum Teil gute Ansätze zeigte, schien nach schöner Ballstafette über Julian Grupp, Stanley Ratifo und Kreshnik Lushtaku aus fünf Metern vor dem leeren Tor die Zuversicht abhanden gekommen zu sein, seine Chance zu verwerten. Völlig unbedrängt schoss der slowenische Neuzugang über das Gehäuse. „Klassisches Stürmerrisiko“, meinte CfR-Offensivmann Lushtaku nach der Partie lakonisch, „wenn man keine Tore auf dem Konto hat, fehlt einem vielleicht manchmal der Mut.“

CfR-Akteur Kreshnik Lushtaku hinterlässt guten Eindruck

Lushtaku, der mit Oman und Ratifo die Offensivqualität des verletzungsbedingt fehlenden CfR-Kapitäns Dominik Salz (Muskelriss im rechten Knie) kompensieren musste, hinterließ von den Angreifern noch den besten Eindruck. Sein Offensivkollege Ratifo aber war gegen den Tabellensiebten aus der Motor-Industriestadt am Neckar lediglich ein Schatten seiner selbst; er konnte sich kaum einmal nennenswert durchsetzen. „Kreshnik hat seine Sache wirklich sehr, sehr gut gemacht“, lobte CfR-Coach Gökhan Gökce den Bruder des noch verletzten, aber wieder ins Mannschaftstraining eingestiegenen Kushtrim Lushtaku. „Er wurde nur nicht gut genug bedient“.

 

Pforzheims Ceylan bedient Tardelli mustergültig

Gut, wenn nicht gar hervorragend bedient, hatte in Minute 78 der eingewechselte Pforzheim-Heimkehrer Fatih Ceylan seinen Mitspieler Joao Tardelli. Der lauffreudige Sechser des CfR bekam Ceylans Sahne-Eckstoß punktgenau auf den Kopf serviert und vermochte die Chance aus acht Metern mustergültig zum entscheidenden 1:0-Siegtreffer ins rechte untere Eck zu verwerten.

Das war im Prinzip genau wie früher

„Das war im Prinzip genau wie früher, als Fatih und mir so etwas immer mal wieder gelungen ist“, sagte der Siegtorschütze zum Zustandekommen des Treffers. Auch CfR-Chef Markus Geiser erinnerte das Tor an frühere Zeiten. „Das war die 2014/15er-Variante. So sind wir damals aufgestiegen. Bei unseren drei Saisonniederlagen bisher war es für uns oft wie verhext, aber heute hatten wir mal das Glück“, sagte er.

Pforzheims Trainer Gökce mit Abwehrleistung nicht zufrieden

Es war aber nicht nur der Lucky Punch der Pforzheimer durch Tardelli, dem der CfR den schmeichelhaften Sieg zu verdanken hatte, sondern auch die vielen brenzligen Situationen in der Pforzheimer Hintermannschaft, die allesamt glimpflich ausgingen. Gökce zeigte sich mit der Abwehrleistung trotz des Resultates denn auch insgesamt unzufrieden: „Entweder wir waren zu spät an den Männern oder wir haben uns zu früh rausziehen lassen“, lautete seine kritische Bilanz zum Pforzheimer Defensivverhalten.
Überhaupt mochte sich Gökce vom 1:0 nicht blenden lassen. „Das waren gegenüber unseren guten Spielen gegen Bayer Leverkusen und Bahlingen vielleicht 50 Prozent, die wir abrufen konnten“, sagte er und stellte in Anbetracht des gut gelaunten Publikums im Pressezelt des CfR resignierend fest: „Beim Fußball zählt doch einfach nur das Gewinnen.“