"Eigentlich müssen wir hier als Sieger vom Platz", haderte CfR-Trainer Gökhan Gökce mit der Niederlage. | Foto: Rubner

Fußball-Oberliga

CfR hadert nach unnötiger Pleite

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Von Harald Funke

Es hätte die Szene des Fußball-Oberligaspiels des 1. CfR Pforzheim bei der Neckarsulmer Sport-Union sein können: CfR-Offensivmann Kreshnik Lushtaku spielte seine ganze Klasse aus, verlud einen Gegenspieler und schoss aus 18 Metern platziert und unhaltbar für NSU-Schlussmann Marcel Susser ins rechte untere Eck zum 1:0 für die Goldtädter (19.).

Pforzheims Lushtaku trifft zur Führung

Doch nicht der technisch versierte Lushtaku verließ den Kunstrasenplatz an der Sulm als Matchwinner, sondern der für die Neckarsulmer eingewechselte Joker Alexander Albert, der den Goldstädtern in den letzten Spielminuten mit einem Doppelpack den Garaus machte. Zunächst verwertete Albert einen Abspielfehler des ansonsten souverän agierenden CfR-Innenverteidigers Bogdan Cristescu (86.), dann köpfte er in der Nachspielzeit ein Flanke zum 2:1-Endstand (90.+2) ein.

Selbst der Gegner räumt Pforzheims Überlegenheit ein

„Wir hätten es heute verdient gehabt“, sagte Lushtaku nach der Partie, „die Neckarsulmer haben in der ersten Halbzeit gar keine Sonne gesehen.“ Zwar starteten die Gastgeber mit viel Esprit, waren den taktisch gut eingestellten Goldstädtern aber spätestens nach Lushtakus Führungstreffer deutlich unterlegen. Das erkannte auch NSU-Mittelfeldmann Marius Klotz an: „Nach dem Tor waren die Pforzheimer absolut spielbestimmend. Da hat keiner von uns dran geglaubt, dass wir das Spiel hier nochmal drehen können.“

CfR spielt Konter nicht clever genug zu Ende

Dass den Neckarsulmern dies doch gelang, war aus CfR-Sicht aber keinesfalls lediglich eine Verkettung unglücklicher Umstände. Es waren vielmehr die nicht exakt zu Ende gespielten Konter der Pforzheimer über Zinram, Oman und Dominik Salz, aus denen man hätte Kapital schlagen und auf 2:0 erhöhen müssen.

Pforzheim baut den Gegner wieder auf

„Wir haben drei, vier Konter nicht clever genug ausgespielt“, kritisierte Spielertrainer Fatih Ceylan. Auch CfR-Coach Gökhan Gökce befand: „Da muss das 2:0 fallen. Eigentlich müssen wir hier als Sieger vom Platz.“ Und wie das nach vergebenen Chancen oft so ist: Die mentale Überlegenheit schwindet, der Gegner erstarkt und kommt seinerseits zu Möglichkeiten.

Wir hatten ein Kopf-Problem. Die ganze Mannschaft muss wollen

Nach dem für Neckarsulm glücklich zustande gekommenen 1:1 drängten nur noch die Gastgeber. „Wir hatten den absoluten Willen“, sagte Klotz, „wollten nach dem Ausgleich hier unbedingt den Sieg erzwingen.“ Genau das vermisste man auf Pforzheimer Seite. „Was bringt es, wenn nur Julian Grupp und zwei, drei andere alles reinwerfen“, monierte Ceylan, „und von den anderen kommt nichts. Wir hatten ein Kopf-Problem. Die ganze Mannschaft muss wollen.“