Bröckelnde Rückendeckung? CfR-Sportvorstand Torsten Heinemann (links) und Vorsitzender Markus Geiser möchten die sportliche Krise des CfR „in alle Richtungen“ analysieren. Für Trainer Gökhan Gökce (rechts) gibt es - vorerst - Rückendeckung.. | Foto: Rubner

Fußball-Oberliga

CfR-Pforzheim-Chefs kündigen „genaue Analysen“ zur Talfahrt an – auch Gökce in der Kritik

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Der mutlose Auftritt des 1. CfR Pforzheim und die Wutrede von Trainer Gökhan Gökce (der Kurier berichtete) beim Fußball-Oberligaderby gegen den FC Nöttingen (0:2) erhitzen noch immer die Gemüter. Nun äußerte sich auch Vereinsvorsitzender Markus Geiser gegenüber dieser Zeitung – und spart nicht mit Kritik, auch am Trainer.

CfR-Voristzender Geiser nimmt Gökce in Schutz – teilweise

„Das Derby zu verlieren, ist immer schlecht. Aber die Art und Weise darf so nicht sein. Einsatz, Fleiß und teilweise spielerische Qualität, das war zu wenig in Anbetracht der Möglichkeiten“, sagt Geiser. Schon der Vorletzte Friedrichstal vor einer Woche sei „uns läuferisch überlegen“ gewesen. Strategie, Fitness, Einsatz, auch mangelndes Problemverständnis auf der Pressekonferenz („das war sicher nicht seine glücklichste Pressekonferenz“) – all das könnte man dem Trainer direkt anlasten. Geiser möchte „keine Schnellschüsse“ wagen, stellt sich gegen Rücktrittsforderungen, die von frustrierten CfR-Anhängern noch vor Ort geäußert wurden. „Wir alle machen Fehler. Der Trainer hat eine Idee, der sieht ja auch etwas im Training. Wenn es dann in die Hose geht, ist das der einsamste Job“, so Geiser.

Geiser: „Müssen jetzt in Ruhe analysieren“

Die hundertprozentige Rückendeckung fehlt dennoch. „Wir müssen das jetzt in Ruhe analysieren“, stellt Geiser klar. Zur Taktik und der umstrittenen Entscheidung für Dominique Jourdan auf der Sechs merkt er an: „Das hat gegen Friedrichstal auch funktioniert. Da haben wir kein Tor bekommen.“ Aber auch vorne keines geschossen gegen den 17. der Liga. „Wenn man kein Tor kassiert, verliert man schon einmal nicht“, sagt Geiser weiter. Es ist eine andere Art von Aussage, als man sie noch im Winter hörte, als man in den Meisterschaftskampf eingreifen wollte. „Wir müssen schauen, dass wir im sportlichen Bereich reagieren“, sagt dann auch Geiser.

CfR-Sportvorstand Heinemann kritisiert Einstellung der Spieler

Für Sportvorstand Torsten Heinemann bleiben die Spieler in der Hauptverantwortung. „Für mich war da keine Körpersprache. So darfst du dich auf keinen Fall präsentieren“, sagt er weiter. „Egal ob Derby oder nicht.“ Und wenn sich die Welt auf dem Platz gegen den CfR verschwört? „Dann muss man dem Gegner erst recht den Kampf ansagen.“ Das aber sei nicht geschehen. „Mir geht es zu allererst um den Einsatz, Taktik hin oder her.“ Immerhin kenne Heinemann die Qualitäten der Spieler, die er an die Enz geholt hat, beispielsweise die von Jourdan, der eigentlich als Innenverteidiger geholt wurde, und der gegen den FCN unglücklich im Mittelfeld agierte. „Ich bin enttäuscht davon, was bei uns von dieser Qualität ankommt. Wir müssen analysieren, woran es liegt“, erklärt der Sportvorstand. Also in alle Richtungen, inklusive Trainer? „So ist es doch immer im Fußball“, sagt Heinemann.