Keine Durchschlagskraft haben die CfR-Torjäger Bogdan Cristescu (blau, von oben), Dominik Salz und Stanley Ratifo gegen Marcel Höniges und Germania Friedrichstal entwickelt. | Foto: Waidelich

Fußball-Oberliga

CfR Pforzheim trifft gegen Germania Friedrichstal das Tor nicht

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„Das war ein typisches 0:0-Spiel“, sagte Pforzheims Mittelfeldmann Joao Tardelli nach dem torlosen Remis seines CfR gegen den FC Germania Friedrichstal, der in seinem 13. Auswärtsspiel seinen allerersten Oberliga-Auswärtspunkt in dieser Saison einfahren konnte. Man möchte ihm Recht geben, wären da nicht die vielen ungenutzten Torchancen gewesen, die seine Mannen gegen den Aufsteiger aus Stutensee ausließen. Die schönste hatte Tardelli selbst per Fallrückzieher, den Germania-Keeper Sören Hemmelgarn gerade noch von der Linie kratzen konnte (43.).

Torwart Hammelgarn rettet Friedrichstal immer wieder

Es hätte ein torreicher Nachmittag werden können, aber nicht nur die Pforzheimer ließen, wie schon so oft in dieser Saison, ihre Chancen liegen. Auch die Gäste vergaben sämtliche Möglichkeiten. Entweder ging der Ball ans gegnerische Gebälk – FCG-Stürmer Patrick Rödling traf den Außenpfosten (29.) – oder die Torhüter erwiesen sich als unüberwindbare Hindernisse. Sowohl CfR-Keeper Manuel Salz vereitelte mit überragenden Reflexen zahlreiche Chancen (38.,61.,94.), als auch Hemmelgarn (23.,43.,50.,73.), der „wohl das Spiel seines Lebens machte“, wie Tardelli anmerkte. „Klar, bei Eins-zu-eins-Situationen habe ich schon ganz gut reagiert, doch heute hat unsere gesamte Defensive einen guten Job gemacht“, gab sich Hemmelgarn bescheiden.

Beim CfR kommen wenige Pässe an

Was die vielen Torchancen und auch die guten Ansätze einiger technisch befähigter CfR-Spieler wie Johnathan Zinram angeht, war es tatsächlich kein typisches 0:0-Spiel. Doch war das Passspiel für die 236 Zuschauer teils nur schwer zu ertragen. Immer wieder versprangen Bälle, wurden vertendelt oder kamen nicht an – auf beiden Seiten, und das lag nicht nur am Pforzheimer Rasen.

CfR steckt im Mittelmaß fest

Im Gegensatz zu den Friedrichstalern, die „seit Jahresbeginn Morgenluft wittern“, wie Hemmelgarn anmerkte, also seitdem der ehemalige Nöttingen-Coach Dubravko Kolinger das Zepter übernommen hat, scheint bei den Goldstädtern etwas die Luft raus zu sein. Im Tabellen-Mittelfeld „hat bei uns nicht jeder für jeden gekämpft“, wie Zinram kritisch anmerkte.

Pforzheims Trainer Gökce: „Das war viel zu wenig“

Auch CfR-Coach Gökhan Gökce befand: „Das war viel zu wenig. Insbesondere in der ersten Halbzeit waren wir viel zu passiv.“ Im Oberliga-Nachholspiel gegen den FC Nöttingen am Mittwoch muss der CfR also noch eine kräftige Schippe drauflegen. „Das Derby wollen wir unbedingt für uns entscheiden“, meinte Zinram.

Von Harald Funke