Freuen sich auf den Start der multireligiösen Kita Irenicus: Sabine Jost (links) und Clarissa Lethaus Kita Irenicus | Foto: Ehmann

Kommunalpolitik

Clarissa Lethaus leitet interreligiöse Kita in Pforzheim – Fachkräfte dringend gesucht

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30 Jahre Berufserfahrung als Erzieherin, wovon sie acht Jahre bei deutschen und internationalen Kitas im Ausland arbeitete, machen Clarissa Lethaus aus Sicht der sieben Kita-Träger zur idealen Leiterin von Irenicus.

Die 49-jährige Dortmunderin freut sich auf den Start der bundesweit ersten interreligiösen Kindertagesstätte im März. „Für mich vereint diese Aufgabe Beruf und Privates“, sagt sie. In ihrem Leben habe Religion schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Lethaus hat Kinder aller Altersgruppen sowie Mutter-Kind-Gruppen und Wohngemeinschaften mit Jugendlichen betreut.

Kita steht und fällt mit der Leitung

„Eine Kita steht und fällt mit der Leitung“, erklärt Diakoniechefin Sabine Jost, die auch Geschäftsführerin von Irenicus ist. Lethaus hatte sich unter drei Bewerberinnen durchgesetzt. Bei ihrer Arbeit in Shanghai, Sri Lanka, Malaysia und Ägypten ist ihr neben dem Buddhismus besonders auch der Islam vertraut geworden. Die vergangenen zwei Jahre arbeitete sie am katholischen Kindergarten Sonnenhof.

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Besonders Konzept der Kita

Künftig werden Lethaus und ihr Team es auch mit jüdischer und jesidischer Religion zu tun haben. Denn dies entspricht dem Konzept der neuen Kita, die genauso viele Träger hat wie seine künftigen Besucher Religionen mitbringen. Im Idealfall spiegelt sich die Religionsvielfalt bei den Erzieherinnen wider.

Fachkräfte dringend gesucht

Noch suchen Jost und Lethaus händeringend nach pädagogischen Fachkräften. Diese unter dem Jahr zu bekommen, stellt sich momentan als Hauptproblem dar. Doch trudelten derzeit ständig mehrere Bewerbungen ein. Auch Auszubildende hätten Interesse gezeigt.

Mit mindestens einer Gruppe geht es am 16. März los

Daher sind Jost und Lethaus zuversichtlich, zum nächsten Kita-Jahr im September mehr Personal zu haben. Die Kita startet zunächst mit mindestens einer Gruppe. „Wir fangen klein an“, sagt Jost. Später soll Irenicus 100 Kinder aufnehmen in sechs Gruppen, darunter zwei Krippen.

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Es wird ein großes Team

Die Kita steht auch Mädchen und Jungen ohne Konfession offen. Jost rechnet mit rund 25 pädagogischen Fachkräften mit unterschiedlichen Deputaten. Auch die Stelle einer Hauswirtschaftsfachkraft sei ausgeschrieben. „Es wird ein sehr großes Team.“

Eröffnung in der „Woche der Brüderlichkeit“

Die Eröffnungsfeier von Irenicus ist für 13. März, 10 Uhr, geplant – während der Woche der Brüderlichkeit. Der Betrieb wurde vorsichtshalber nach hinten auf den 16. März verschoben, falls es mit der Bauabnahme Mitte Februar nicht klappen sollte.

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40 Eltern auf Vormerkliste

Das Haus in der Irenicusstraße ist nicht nur zentral gelegen, es ist auch nahe der Enz und verfügt schon jetzt über einen grünen Garten. 40 Eltern haben sich auf die Vormerkliste setzen lassen. Mit ihnen werden nun Gespräche geführt und dabei das vorläufige Konzept vorgestellt.

Irenicus heißt Frieden

Die Eltern sind aber dazu aufgerufen, es gemeinsam mit den Erzieherinnen weiter zu entwickeln. In der Kita Irenicus – das griechische Wort bedeutet Friede – gibt es im ersten Obergeschoss einen „Marktplatz der Religionen“, wo sich jede Religion darstellen kann.

Außerdem soll es im Haus Sprachkurse für Eltern geben. Derzeit stellt Leiterin Lethaus einen Terminkalender mit religiösen Festen zusammen. „Es gibt viel zu feiern“, weiß sie schon jetzt.

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Friedenstauben für Patenschaften

Außerdem bieten die Träger Patenschaften an. Für einen monatlichen oder jährlichen Beitrag erhalten Paten symbolisch Friedenstauben, die im Foyer aufgehängt werden sollen.