Eine Halle voller Bücher und Besucher – das wird es beim Basar in der Bilfinger Kämpfelbachhalle im September wahrscheinlich nicht geben. Archivfoto: Ochs

Entscheidung fällt Ende Juli

Corona-Aufwand lohnt sich nicht: Bücherbasar in Bilfingen steht auf der Kippe

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Dutzende Besucher, die in einer Halle nebeneinander in Bücherkisten stöbern – das ist momentan kaum denkbar. Deshalb ist es fraglich, ob der alljährliche Bücherflohmarkt am 19. und 20. September in der Bilfinger Kämpfelbachhalle tatsächlich stattfindet. Die Eisenbahnfreunde in Dillweißenstein gehen dagegen davon aus, dass sie ihren Bücherbasar wie geplant Anfang November veranstalten können.

„Es sieht derzeit so aus, als ob der Bücherflohmarkt nicht stattfindet“, sagt Rainer Wessinger auf Anfrage dieser Redaktion. Wie berichtet, leitet Wessinger gemeinsam mit seiner Frau Edeltraud die katholische öffentliche Bücherei „Heilige Dreieinigkeit“ in Bilfingen noch bis Ende 2021. Um die Organisation des Markts kümmert sich bereits das Nachfolger-Trio Felix Ams, Anna Gurkicher und Isabell Sartissohn.

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Nachfolger-Trio kümmert sich um Organisation

Die Bücherei habe sich bei der Gemeinde erkundigt, ob der Basar stattfinden könne. Da hieß es, es spreche nichts dagegen, es müssten jedoch die Sicherheitsauflagen eingehalten werden, so Wessinger. Allerdings habe ein Teil des ehrenamtlichen Teams schon signalisiert, aus Angst vor dem Corona-Virus nicht beim Büchermarkt mit Kaffee-Ausschank in der Kämpfelbachhalle mithelfen zu wollen. „Das ist ein Problem, denn es braucht jede Hand“, sagt Wessinger.

50 bis 60 Besucher dürften in die Halle

Das Café dürfe nicht öffnen, nur maximal 50 bis 60 Besucher könnten in die Halle und durch den vorgeschriebenen Abstand würde die Hälfte der Fläche wegfallen. „So lohnt sich der Aufwand nicht“, betont Wessinger. Dabei rechnet die Bücherei fest mit den Einnahmen aus dem Bazar. Rund 6.000 Euro an Erlösen aus dem Verkauf von Büchern, Kaffee und Kuchen hat die Bücherei im vergangenen Jahr eingenommen. Ende Juli will das Organisations-Trio sagen, ob die Veranstaltung am 19./20. September stattfindet oder nicht.

Ich würde den Basar absagen

Büchereileiter Rainer Wessinger

Für Rainer Wessinger ist aber klar: „Ich würde sie absagen.“ Grund ist der befürchtete Engpass am ersten Veranstaltungstag. Kurz nach Öffnung strömten bisher immer 200 bis 300 Besucher in die Halle. Die meisten von ihnen vor der Halle warten zu lassen sei auch keine Option. Falls der Markt nicht stattfindet, werden die gespendeten Bücher bis zum Bücherflohmarkt 2021 im Lager in Eisingen bleiben.

Büchermarkt im Weißensteiner Bahnhof soll stattfinden

Der Büchermarkt im Bahnhof Weißenstein soll dagegen wie geplant vom 1. bis 5. November stattfinden. Die beliebte Veranstaltung lockt jedes Jahr Tausende von Lesebegeisterten an und gilt als größter Büchermarkt in der Region Nordschwarzwald. Die Vorbereitungen laufen und im September soll geprüft werden, ob der Markt sicher stattfinden kann, sagt Otto Seyfried, Vorsitzender der Eisenbahnfreunde. „Ich gehe davon aus, dass es klappt. Ich hoffe es, denn wir brauchen das Geld aus dem Erlös.“