Die große Leere: Am Freitag gab auch der Badische Fußball-Verband bekannt, dass der Spielbetrieb für zunächst zwei Wochen ausgesetzt wird. In anderen Sportarten wurde die Saison wegen der Ausbreitung des Coronavirus vorzeitig beendet. | Foto: Blum

Zwangspause in allen Bereichen

Coronavirus bringt den Sportbetrieb in der Region Pforzheim zum Erliegen

Anzeige

Nichts geht mehr. Das Coronavirus hat auch in Pforzheim und dem Enzkreis den Sport zum Erliegen gebracht. Am Donnerstag reihte sich fast im Minutentakt Absage an Absage, am Freitag folgten ein paar Nachzügler, darunter der Badische Fußball-Verband (bfv). Im württembergischen und südbadischen Raum waren die Wochenend-Partien unterhalb der Oberliga bereits einen Tag vorher abgesetzt worden.

Die Fußballer auf Verbands- und Kreisebene sowie die Männer und Frauen in der Oberliga, also der 1. CfR Pforzheim, der FC Nöttingen und die Fußballerinnen des FV Niefern, pausieren vorerst bis zum Montag, 23. März. Doch schon jetzt gibt es etliche Fragen: Geht es überhaupt weiter? Gibt es keine Absteiger? Wird die Runde noch einmal neu angesetzt? Ob und wie es weitergeht, steht derzeit noch in den Sternen.

Nach Saison-Aus der Damen-Basketball-Bundesliga: Sind die Sterne Keltern als Spitzenreiter Meister?

Apropos: Einer der ersten Verbände, der den Spielbetrieb sogar komplett beendete, war die Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL). Für die Sterne Keltern bedeutet das: kein Top-Four-Turnier in der Dietlinger Speiterlinghalle, keine Play-offs.

Auch interessant: Die Corona-Pandemie wirbelt den Alltag vieler Menschen durcheinander

Doch wer darf sich über Meisterehren freuen? Die Sterne als Spitzenreiter? Davon zumindest geht Teammanager Dirk Steidl aus. Er berichtete auf Anfrage unserer Redaktion, dass er Signale bekommen habe, wonach die DBBL zeitnah die Meisterehrung durchführen wolle. „Wir warten auf diesen Termin, schließlich müssen die Mädels in ihre Heimat und wir die Heimreisen organisieren“, sagt er.

Mehr zum Thema: Nichts geht mehr wegen Corona: Der Sport in der Region ist erlahmt

Der Tabellenzweite TSV Wasserburg teilte mit, dass man eine entsprechende Entscheidung einerseits zwar wohl mittragen würde, generell sei man aber der Meinung, dass es keinen Meister geben dürfe. Bei der DBBL, so Geschäftsführer Claus-Arwed Lauprecht am Freitag, rechnet man Anfang kommender Woche mit einer Entscheidung. „Wir wissen, dass die Zeit drängt. Aber da wir so einen Fall noch nie hatten, befinden wir uns in einer gesamtrechtlichen Prüfung. Wir wollen, dass formal und juristisch alles richtig ist“, sagte er.

Handball-Teams rüsten sich trotz Coronavirus für alle Eventualitäten

Im Handball wird der Spielbetrieb bis zum 19. April ausgesetzt – von der Bundesliga bis hinunter in die Kreisligen. Bis dahin wollen die Landesverbände spätestens entscheiden, ob und wie die Saison bei den Aktiven und in der Jugend-Bundesliga fortgesetzt wird.

Die Saison aller Jugendmannschaften, die auf Landesebene spielen, wurde sogar vorzeitig für beendet erklärt. Die Pforzheimer Vereine rüsten sich derweil für alle Eventualitäten: Die TGS Pforzheim möchte den Trainingsbetrieb ihrer Drittligamannschaft aufrecht erhalten.

Wir können jetzt nicht einfach fünf Wochen auf der Couch liegen, falls die Saison später fortgesetzt wird.

Wolfgang Taafel, Vorsitzender der TGS Pforzheim

„Wir können jetzt nicht einfach fünf Wochen auf der Couch liegen, falls die Saison später fortgesetzt wird“, meint Vorsitzender Wolfgang Taafel. Der Verein habe aber an die Spieler apelliert, sich an die empfohlenen Hygienemaßnahmen zu halten und sich bei jedem Verdachtsfall zu melden. Allerdings geht Taafel „fest davon aus, dass die Saison abgebrochen wird“.

Vorerst kein Training beim Aufstiegsfavoriten Pforzheim/Eutingen

Beim Oberligisten SG Pforzheim/Eutingen ruht der Ball zunächt einmal komplett, berichtet Vorstand Wolfgang Lipps. „Die erste Mannschaft macht eine Woche Pause. Danach entscheiden wir, wie es weitergeht.“ Für die SG ist die Situation besonders präkär: Der Verein steht mit fünf Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze und macht sich berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg in die Dritte Liga.

Auch interessant: Zwei junge Handballer aus Pforzheim träumen von der A-Nationalmannschaft

Was wäre also, wenn die Saison vorzeitig beendet wird? „Die Satzungen sehen nicht vor, dass es keinen Aufsteiger gibt. Deswegen bin ich zuversichtlich“, sagt Lipps, der zumindest auf eine Fortführung der Saison ohne Zuschauer hofft. „Überall da, wo wichtige sportliche Entscheidungen anstehen, wäre diese Lösung am fairsten.“

Absagen bei Turnern und Gewichthebern – Dressurturnier findet statt

Abgesagt wurde am Freitag fürs Erste die Versammlung der Schiedsrichtervereinigung Pforzheim, der Badische Turner-Bund sagte alle Wettkämpfe mindestens bis Ostern ab. Der baden-württembergische Gewichtheber-Verband setzt ebenfalls bis Ende April aus, die Biathlonveranstaltung des TV Eutingen und KKS Eutingen findet erst 2021 wieder statt. Das Dressurturnier des Pforzheimer Reitervereins geht hingegen bis Sonntag über die Bühne.

Wie wir über die Auswirkungen des Coronavirus berichten
Auf bnn.de berichten wir zurzeit verstärkt über die wichtigsten Entwicklungen rund um Corona in der Region rund um Karlsruhe, Bretten, Pforzheim, Rastatt und Bühl. Jeden Tag schränken Kliniken die Besuchszeiten ein, Schulen schließen, Firmen schicken Mitarbeiter nach Hause. Es ist selbst für unsere Redaktion zeitweise schwierig, den Überblick zu behalten. Deshalb filtern wir für unsere Leser aus der Flut an Informationen, welche der vielen Corona-Meldungen wichtig sind – unter anderem in dieser Übersicht.
Alle Informationen prüfen wir, um keine Falschinformationen zu verbreiten. Viele Menschen, auch in unserer Redaktion, machen sich ohnehin Sorgen. Wir möchten sie informieren und nicht verunsichern.
Zwei unserer Kollegen befassen sich ausschließlich mit dem Thema Corona – als unsere internen Experten. Viele weitere BNN-Redakteure recherchieren täglich zu den Auswirkungen von Covid-19 in den Städten und Gemeinden der Region. Unsere Autoren sprechen mit Entscheidern in den Landratsämtern, Krankenhäusern und in Firmen. Gleichzeitig telefonieren sie (Betroffene treffen wir derzeit nicht persönlich) mit Menschen, die Cafés schließen, Veranstaltungen absagen oder zu Hause bleiben müssen.
So möchten wir dazu beitragen, dass Menschen in der Region sich auf dem aktuellsten Stand halten können, um die richtigen Entscheidungen für ihren Alltag und ihre Gesundheit zu treffen.