Letzte Rundfahrt des Jahres: Critical Mass wirbt für den Radverkehr. | Foto: Friedrich

Positionspapier im Frühjahr

Critical Mass: Pforzheimer Radaktivisten planen große Plakat-Aktion

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Auch zwischen den Jahren setzen sich die Teilnehmer des Pforzheimer Critical Mass für ein besseres Radwegenetz ein. Freitagabend starteten sie mit ihren Rädern am Waisenhausplatz auf eine rund einstündige Fahrt durch die Stadt. Im Frühjahr 2020 wollen sie mit einer Plakatkampagne verstärkt auf das Thema aufmerksam machen und ein Positionspapier vorstellen, das momentan erarbeitet wird.

Von unserem Mitarbeiter Stefan Friedrich

Einen Tag nach dem Weihnachtsfest war die Zahl der Teilnehmer beim letzten Critical Mass in diesem Jahr zwar nicht ganz so hoch, wie sonst üblich; das schmälert allerdings nicht den Erfolg der Fahrradspazierfahrt, die bundesweit in über hundert Städten durchgeführt wird. In Pforzheim waren es offiziellen Angaben zufolge dieses Jahr regelmäßig zwischen fünfzig und hundert Teilnehmern, die jeweils am letzten Freitag eines Monats bei den Fahrten durch die Goldstadt teilnahmen.

Gemeinderatskandidaten mussten sich zu Radpolitik äußern

Eine stolze Zahl, die auch Christof Weisenbacher zufriedenstellt. Er ist eines der Mitglieder im Organisationsteam der Pforzheimer Critical Mass und spricht in dieser Funktion von einem erfolgreichen Jahr 2019. Neben den Fahrten und dem regelmäßigen Verteilen von Flyern stand vor allem die Podiumsdiskussion im Rahmen der Kommunalwahl im Blickpunkt. Kandidaten für den Stadtrat hatten sich Fragen der Radverkehrspolitik gestellt.

Dass man explizit zu diesem Thema eine Veranstaltung macht, das hat es in Pforzheim zuvor noch nie gegeben.

Christof Weisenbacher aus dem Organisationsteam der Pforzheimer Critical Mass

„Dass man explizit zu diesem Thema eine Veranstaltung macht“, das habe es in Pforzheim „zuvor noch nie gegeben“. Dass dabei Vertreter aller Listen anwesend waren, zeigte, wie wichtig das Thema auch im Wahlkampf war. Daran will Critical Mass im kommenden Jahr anknüpfen, verrät Weisenbacher:

Positionspapier voraussichtlich im Frühjahr

Aktuell arbeiten rund zehn Mitglieder im Organisationsteam an einem Positionspapier. „Wir wollen damit auf die Fraktionen des Gemeinderats zugehen.“ Voraussichtlich im Frühjahr soll es öffentlich gemacht und als Basis für einen Dialog mit der Stadt den Kommunalverantwortlichen überreicht werden.

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Nicht unwahrscheinlich dürfte sein, dass darin auch eines der drängendsten Probleme des Radfahrens in Pforzheim thematisiert wird: die Nord-Süd-Achse vom Wartberg bis zum Davos-Weg. Für Radfahrer ist diese momentan noch eine Herausforderung, so Weisenbacher. Die Heinrich-Wieland-Allee als Bundesstraße mit dichtem Verkehr beispielsweise werde von den meisten gemieden. „Viele trauen sich nicht, dort Rad zu fahren.“ Und auch die Ebersteinstraße sollte aus Sicht von Critical Mass zeitnah fahrradfreundlicher werden. Sie ist zwar als Einbahnstraße ausgelegt, solle zumindest aber für Radfahrer in beide Richtungen nutzbar sein.

Viele trauen sich nicht, dort Rad zu fahren.

Critical Mass warnt vor der Heinrich-Wieland-Allee

In Sachen Öffentlichkeitsarbeit wird sich 2020 einiges tun: Im Frühjahr will man mit neuen Flyern und einer Plakatkampagne verstärkt auf das Anliegen aufmerksam machen, nicht nur mehr, sondern auch bessere und sichere Radwege in Pforzheim zu bekommen. Angedacht sind laut Weisenbacher großflächige Plakate an den Ausfallstraßen. Und es wird eine Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Kino geben. Motto: „Critical Mass goes Cinema!“ Dazu werde eine Filmreihe aufgelegt, die ihren Auftakt – inklusive anschließender Diskussion – am 31. Januar mit dem Dokumentarfilm „Bikes vs Cars“ macht, der nicht nur Vertreter der Autoindustrie zur Rede stellt, sondern auch Menschen zu Wort kommen lässt, die sich für eine Verbesserung der Situation vor allem in den Städten einsetzen.