MIT DEM NEUEN ZPT will die Stadt Pforzheim ein Zeichen setzen für die wirtschaftliche Kompetenz der Region bei der Präzisionstechnik. | Foto: WSP

Spatenstich

Das neue Zentrum für Präzisionstechnik definiert Pforzheim als Heimat der Präzisionstechnik

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Es kann wieder los gehen mit Regio-Win. Der Wettbewerb um millionenschwere EU-Förderungen beginnt, während Arndt Oschmann vom Wirtschaftsministerium zum Spatenstich für das Zentrum für Präzisionstechnik (ZPT) spricht. Es wurde 2013 angestoßen, ging 2015 als eines von 21 Leuchturmprojekte aus dem Regio-Win-Prozess 2021 hervor und dürfte jetzt das letzte Großprojekt aus diesem Förderzeitraum sein, das tatsächlich verwirklicht wird.

Zähes Ringen ums Geld

OB Peter Boch übernimmt es, Gästen aus Politik und Hochschule, künftigen Nutzern sowie Baufirmen die sieben Jahre Vorlauf zu erklären. Er erinnert an den Wunsch, dem Cluster Präzisionstechnik eine Anlaufstelle einzurichten, erwähnt das „dreijährige Ringen um die Bereitstellung der städtischen Mittel“, das erst durch die 100.000-Euro-Beteiligung des Enzkreises sowie 70.000 Euro vom eigens gegründeten Verein Hochform zugunsten des ZPT beendet wurde.

Deutlichen Applaus gab es für Reiner Müller bei dem Streifzug durch die Aufs und Abs des mit großer Mühe nach Pforzheim geholten Clusterzentrums. Unter anderem ist es dem früheren Wirtschaftsförderer der Stadt zu verdanken, dass der von Unternehmen getragene Verein Hochform nun um die 70 Mitglieder hat. Deren Interesse liegt in der branchenspezifischen Informationsbündelung, der Innovationsberatung und der Gründerförderung, die das ZPT bringen soll. Außerdem werde Pforzheim durch die bundesweit einzigartige Einrichtung als der Standort schlechthin für Präzisionstechnik ausgewiesen und gestärkt, macht Boch deutlich.

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Raum für in Pforzheim gebündelte Kompetenz

Es geht um die im Raum Pforzheim gebündelte Kompetenz im Stanzen, Oberflächenbehandeln, Zerspanen oder in der Fertigung von Halbzeugen bei der Standortförderung von EU und Land. Pforzheim wurden 5,25 Millionen Euro und damit 70 Prozent der ursprünglichen Investitionssumme zugesagt, damit die aus der Schmuckindustrie entstandenen Spezialfertigkeiten weiterentwickelt und überregional deutlich positioniert werden können. Auch der langen Vorlaufzeit geschuldet liegt die Gesamtinvestition bei 10,6 Millionen Euro. Wirtschaft und Stadtmarketing (WSP) muss zudem ein jährliches Betriebsdefizit von 290.000 Euro schultern.

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Im Spätsommer 2021 soll alles fertig sein

Ebenfalls wegen des späten Baubeginns setzt die Stadt mit der Firma Gustav Epple auf einen Totalunternehmer. Deren geschäftsführender Gesellschafter, Heico Zirkel, verspricht nicht nur, er werde den mit der Förderung verbundenen Abrechnungstermin im Spätsommer 2021 einhalten. Er versichert auch, dass es zufriedene Gesichter geben wird, wenn das ZPT in etwa eineinhalb Jahren eröffnet wird.
Die Pläne für den Bau sind vom Stuttgarter Büro Ackermann und Raff. In die Auswahl des Totalunternehmers waren der Vorsitzende des Gestaltungsbeirats und die Landesbaubehörde eingebunden. Für WSP-Chef Oliver Reitz markiert der Baubeginn einen guten Tag für die ganze Stadt Pforzheim.