Strahlend nimmt David Otto die Glückwünsche von 1899-Hoffenheim-Torhüter Oliver Baumann entgegen. Auch Ersatzkeeper Alexander Stolz (links), wie Otto gebürtiger Pforzheimer, blickt nach dem geglückten Bundesliga-Debüt des Birkenfelders gegen Hannover zufrieden drein. | Foto: imago

Fußball-Bundesliga

So feierte Birkenfelds David Otto bei 1899 Hoffenheim sein Bundesliga-Debüt

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Nahezu die komplette zweite Halbzeit hatte sich David Otto am seitlichen Grünstreifen neben dem Tor warmgelaufen, ehe das passierte, was der 19-jährige Fußballer aus Birkenfeld sein Leben lang nicht mehr vergessen wird: Ein Betreuer hielt sein Trikot mit der Nummer 26 in die Höhe. Der Stürmer von 1899 Hoffenheim rannte in Richtung Auswechselbank, bekam von Trainer Julian Nagelsmann noch ein paar Anweisungen und feierte nach 85 Minuten, eingewechselt für Ishak Belfodil, seinen ersten Bundesligaeinsatz.

Hoffenheim-Trainer Nagelsmann spricht Mut zu

„Die Nervosität war eigentlich gar nicht so groß. Ich habe eher versucht, die Vorgaben umzusetzen“, berichtet der Youngster zwei Tage nach seinem Profidebüt gegen Hannover. Nagelsmann habe ihm Mut zugesprochen, „gesagt, ich soll die Minuten genießen und defensiv noch gut nach hinten arbeiten“. Das machte der gebürtige Pforzheimer ordentlich. Otto sprintete, lief Gegenspieler an, kämpfte und rackerte in den verbleibenden Minuten. Einmal versprang ihm der Ball ein wenig, einmal kam er einen Schritt zu spät – sonst hätte es beim 3:0-Erfolg womöglich sogar zu einem eigenen Treffer gereicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden – vielleicht schon im Auswärtsspiel am Montag (20.30 Uhr), wenn die TSG Hoffenheim bei RB Leipzig gefordert ist.

Jetzt will ich im Training weiter Gas geben

„Einen ersten kleinen Schritt habe ich gemacht. Jetzt will ich im Training weiter Gas geben, um auch künftig wieder dem Kader anzugehören“, sagt Otto, der in der vergangenen Saison in der Europa League gegen PFK Ludogorets Razgrad (1:1) zu seinem ersten internationalen Einsatz gekommen war.

Das Trikot erhält einen besonderen Platz

Nach dem Schlusspfiff feierte Otto im Kreis seiner Mannschaftskollegen, wurde von Torhüter Oliver Baumann geherzt und auch Ersatzkeeper Alexander Stolz, wie der Jung-Profi in der Goldstadt geboren, hatte ein paar wärmende Worte parat. Im weiteren Verlauf des Abends stand Ottos Handy dann nicht mehr still. „Viele Leute haben sich gemeldet und ich bin mit einem Dauergrinsen herumgelaufen. Es war ein cooler Samstagabend“, sagt Otto, der das Trikot seines ersten Erstliga-Einsatzes mit nach Hause genommen hat. Dort soll es einen geeigneten Platz bekommen. „Das Trikot des Europa-League-Spiels haben meine Eltern. Aber das vom Samstag behalte ich“, stellt der Mittelstürmer klar. Apropos Eltern: Sie verpassten ausgerechnet das erste Bundesligaspiel ihres Sohnes live im Stadion. „Zwei gute Freunde waren dabei, meine Eltern haben es vor dem Fernseher verfolgt“, sagt Otto.

Otto will auch für die Mannschaftskollegen etwas springen lassen

Seinem Einstand auf dem Bundesliga-Rasen wird demnächst noch ein weiterer – abseits des Platzes und im Kreis von Kerem Demirbay und Co – folgen. „Da lasse ich mir etwas einfallen. Denn ohne meine Mitspieler könnte ich gar nichts machen“, weiß der Debütant, bei wem er sich zu bedanken hat.