Die ehemalige Kita im Altstätter Kirchenweg soll sich bald mit neuem Leben füllen. Die Diakonie plant dort eine Beratungsstelle. In diesem Gebiet leben viele Menschen mit Fluchthintergrund. Auch Kinderarmut ist groß. | Foto: Wacker

Beratung und Hilfe vor Ort

Der Diakoniepunkt „Altstadt“ ist die zentrale Anlaufstelle im Pforzheimer Osten

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Um beratend vor Ort zu sein und sich aktiv am Geschehen im Quartier zu beteiligen, will die Diakonie in der ehemaligen Kita Altstädter Kirchenweg in Pforzheim im Spätjahr einen neuen Diakoniepunkt eröffnen. Es gibt in diesem Bereich der Stadt hohe Arbeitslosigkeit und viele Menschen mit Fluchthintergrund. 

Gemeinsam den Kirchturm hoch gehen und schauen, was es unten gibt und was noch fehlt: Mit einem Bild beschreibt Thomas Lutz, was ein Diakoniepunkt in Pforzheim strategisch anstrebt. „Wir wollen nah an den Menschen und ihren Problemen sein“, erklärt der stellvertretende Geschäftsführer der Diakonie.

Hohe Arbeitslosigkeit und Kinderarmut

Um beratend vor Ort zu sein und sich aktiv am Geschehen im Quartier zu beteiligen, will die Diakonie in der ehemaligen Kita Altstädter Kirchenweg im Spätjahr einen neuen Diakoniepunkt eröffnen. „Es gibt hohe Arbeitslosigkeit und viele Menschen mit Fluchthintergrund. Auch die Kinderarmutsquote könnte besser sein“, verdeutlicht Lutz, was dort im Argen liegt.

Vier Anlaufstellen gibt es bereits

Vier solcher zentralen Anlaufstellen gibt es bereits. Sie sind im Lukaszentrum in der Weststadt, in Brötzingen, im Quartierstreff KF und in der Begegnungsstätte am Ludwigsplatz in Dillweißenstein. Für Lutz steht außer Zweifel, dass auch die Alt- beziehungsweise Oststadt eine solche zentrale Anlaufstelle, einen Diakoniepunkt, braucht.

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Ab Frühjahr soll das Gebäude mit 170 Quadratmeter Fläche dafür fit gemacht werden.
Den Aufwand hält Lutz für überschaubar. Neue Fenster und neue Toiletten braucht das Gebäude. Es soll darin zwei größere und ein kleineres Büro geben sowie eine Art Bistro und einen großen Mehrzweck- und Begegnungsraum – für Bürgerversammlungen, Stadtteilkonferenzen oder andere größere Veranstaltungen.

 Lukaszentrum setzte den Auftakt

Mit dem Lukaszentrum wurde 2008 der erste Diakoniepunkt ins Leben gerufen. Aus seiner Funktion als Familienzentrum leitet sich eine Kern-Aufgabe ab: Da sein für die ganze Familie. In dem freigewordenen Gebäude bei der Altstadtkirche will die Diakonie für Menschen jeden Alters anbieten, was sie brauchen.

Ziel ist Verbesserung der sozialen Lebenssituation

Primär gehe es um die Verbesserung der sozialen Lebenssituation, aber auch das, was die Infrastruktur an Freiflächen und dergleichen vorgibt, spiele eine Rolle. Um das herauszufinden, gingen Mitarbeiter vor einer Eröffnung eines Diakoniepunkts in der Regel von Haustür zur Haustür.

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Den Standort im Altstätter Kirchenweg mit der Nähe zur Kirchengemeinde bezeichnet Lutz als optimal. Im ehemaligen Gemeindehaus leben Flüchtlinge in Anschlussunterbringung. Für die Menschen im Quartier und ihre Probleme da zu sein, ist das eine; es geht auch darum, „im Gemeinwesen zu wirken und Ressourcen zusammenzutun“.

Ressourcen vor Ort sollen genutzt werden

Lutz verweist auf die evangelische Pfarrgemeinde sowie vorhandene Beratungsstellen und Träger wie Pro Familia, Caritas und Kappelhof. Auch mit der Kommune und vor allem mit den Menschen vor Ort gelte es zu kooperieren.

Der bisher in der Pestalozzistraße beheimatete Erwerbslosentreff soll ebenfalls in die neue Anlaufstelle ziehen, dann aber als Treff mit Essensangebot, der für jeden im Quartier offen steht.

200.000 bis 250.000 Euro für den Betrieb

Während die Kosten für die Renovierung des Gebäudes sich nach Lutz’ Einschätzung im Rahmen halten, rechnet er mit 200.000 bis 250.000 Euro im Jahr für den Betrieb mit mehreren Mitarbeitern. Eine Summe, die die Diakonie alleine nicht aufbringen kann. Derzeit laufen Anträge, um an verschiedene Fördertöpfe zu kommen.
„Es ist ein gut funktionierendes System“, erklärt Lutz und weist daraufhin, dass es seine Zeit braucht, um Vertrauen bei den Menschen im Quartier aufzubauen.