Wo laufen sie denn? Im Sommer 2019 veranstaltete der Badische Leichtathletikverband den Citylauf im Enzauenpark - dort will er mit dem Großevent auch bleiben. | Foto: Harry Rubner

OB Boch will ihn im Zentrum

Der Pforzheimer Citylauf bleibt wohl an der Enz

Anzeige

Der Citylauf soll an der Enz bleiben. Das empfiehlt Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) laut einer Verwaltungsvorlage dem Gemeinderat. Geht alles den erwarteten Weg, erfüllt sich damit der Wunsch von Oberbürgermeister Peter Boch nicht. Er wollte das größte Sportevent der Stadt zurück in die City holen und hatte mit entsprechenden Äußerungen die neuerliche Debatte um den Standort ausgelöst.

Für den Veranstalter des Laufs, den Badischen Leichtathletikverband (BLV), ist die Empfehlung dagegen eine gute Nachricht. Der BLV hatte sich gewünscht, dass der Umzug an die Enz vom vergangenen Sommer eine dauerhafte Lösung sein möge.

Jährliche Kursänderung unerwünscht

In der Vorlage, die am 26. November im Ausschuss für Wirtschaft und Digitalisierung vorberaten wird, folgt WSP der Argumentation des Verbands: Würde der Lauf zurück in die City kommen, müsste der Kurs wegen der Baustellensituation jedes Jahr geändert werden – ein Mehraufwand für die Organisatoren. Für das Areal im Enzauenpark spreche zudem die Infrastruktur mit sanitären Anlagen und Umkleiden auch in der St.-Maur-Halle.

Der Termin im kommenden Sommer ist am Sonntag, 5. Juli (ab 14 Uhr). Mit der dauerhaften Verlegung an die Enz könnte zudem ein Namenswechsel einhergehen. Wirtschaft und Stadtmarketing empfiehlt „Enzauenlauf“ oder „Enzuferlauf“ als neuen Titel.

Citylauf stärkt Einzelhandel nicht

Beim BLV freut man sich über die klaren Signale in Richtung Enzauenpark, die auch OB Boch schon dorthin kommuniziert haben soll. Offiziell soll der BLV nach der Entscheidung des Gemeinderats im Dezember informiert werden.

Der Citylauf gehört in die City. Die Stimmung ist dort einfach anders.

Bernd Elfner, Organisator der Laufcup-Serie, zu der der Citylauf gehört

Wirtschaft und Stadtmarketing ordnet den Lauf in ein größeres Portfolio ein und gibt als übergeordnetes Ziel seines Konzepts an: Die Innenstadt muss attraktiver werden und braucht eigenes Flair, um Kaufkraft anzuziehen. Mit dem Citylauf sei kein unmittelbarer Effekt für Einzelhandel und Gastronomie nachgewiesen.

Gruschtelmarkt und Bierbörse sollen zurück ins Zentrum

Während der Citylauf damit wohl dauerhaft an die Enz zieht, ist die Richtung für andere Veranstaltungen umgekehrt. WSP möchte den Gruschtelmarkt und die Bierbörse aus dem Enzauenpark zurück in die City holen, das Lichterfest möchte man ebenfalls näher an der Innenstadt ausrichten.

Mehr zum Thema: Citylauf in Pforzheim ist am 5. Juli – nur wo genau?

Ohne weitere Diskussion dürfte der Wechsel des Citylaufs in den Park nicht vonstatten gehen. Ausschussmitglied Jörg Augenstein (CDU) versteht zwar die Veranstaltersicht. „Grundsätzlich mag ich aber den Citylauf in der City“, sagt er. Ihn würde aber interessieren, ob andere Strecken in der Innenstadt möglich sind, die nicht von der Baustellensituation betroffen wären – etwa mit dem Leo als Start und Ziel.

Grundsätzlich mag ich den Citylauf in der City.

Jörg Augenstein (CDU)

Maßgebliche Stimmen aus der Laufszene wägen ebenfalls ab. Bernd Elfner, Organisator der Laufcup-Serie, zu der der Citylauf gehört, betont: „Der Citylauf gehört in die City. Die Stimmung ist dort einfach anders.“

Und Titelverteidiger sowie Laufcup-Rekordsieger Markus Nippa (TV Pforzheim) spricht sich trotz positiver Eindrücke im Enzauenpark pro Innenstadt aus: „Grundsätzlich finde ich es auch ein Statement für den Stellenwert des Sports oder der Kultur, wenn man sich entscheidet, die Stadt für eine solche Veranstaltung zu sperren – oder eben nicht“, sagt er auf die Frage nach seinem bevorzugten Ort.