Die Fingerspitzen von Fotograf Björn Fix schaffen es bis zum Boden. Am Anfang war das undenkbar bei den Kniebeugen, mittlerweile ist es kein Problem mehr. | Foto: Weiss

Fixi flitzt durch Pforzheim

Der Schwund der Pfunde ist schon fein

Den inneren Schweinehund zu besiegen, ist nicht immer einfach. Doch Fotograf Björn Fix hat sich ein Ziel gesetzt: Im Juni will er den Pforzheimer City-Lauf meistern. Unterstützung hat er beim LC 80 Goldstadtlaufteam gefunden. Über sein Training, verlorene Pfunde, Fortschritte und Rückschläge berichtet er wöchentlich im Pforzheimer Kurier.

Von Frust und Dankbarkeit

Am Anfang meines morgendlichen Laufes lächle ich noch motiviert in die Kamera, knapp eine Stunde später ringe ich nach Luft und bekomme in dem kurzen Video fast keinen Satz am Stück zusammen. Ich formuliere eine Drohung an den Redakteur, dass ich nie wieder ans Telefon gehe, wenn er bei mir anruft. Schließlich hat er dafür gesorgt, dass ich mich mit dem kräftezehrenden Lauftraining auf den Stadtlauf vorbereite.
Allerdings bin ich ihm auch dankbar, was ich aber niemals öffentlich zugeben würde. Meinen Frust bekomme ich immer morgens, wenn ich Schwierigkeiten habe, meine Socken anzuziehen, weil der Bauch im Weg ist und dieser mich behindert. Zum Schuhe binden stelle ich die Füße hoch auf die Armlehne des Stuhles, da an bequemes Bücken schon lange nicht mehr zu denken ist. Von dem her, ist es schon in Ordnung, dass ich auf den Stadtlauf trainiere – der Schwund der Pfunde zumindest ist schon fein.

Die Begleitung spart nicht mit Motivation

Ich hätte an diesem Sonntagmorgen alleine los können, aber ich frage meinen Sohn Sebastian, ob er mich begleitet. Am Anfang gehen wir gemütlich in Richtung Lachenwäldle im Arlinger. Dort, wo von 1900 bis 1968 die sogenannte Panoramabahn Pforzheim mit Dietlingen, Ellmendingen, Ottenhausen und Ittersbach verband, ist heute noch eine Trasse, die sich hervorragend zum Laufen oder Radfahren eignet. Nach den Aufwärmübungen beginnen wir mit Intervall-Lauf auf der Strecke des „Ittersbacher Bähnle“ wie bereits beim letzten Mal im Donnerstagstraining im Enzauenpark.

Auch das Aufwärmen gehört zum Lauftraining. | Foto: Ennos

Selbstverständlich erhöhen wir unsere Laufeinheiten und wechseln zehnmal zwischen jeweils einminütigem Gehen und Laufen. Mein Sohn – für den das eher ein Kindergeburtstag als eine ernste Anstrengung ist – weist mich immer wieder darauf hin, wenn ich Fehler beim Laufen oder beim Atmen mache. Dass er mit Lob und Motivation nicht spart, tut gut. Ohne ihn halte ich vermutlich nicht so lange durch und der Spaßfaktor ist gleich im Keller. Ich habe auch gelernt, dass Trinken beim Sport sehr wichtig ist, man hierfür aber auf kohlensäurefreie Getränke zurückgreifen sollte. Nachdem wir unsere zehn Wechseleinheiten durch haben, beschließen wir, den Rest bis zur Haustür unter Wettkampfbedingungen zurückzulegen. Mit kurzen Laufunterbrechungen komme ich nach sechseinhalb Minuten ziemlich erledigt daheim an.

Erste Erfolge machen sich bemerkbar

Beim Training am Montag erhöhen wir die Übungseinheiten in der Gruppe. Jetzt laufen wir beim Intervalltraining nicht mehr eine, sondern zwei Minuten am Stück. Erste Erfolge zeigen sich bei der Messung des Belastungspulses. Er ist gesunken gegenüber dem letzten Mal. Eine Betreuerin gibt mir den Tipp, kleinere Schritte zu machen. Zuerst brauchen wir die Ausdauer, später denken wir dann an die Vergrößerung der Schrittlänge. Sehnsüchtig warte ich bei den schnellen Runden immer wieder auf das Ertönen der Trillerpfeife, das Zeichen für eine Minute langsames Gehen. Ich teile mir die symbolische rote Lampe mit einer Neueinsteigerin. Wir bekommen aber motivierende Gesten oder Aufmunterungen von den anderen Teilnehmern.
Als lange Laufstrecke gibt es wieder die Runde über die zwei Brücken. Vergangene Woche schaffte ich die Strecke nur mit drei Verschnaufpausen, jetzt laufe ohne Pause durch. Eine Runde sei 900 Meter lang, verrät eine Betreuerin, die über ein Ortungssystem an der Stoppuhr die gelaufene Strecke misst. Mich selbst motivierend stelle ich fest, dass zehnmal mehr schon die Länge vom Stadtlauf ist. Ich bin mir sicher, dass ich es schaffen werde.