Martin Kunzmann ist neuer Chef des DGB Baden-Württemberg | Foto: graffiti

Pforzheimer macht fünf Jahre

DGB steht 100-prozentig hinter Kunzmann

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Mehr geht nicht. Baden-Württembergs neuer DGB-Chef Martin Kunzmann hat 100 Prozent Unterstützung. Der IG Metaller aus Pforzheim bekam bei der außerordentlichen Bezirkskonferenz in Stuttgart 90 von  91 Delegierten-Stimmen bei einer Enthaltung. Damit übertraf der 60-Jährige alle Erwartungen und vor allem die 95 Prozent, mit denen sein Vorgänger  Nikolaus Landgraf im Februar 2014 im Amt bestätigt worden war. Die Delegierten honorierten damit auch, dass Kunzmann zur Stelle war, als es galt einzuspringen.

Nächste Wahl ist 2018

Regulärer Termin für die Wahl des DGB-Landesvorsitzenden ist 2018. Kunzmann hat bereits angekündigt, dass er antreten will. Er plane, fünf Jahre an der Spitze des gewerkschaftlichen Dachverbands zu stehen, betonte er gestern  vor den Delegierten der acht DGB-Mitgliedsgewerkschaften, rund die Hälfte davon von der IG Metall. Sein Vorgänger war erstmals 2010 gewählt worden und erzielte damals knapp 84 Prozent der Stimmen. Der 50-Jährige Landgraf wechselt in den Organisationsbereich der Gewerkschaften in Brüssel.

Kunzmann will Mitmachgewerkschaft

„Ich freue mich sehr über das überwältigende Vertrauen, das mir die Delegierten entgegenbringen“, sagte Kunzmann vor rund 160 Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmern im Willi-Bleicher-Haus. Er machte in seiner Rede deutlich, dass die Gewerkschaften und der DGB nur gemeinsam erfolgreich sein könnten. „Wir müssen uns an den Wünschen und Bedürfnissen der Beschäftigten orientieren. Wir müssen Mitmachgewerkschaft sein.“

Beitrag zur Demokratie

Die Stärkung der gesetzlichen Rente, eine jeweils hälftige Kostenverteilung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern  bei der Krankenversicherung und eine gerechte Steuerpolitik gehören zu den Kernanliegen des neuen DGB-Landesvorsitzenden. „Unser Ziel ist, dass die Menschen ein gutes Arbeitsumfeld vorfinden.“  SPD-Mitglied Kunzmann zeigte sich überzeugt, dass Gewerkschaften mit ihrer Arbeit die Demokratie stärken. Angesichts immer schriller werdender nationalistischen Töne aus der rechten Ecke und des gescheiterten NPD-Verbotes sei es wichtig, für die Demokratie einzutreten und die demokratischen Parteien zu stärken.

Landtagspräsidentin spricht

Landtagspräsidentin Muhterem Aras, die neben einer Reihe von prominenten Gästen die Konferenz besuchte, betonte in ihrem Grußwort die Notwendigkeit, sich für eine lebendige Demokratie und Werte wie Solidarität, Respekt und Toleranz einzusetzen. „Solche Menschen braucht das Land mehr denn je“, sagte Aras. Sie sei froh, dass dies an vielen Stellen geschehe. Die Landtagspräsidentin mahnte aber: „Wir müssen uns stärker als bisher am Gemeinwohl und am sozialen Ausgleich orientieren.“