Im neuen Jahrzehnt angekommen sind die Fastnachter von Dillweißenstein um Daniel Ast, Fabian Sawo und Jörg Müller (von links). Erstmals möchte man LED-Wände installieren. | Foto: Ehmann

Fasching in Pforzheim

Dillweißensteiner Fastnachtsumzug erstmals am Samstag

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Im 61. Anlauf versucht sich der Dillweißensteiner Fastnachtsumzug an einer Neuerung: Erstmals findet der Höhepunkt des Pforzheimer Faschings am Samstag und nicht am Dienstag statt. Das hat sogar Folgen für die Kicker des FC Nöttingen.

Ein bisschen kurios mutet das letzte Februar-Wochenende ja schon an. Denn wenn am Sonntag (23. Februar) das große Gedenken an den verheerenden Bombenangriff 1945 auf die Stadt Pforzheim zelebriert wird, dann geschieht dies nur wenige Stunden nach dem großen Halligalli des 61. Dillweißensteiner Fastnachtsumzug am Samstag.

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Umzug in Dillweißenstein erstmals am Samstag

Der wurde nämlich vom traditionellen Dienstag mitten ins Faschingswochenende verschoben. „Es müssen immer mehr Menschen am Faschingsdienstag schaffen“, erklärt Daniel Ast, Vorstandsmitglied des Vereins Fasnetumzug Pforzheim-Dillweißenstein. Firmen würden da immer weniger Rücksicht nehmen. Deshalb heißt es in diesem Jahr: „Familien, Narren, Groß und Klein, am Samstag nach Dillweißenstein.“ Aus Rücksicht auf den Dillweißensteiner Einzelhandel fängt man um 14.33 Uhr statt um 14.11 Uhr an.

FC Nöttingen von Dillweißensteiner Verlegung betroffen

Die Folgen dieser Verlegung strahlen über Pforzheim hinaus. „Polizist möchte ich da nicht sein“, kommentiert Umzugs-Chef Jörg Müller. Denn die ist mit „Dillschde“ und 23. Februar derart gut beschäftigt, dass andere Events auf der Strecke bleiben könnten. So hat etwa Fußball-Oberligist FC Nöttingen per Facebook bekanntgegeben, die Polizei könne die Begleitung des Liga-Heimspiels gegen den VfB Stuttgart II am Samstag nicht gewährleisten – auch wegen des Faschingsumzugs im Pforzheimer Südwesten, eine Verlegung stehe im Raum.

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Wassersportler laufen am Nagoldfreibad vorbei

„Der FCN ist gerne eingeladen, wenn ihnen langweilig ist am Samstag, nach Dillschde zu kommen“, kommentiert Ast. So, wie sich schon die derzeit mangels Bädern heimatlosen Wassersportler des SSV Huchenfeld und des 1. BSC Pforzheim angekündigt haben, um etwa am Nagoldfreibad vorbeizugehen. „Die sind auch so ein Hingucker“, meint Müller. Ein Problem mit der zeitlichen Nähe zum 23. Februar sieht er nicht. „Wenn es auf denselben Tag fällt, dann sagen wir ab, das gebietet der Anstand – aber das tut es ja nicht“, sagt er, verweist auf die Jahre 1971, 1982 und 1993.

LED-Wände werden an Start und Ziel aufgestellt

Allerdings solle man sich sputen, wenn man mitlaufen möchte. Bereits jetzt stehe man bei mehr Gruppen als den 50 vom Regen-Umzug im vergangenen Jahr. Zudem gebe es zum ersten Mal LED-Videowände, bei der Feuerwache und am Ludwigsplatz. DJs und Moderation warten dort ebenfalls, wie auch am Kriegerdenkmal.

Angeführt von der „Grausamen Barbara“ führt der Umzug wieder von der Bogenbrücke die Hirsauer Straße entlang bis zum Ludwigsplatz. Gastrostationen und ein eigenes Faschingsbier („Barbaras Kanonenkolben“) der Brauerei Ketterer wird es wie gewohnt geben, ebenso eine Vip-Tribüne im Zielbereich. Nach dem eigentlichen Umzug folgt dann das traditionelle Schneemann-Verbrennen gegen 16.15 Uhr. Der Eintritt liegt bei drei Euro (Vorverkauf: 2,50 Euro). Die Shuttle-Busse von ZOB und Leopoldsplatz fahren von 12.15 Uhr bis 14.15 im 15-Minuten-Takt ab und bis 18 Uhr zurück.