Strahlende und zufriedene Gesichter bei der Präsentation des neuen Chefdirigenten. Von links: Kulturamtsleiterin Angelika Drescher, Douglas Bostock, Kulturbürgermeisterin Sibylle Schüssler, SWDKO-Geschäftsführer Andreas Herrmann
Strahlende und zufriedene Gesichter bei der Präsentation des neuen Chefdirigenten. Von links: Kulturamtsleiterin Angelika Drescher, Douglas Bostock, Kulturbürgermeisterin Sibylle Schüssler, SWDKO-Geschäftsführer Andreas Herrmann | Foto: Wacker

Willkommenskonzert im Oktober

Douglas Bostock neuer Leiter des Südwestdeutschen Kammerorchesters

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Ein knappes halbes Jahr ist vergangen, seit Douglas Bostock sein Vorstellungskonzert als potenzieller Nachfolger von Timo Handschuh gegeben hat. Jetzt ist klar: Der 64-jährige Brite wird zum Beginn der neuen Konzertsaison neuer Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim (SWDKO).

Insgesamt 115 Bewerbungen

„Es ist eine schöne und reizvolle Aufgabe, dieses hervorragende Kammerorchester zu führen und weiterzuentwickeln“, sagt der Dirigent, dessen Repertoire ein breites Spektrum von Barock bis Moderne, einschließlich aller Standardwerke, umfasst. Eine Vielfalt, die letztlich auch dazu führte, dass sich Bostock gegen 114 Bewerberinnen und Bewerber aus aller Welt durchsetzte.

Große Vernetzung in der Musikbranche

„Er wird durch seine starke Präsenz dafür sorgen, dass das hervorragende Renommee des Kammerorchesters weiter ausgebaut wird“, sagt Kulturbürgermeisterin Sibylle Schüssler bei der Präsentation des Neuen. „Die Findungskommission war sich sehr einig“, bekräftigt Kulturamtsleiterin Angelika Drescher, die wie Schüssler dieser angehörte. An den neuen Musikalischen Leiter gewandt fügt sie hinzu: „Es hat alles für Sie gesprochen.“ Laut Drescher vor allem Bostocks hohe Qualität und seine große Vernetzung in der Musikbranche.

Zuletzt Chefdirigent in der Schweiz

Bostock wirkte zuletzt 18 Jahre lang als Chefdirigent des Schweizer Sinfonieorchesters Argovia Philharmonic. Davor war der Brite, der seit kurzer Zeit auch einen deutschen Pass besitzt und seit über 40 Jahren am Bodensee lebt, unter anderem Leiter der Karlsbader Symphoniker.
Als Gastdirigent arbeitete Bostock schon mit den bedeutendsten Orchestern zusammen. 2012, 2013 und 2017 auch mit dem SWDKO, wo er bereits „eine gute Chemie“ gespürt hat. Für Pforzheim entschieden hat sich Bostock aufgrund „der Qualität und des Rufs des Orchesters. Wenn man als Dirigent unterwegs ist, kennt man das Südwestdeutsche Kammerorchester“, sagt Bostock.

Programmieren ist mein Steckenpferd

Während in der kommenden Spielzeit viele Gastdirigenten auf dem Programm stehen, wird die Spielzeit 2020/21 dann „ganz die Handschrift des neuen Dirigenten tragen“, weiß Geschäftsführer Andreas Herrmann. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe: Das Orchester feiert 2020 sein 70-jähriges Bestehen. Was er plant, darüber verrät der neue Dirigent (noch) nicht viel. „Meine Programmatik ist schwer unter zwei Stunden zu erklären“, sagt er lachend. „Aber Programmieren ist mein Steckenpferd. Ich denke immer programmatisch, wenn ich Werke zusammenstelle.“ Mit Blick auf das Jubiläum starte die Planung so früh wie möglich und der Neue ist „fast täglich“ in Kontakt mit den weiteren Verantwortlichen, um die Saison frühzeitig zu planen.

 

Douglas Bostock widmet sich auch der Arbeit mit jungen Musikern. Neben zahlreichen Gastprofessuren leitet er Kurse und Meisterklassen für junge Dirigenten.
Douglas Bostock widmet sich auch der Arbeit mit jungen Musikern. Neben zahlreichen Gastprofessuren leitet er Kurse und Meisterklassen für junge Dirigenten. | Foto: Wacker

Erster Auftritt im Oktober

Eines hat Bostock bereits bei seiner Vorstellung bekräftigt. Er kann sich gut vorstellen, dass das SWDKO häufiger im Ausland spielt, ohne dabei Pforzheim zu vernachlässigen. „Ich denke, dass das den Ruf des Orchesters und der Stadt ausbaut.“. Ein Vorschlag, den Schüssler begrüßte.
Bevor er in Pforzheim startet, zieht es Bostock nach Portugal. Dort leitet er ein Orchestercamp für Jugendliche. „Ich kann es kaum erwarten, mit dem Orchester zu arbeiten und mich dem Publikum vorzustellen“, sagt er mit Blick auf sein eigens angesetztes „Willkommenskonzert“ am 9. Oktober im Großen Saal des Congresscentrums. Auch das Silvesterkonzert wird der Neue leiten, ebenso das sechste Abo-Konzert der bevorstehenden Saison am 28. Juni 2020.