Die rosa Schleifenroute durch Deutschland und die Schweiz radeln Doris und Reinhard Kappes ab Mai für die Krebs-Präventions-Organisation „Pink Ribbon“. In 70 Etappen will das Paar insgesamt 4.500 Kilometer zurücklegen. Archivfoto: Ochs

Botschafter für Organisation

Ehepaar aus Ölbronn radelt 4.500 Kilometer für Krebsprävention

Anzeige

4.500 Kilometer radeln Doris und Reinhard Kappes aus Ölbronn durch die Schweiz und ganz Deutschland. Das Ehepaar aus dem Enzkreis ist fast ein halbes Jahr als Botschafter für die Krebsvorsorge-Organisation „Pink Ribbon“ unterwegs.

„Deutschland erfahren“ – unter dem Motto steht die Tour, bei der es dem sportbegeisterten Paar darum geht, Lust aufs Radfahren zu wecken und zu zeigen, wie vielfältig, lebenswert und bunt Deutschland ist. Mit einem Blog im Internet wollen Reinhard und Doris Kappes mit vielen Bildern und Texten darüber informieren, wo sie sich gerade aufhalten und was es zu sehen gibt. Einen Reiseführer über die „Schleifenroute“ soll es später ebenfalls geben.

Auch interessant: Karlsruhe und Pforzheim verzichten auf das Geld ihrer Sparkassen

Paar will zeigen, wie vielfältig Deutschland ist

Mit der Tour, die am 4. oder 5. Mai in Genf startet, will das Paar aber auch für die Brustkrebs- und Prostatavorsorge-Organisation „Pink Ribbon“ mit Sitz in Würzberg werben – unter anderem mit Flyern, die es unterwegs verteilt.

Dafür übernimmt die Einrichtung die Kosten für die Unterbringung in Hotels, Zelt oder Jugendherbergen. Die „Pink-Ribbon-Schleife“ startet in der Schweiz. Von hier geht es über Lausanne, Fribourg nach Bern. Die nächsten Stationen sind Luzern, Zürich und Kreuzlingen.

Über den Neckarursprung in Schwenningen geht es Neckar abwärts bis Bietigheim. Hier quert das Paar den Kraichgau/Stromberg und kommt Anfang oder Mitte Juni nach Mühlacker und Pforzheim. Danach führt die Tour über Karlsruhe und Kassel bis nach Berlin, Bremen, durch das Ruhrgebiet, Bayern bis nach Passau.

Radeln aktiviert Selbstheilungskräfte

Fit hält sich das Paar mit Radtouren, Nordic Walking, Wandern und Ausdauer-Training im Fitnessstudio. Für die 70 Etappen starke Tour fühlen sich Kappes dadurch gewappnet. „Die ersten Tage muss man bei einer Radtour überstehen, dann geht es“, weiß Doris Kappes, die als Entspannungstrainerin und noch bis Anfang März als Elektronikerin bei einer Firma in Niefern arbeitet.

Mehr zum Thema: Ist Krebs in 10 bis 20 Jahren besiegbar?

Die 60-Jährige will auf der Tour mit Betroffenen über den Umgang mit der Krankheit sprechen und dabei auch ihre eigenen Erfahrungen austauschen. „Aktiv am Leben teilnehmen“ – das sei die Botschaft, die das Paar auf ihrer Tour vermitteln will. „Dazu gehören auch Sport und Bewegung“, sagt Reinhard Kappes. Die Wahrnehmung der Natur beim Radeln aktiviere außerdem die Selbstheilungskräfte.

Mangelnde Umleitungshinweise für Radler kritisiert

Doris und Reinhard Kappes sind auch lokalpolitisch engagiert. Unter anderem werben sie für die Critical-Mass-Bewegung, die das Bewusstsein für mehr Sicherheit im Verkehr zu wecken und zu zeigen, dass Radfahrer auch Teil des Verkehrs sind. Reinhard Kappes ist Tourenleiter beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und Mitglied in der Radwege-Kommission im Enzkreis.

Was den 72-jährigen ehemaligen Gewerkschafts-Sekretär umtreibt, sind die Baustellen in Pforzheim und Enzkreis. Meist fehle der Vermerk, wie Radler umgeleitet werden. „Hier mangelt es an der Wahrnehmung für die Radfahrer“, sagt Kappes, der sich eine Verbesserung durch „Critical Mass“ verspricht.

Auch interessant: Ausgesperrter 66-Jähriger zündet Wohnungstür in Pforzheim an

Radwege: Lückenschluss in Dürrn geplant

Als „Hoffnungsschimmerchen“ bezeichnet Kappes seine Beobachtung, dass es immer mehr Fahrradfahrer gibt die das Auto stehen lassen. Bei den Radwegen im Enzkreis gehe es aber zäh und langsam voran. In Planung sei ein 1,5 Kilometer langer Lückenschluss von der Dürrner Kreuzung auf der B294 in Richtung Bauschlott. Der Radweg höre momentan an der Ampel einfach auf.

Überlegt werde außerdem, den Enztalradweg auf die Südseite zu verlegen, weil den Radlern oft die Gastronomie entlang des Wegs in die Quere kommen. Ins Stocken geraten sei auch der Radweg entlang der Regelbaumstraße in Birkenfeld. „Es gab Überlegungen, die nicht weiterverfolgt wurden“, so Kappes. Die Gemeinde Birkenfeld habe eigene Ideen.