Musik auf dem Museumsplatz: Susi Nikolaus und Jörg Augenstein eröffneten in Brötzingen eine Aktion mit Schaustellern und Gastronomen.
Musik auf dem Museumsplatz: Susi Nikolaus und Jörg Augenstein eröffneten in Brötzingen eine Aktion mit Schaustellern und Gastronomen. | Foto: Fix

Corona bremst Jahrmärkte

Ein Hauch von Kirmes weht über den Brötzinger Museumsplatz

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Eine Aktion der Brötzinger Gastronomen und des Schaustellerverbandes erregte am Samstag die Aufmerksamkeit. Glocken und Pfeifen erklingen gemeinsam mit Trommelwirbel über den Museumsplatz in Brötzingen, laut tönt fröhliche Kirmesmusik, und eine Engelsfigur dirigiert dazu mit einem Taktstab.

Von unserem Mitarbeiter Björn Fix 

Sascha Barth ist mit seiner fast hundertjährigen Konzertorgel aus Mainz angereist. Er ist einer der Schausteller, die sonst auf dem Pforzheimer Messplatz, dem Brötzinger Frühlingsfest oder dem Martinimarkt gastieren.

Schausteller Enrico Becker aus Kaiserslautern spendete Lebkuchenherzen, die von Amalienstube-Wirtin Susi Nikolaus an die Zuschauer verteilt wurden, und Jörg Augenstein begrüßte diese bei bestem Schaustellerwetter und optimalen Bedingungen.

Schausteller und Gastronomen machen auf ihre Situation aufmerksam

Eigentlich wäre es die Zeit für Jahrmärkte und Rummelplätze, aber die Corona-Pandemie hat auch hier einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Schausteller und Brötzinger Gastronomen möchten auf ihre Situation aufmerksam machen und sich bei ihren treuen Gästen und dem Publikum bedanken.

Die Aktion war zwar angemeldet, doch durfte keine Werbung gemacht werden, trotzdem waren durch Mundpropaganda und persönliche Kontakte viele Stammkunden und Freunde der Gastronomen gekommen. Augenstein begrüßte Artur Dingeldein, Vorsitzende des Schaustellerverbands, dessen Stellvertreter Karl Müller sowie den Vorsitzenden des Schaustellerverband Südwest Stuttgart Mark Roschmann.

Vom Marktamt Pforzheim war Marc Pfrommer vor Ort, ebenso wie einige politische Vertreter. „Nur in der Gemeinsamkeit aller Bürgerinnen und Bürger und aller Institutionen können wir gemeinsam wieder in eine erfolgreiche Zukunft schauen und gemeinsam das Unmögliche möglich machen“, sagte Augenstein in seiner Begrüßungsrede. In der Fußgängerzone wurden Plakate aufgehängt mit bunten Herzen, die sich auf gelbem Hintergrund zu einem großen Herz zusammen fügen.

Das große Herz soll als Mutmacher in der Krise gesehen werden, jedes kleine Herz für einen Brötzinger Teil stehen: Einzelhandel, Gaststätten, Kneipen und Bars und viele weitere. Wenn alles klappt, so erklärte Augenstein, wird vom 11. bis 17. November der Martinimarkt stattfinden, als Ausgleich für das ausgefallene Frühlingsfest an sieben statt nur fünf Tagen.

Im Anschluss an das Beisammensein zogen die Schausteller und Gastronomen zum Haus Maihälden, vor dem sie ein Platzkonzert gaben. Beim Volksmusik-Medley wurde auf den Balkonen mitgesungen, geklatscht und geschunkelt. Dann erhielten die kleinen Lebkuchenherzen.