Eine Planung für die Winzerhalle soll bald in Angriff genommen werden. Vorher müssen sich die beiden Parteien, die die Halle kaufen wollen, einigen. Beim runden Tisch im Juli könnte das passieren. Foto: Ossmann

Runder Tisch im Juli geplant

Einigung im Streit um Winzerhalle in Keltern-Ellmendingen in Sicht

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Immer noch ist ungeklärt, wie es mit der sanierungsbedürftigen Winzerhalle in Ellmendingen weitergeht. Noch vor den Sommerferien will sich die Gemeinde mit der Familie Armbruster treffen, die ebenfalls am Kauf der Halle interessiert ist.

Ein „runder Tisch“ sei auf jeden Fall für Juli geplant, bestätigte Kelterns Bürgermeister Steffen Bochinger auf Nachfrage dieser Redaktion. Der Gemeinderat habe in nichtöffentlicher Sitzung über den Kaufvorschlag von Rudi und Rita Armbruster vom Weingut Weinstein beraten und einen Gegenvorschlag ausgearbeitet. Bei dem Treffen sollen außer Bochinger und Armbrusters auch Mitglieder der Verwaltung und der Gemeinderatsfraktionen teilnehmen.

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Bei Treffen geht es um Vertragsdetails

„Bei dem nicht öffentlichen Treffen geht es unter anderem um den Vorschlag von Armbrusters und Vertragsdetails“, so Bochinger, der keine weiteren Einzelheiten verriet. Auch die Eigentümerin der Halle, die Winzergenossenschaft, werde eingeladen. Diese will die Halle verkaufen, um sich danach auflösen zu können.

 Vor Gericht Vorkaufsrecht geltend gemacht

Bei einem Bieterverfahren hatten Armbrusters wie berichtet den Zuschlag erhalten, daraufhin hat die Gemeinde ihr Vorkaufsrecht geltend gemacht. Der Streit ging vor Gericht, wo Armbrusters vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe Recht bekamen. Dagegen hat sich die Gemeinde gewehrt: Sie hat vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim Berufung beantragt und vor knapp zwei Monaten Recht bekommen, weil laut VGH „ernstliche Zweifel an der Richtigkeit der Entscheidung des Verwaltungsgerichts“ bestehe.

Lösung außerhalb des Gerichtssaals gesucht

Parallel zu den Verhandlungen will die Gemeinde den Streit außerhalb des Gerichtssaal lösen. Einen ersten „runden Tisch“ hat es im Oktober 2019 gegeben, der zweite hat sich wegen Corona auf Sommer verschoben. Außerdem haben Mitglieder der Gemeindeverwaltung und Armbrusters die Winzerhalle gemeinsam mit einem Architekten besichtigt.

Der Vorschlag von Armbrusters sieht unter anderem vor, dass die Gemeinde die Sanierung der Halle übernimmt und sie den Keller und andere Räume für Lager und Events mieten. Die Gemeinde möchte die Halle als öffentliche Einrichtung für Kulturelles und rund um den Wein nutzen.

Stark beschädigte Halle muss saniert werden

Sicher ist, dass die stark beschädigte Winzerhalle aufwändig saniert werden muss. Bochinger schätzte die Kosten hierfür vorsichtig auf 300.000 Euro. Die Halle ist seit Ende 2018 aus Sicherheitsgründen geschlossen. Reparaturbedürftig sind vor allem Decke beziehungsweise Hallenboden, Elektrik und Sicherungen. „Wir werden sehen, ob wir uns einige werden.

Dann wäre mit einem Schlag auch das Gerichtsverfahren beendet“, so Bochinger. Falls das der Fall sein sollte, werde ein Planer mit der Detailplanung beauftragt. Außerdem müssen die Kosten für die Sanierung geschätzt werden. Wenn alles gut läuft, könne die Halle im Herbst 2021 für Veranstaltungen genutzt werden.