LEERE BECKEN: Noch keine Entscheidung hat der Remchinger Gemeinderat zum Freibad getroffen. Das Thema wurde in der jüngsten Sitzung vertagt. Allerdings sehen viele Räte eine Sanierung im Sommer skeptisch. Foto: Roller

Remchinger Freibad:

Entscheidung zur Sanierung vertagt

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Wie es mit dem Remchinger Freibad weitergeht, ist weiterhin nicht abschließend geklärt. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung eine Entscheidung zur Sanierung des in die Jahre gekommenen Bades vertagt. Bevor man das Thema erneut auf die Tagesordnung setzt, soll sich eine kleinere Runde ausführlich damit beschäftigen, nämlich der Finanzausschuss in seiner nächsten nicht-öffentlichen Sitzung am 7. Juni.

Räten fehlen Details

Nach einer entsprechenden Vor- und Aufbereitung soll der Punkt erneut im Gemeinderat behandelt werden.
Viele Gemeinderäte hatten in der vorausgegangenen Diskussion nämlich darum gebeten, bei der Sanierung mitreden zu können und die Details zu kennen. Es sei wichtig, dass das Gremium wisse, was alles gemacht werden soll, sagte etwa Theo Müller (Freie Wähler). Marianne Butz (CDU) meinte, es sei „ein ungutes Gefühl, etwas zu beschließen, über das man nicht genau Bescheid weiß“. In der Diskussion wurde deutlich, dass viele Gemeinderäte einer Sanierung im Sommer eher skeptisch gegenüberstehen und eine Ausführung der Arbeiten im Winter bevorzugen.

Sanierung im Sommer 2019?

Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon hatte zuvor auf die dringende Notwendigkeit der Sanierung hingewiesen. Die Technik im mehr als 40 Jahre alten Bad sei teilweise marode, viel Wasser versickere im Boden. Es bestehe die Gefahr, „dass das Bad von Jetzt auf Gleich den Geist aufgibt“. Die Verwaltung hatte in der Sitzungsvorlage ursprünglich eine Sanierung im Sommer 2019 vorgeschlagen, was eine Schließung des Bads zur Folge gehabt hätte. Begründet wurde der Vorschlag von der Verwaltung unter anderem damit, dass Erdarbeiten im Winterhalbjahr und enge Zeitpläne die Kosten in die Höhe treiben würden. Außerdem, so die Vorlage, stehe zu befürchten, dass es im Winter zu Verzögerungen kommen und der Zeitplan nicht eingehalten werden könnte. Es sei ungewiss, ob und in welchem Umfang das Bad dann im Sommer noch geöffnet werden könnte.

Es besteht die Gefahr, dass das Bad den Geist aufgibt

Bei einer Sanierung im Winterhalbjahr rechnete die Verwaltung mit Kosten von rund 3,2 Millionen Euro, im Sommer mit nur 2,3 bis 2,5 Millionen Euro, die schließungsbedingte Ersparnis bei den Betriebskosten inklusive. Butz und einige andere meinten allerdings, wenn man früh genug dran sei, könne man unter Umständen auch im Winter etwas Geld sparen. Endgültig entschieden ist aber noch nichts. Ebenfalls vertagt wurde eine Entscheidung darüber, ob ein Sportstätten- und Bäderkonzept derzeit notwendig ist. Auch hier ging eine lange Diskussion voraus. Ausgangspunkt war ein Antrag der Freien Wähler, bei dem Uneinigkeit darüber herrschte, wie eindeutig er war. Laut Verwaltung hatten die Freien Wähler einen „Antrag auf die Erstellung eines Sportstätten- und Bäderkonzepts“ gestellt. Das sahen die Freien Wähler selbst aber anders. Der Antrag sei falsch interpretiert worden, sagte Martin Rothweiler. Man wolle nur wissen, wo die Gemeinde im Hinblick auf ihre Bade- und Sportstätten in ein paar Jahren stehe.

Diskussionen um Bäderkonzept

Es gehe darum, sich darüber klar zu werden, was man wolle und was in ein paar Jahren gebraucht werde. Er schlug vor, sich intern zusammenzusetzen und darüber zu diskutieren. Ein Vorschlag, der bei vielen Gemeinderäten auf Zustimmung stieß.   Nico Roller