Der Andrang ist groß: Sofort mit der Türöffnung füllt sich die Bergdorfhalle beim 21. Fahrradmarkt in Büchenbronn. | Foto: Ronge

Andrang in der Bergdorfhalle

Fahrradmarkt in Büchenbronn: Was der Verein im Hintergrund alles tun muss

Anzeige

Einrad, Dreirad, Rennrad: Die Bandbreite beim Fahrradmarkt in Büchenbronn ist riesig. Im Vorfeld gab es noch Bedenken, ob wegen des Coronavirus genug Menschen in die Bergdorfhalle kommen. Doch schnell zeigt sich am Samstag: Die Veranstaltung der Bergdorf-Kickers lohnt sich auch beim 21. Mal. Im Hintergrund müssen sie dafür einiges auf die Beine stellen.

Preisvorstellung? „Keine Ahnung.“ So genau hat sich Martin Zefferer das noch nicht überlegt. Er hat gerade sein Cube-Fahrrad zum Radmarkt der Bergdorf-Kickers in Büchenbronn gebracht. Für 50 Euro will der Mann aus Engelsbrand sein gut zehn Jahre altes Rad jedenfalls nicht abgeben. Jetzt wird es bei der Abgabe vor der Bergdorfhalle von sechs Expertenaugen begutachtet, die genau dafür da sind.

Sie achten auf die Marke und den Zustand von Schaltung, Bremsen, Federung und Kette. „Die Ausstattung sieht gut aus, die Macken machen nicht viel aus“, sagen sie. Es kommt ein Preisschild dran: 210 Euro. Die Schmerzgrenze von Martin Zefferer liegt ein wenig darunter, sie wird in einem extra Ordner notiert, falls ein Interessent verhandeln will. Es ist zwölf Uhr: Annahmestopp.

Angebot vom Gratis-Dreirad bis zum 3.000-Euro-Rennrad

Bis der Verkauf beim Fahrradmarkt eine Stunde später beginnt, laufen in der Halle die letzten Vorbereitungen. Knapp 30 Helfer sind beschäftigt. Sie sorgen für Kuchenverkauf, bauen die Kasse auf, sortieren die Ordner mit allen Daten der Räder und Verkäufer. Sie richten eine Service-Ecke ein – und sie reihen mehr als 200 Räder sauber in der Halle auf: Einräder, ein Dreirad zum Verschenken, Puky-Kinderräder und vor allem viele, viele Fahrräder.

Darunter sind sieben E-Bikes – auch sie wechseln so langsam in zweite Hand. Oben auf der Bühne stehen die Fahrräder für über 500 Euro. Preis-Spitzenreiter ist ein Merida-Rad für 3.000 Euro. „Das ist top, aber es wird auf einem Radmarkt in der Regel nicht gesucht“, sagt Kickers-Vorsitzender Stefan Burkard. Es ist ein Blickfang, bleibt aber bis zum Ende stehen.

Der Besitzer muss es nach Abschluss des Marktes wieder abholen. In früheren Jahren blieben auch mal ein paar Räder stehen. Schwierig für den Verein, der sie dann loswerden musste, sagt Burkard. Jetzt lässt man sich immer alle Kontaktdaten geben, damit es solche Probleme nicht mehr gibt.

Der Fahrradmarkt gehört zum Dorf und zum Verein.

Stefan Burkard, Vorsitzender der Bergdorf-Kickers

Warum der Verein das alles überhaupt macht? Ein Samstag mit zehn Stunden ehrenamtlicher Arbeit für einen zweistündigen Fahrradmarkt? „Wir haben eine soziale Verpflichtung“, betont Burkard. „Es ist der 21. Fahrradmarkt, er ist eine Institution geworden. Er gehört zum Dorf und zum Verein.“ Außerdem soll es sich für die Bergdorf-Kickers lohnen. Die 15 Prozent Provision pro Verkauf sind das zweite finanzielle Standbein des Vereins neben den Mitgliedsbeiträgen.

Dass wieder viele Räder den Besitzer wechseln, zeichnet sich früh ab. Trotz Coronavirus-Bedenken und obwohl die Stürme der letzten Tage und Wochen viele Werbeplakate abgerissen hatten, bildet sich schon eine halbe Stunde vor Türöffnung eine Schlange im Foyer der Bergdorfhalle. Um 13 Uhr öffnet sich die Tür und sofort ist die Halle voll. Nach gerade mal drei Minuten ist das erste Rad verkauft.

Schnell lichten sich die Reihen sichtbar. Neben den verkauften Exemplaren fehlen auch diejenigen, die draußen zur Probefahrt sind. Unter den ersten verkauften Rädern ist auch das Cube-Bike von Martin Zefferer. Schon ganz früh findet es einen Interessenten. In der Service-Ecke schraubt Martin Fiedrich noch ein wenig am Rad. Die Schaltung ist zwar relativ hochwertig, eine XT von Shimano. Doch über die Jahre hat sie sich verstellt. Martin Fiedrich dreht am Rad und stellt den Schaltzug präzise ein. Dann geht das Rad an seinen neuen Besitzer.