Neu an der Spitze der Feuerwehr: Sonja Störzbach ist jetzt Stellvertreterin von Kommandant Sebastian Fischer und außerdem für Brandschutz zuständig. | Foto: Kopf

Neue Chefin

Feuerwehr wird weiblicher

Pforzheim hat die erste Frau an der Spitze der Berufsfeuerwehr. Der Gemeinderat bestellte Sonja Störzbach zur hauptamtlichen Stellvertreterin von Kommandant Sebastian Fischer. Mit der 34-jährige Münchnerin hat die Abteilung Zentrale Dienste außerdem eine neue Chefin bekommen. Inhaltlich ist sie für vorbeugenden Brandschutz, feuerwehreigene Technik und Gebäude sowie Einsatzvorbereitung und Katastrophenschutz verantwortlich.

Quereinsteigerin an der Spitze

Störzbach folgt in beiden Positionen auf Ralf Zimmermann, der in den Ruhestand gewechselt ist. Weiterer hauptamtlicher Stellvertreter des Kommandanten bleibt Guido Lobermann, der überdies der Abteilung Einsatz vorsteht. Außerdem gibt es mit Gerd Hartmann einen ehrenamtlichen Stellvertreter.
Wie herausragend die Bestellung Störzbachs ist, zeigt der bundesweite Vergleich. Pforzheim ist mit zwei Frauen im Einsatzdienst mit 85 Kräften überdurchschnittlich, so Lobermann. Die studierte Geologin kommt als Quereinsteigerin. Sie arbeitete bislang bei einer Bohrfirma als Projektleiterin im Brunnenbau sowie bei einem Ingenieurbüro in der Trinkwassergewinnung.

Spezialistin für Katastrophenschutz

„Die Arbeit bei den Maltesern war entscheidend“ für den Berufswechsel, sagt Sonja Störzbach auf Nachfrage des Pforzheimer Kurier. Sie engagierte sich dort von Jugend an, ist gelernte Rettungsassistentin und war bei dem Hilfsdienst als Einsatzleitung tätig. „Das wollte ich zum Beruf machen.“ Störzbach legte dafür ein zweites Studium hin. Die Bergsportlerin beschäftigte sich berufsbegleitend mit Katastrophenschutz. Da „die Stellen nicht so häufig sind“, bewarb sie sich bundesweit, hoffte aber auf Süddeutschland. Das hat mit Pforzheim geklappt. Zum 1. April ist sie umgezogen und hat sich neben Zimmermann drei Monate eingearbeitet.