Schwitzen für die Kondition: McFit-Studioleiter Kai Bischoff leitet Ekaterina Krokhaleva auf dem Laufband an.
Schwitzen für die Kondition: McFit-Studioleiter Kai Bischoff leitet Ekaterina Krokhaleva auf dem Laufband an. | Foto: Wacker

Gute Vorsätze fürs neue Jahr

Fitness-Studios in Pforzheim sind bereit für die Januar-Sportler

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Die guten Vorsätze fürs neue Jahr treiben derzeit wieder viele an die Gewichte in den Pforzheimer Fitness-Studios. Doch Vorsicht: Einfach auf die Gewichte drauf losstürmen sollten die Januar-Sportler nicht.

Voller Vorfreude erwarten die Fitness-Studios in Pforzheim dieser Tage Zuwachs durch eine bestimmte Gattung von Sportlern. Sie sind meist über 30 Jahre alt, leicht speckummantelt und mit wenig Kondition ausgestattet.

„Der Januar-Sportler ist schon ein anderer“, berichtet Kai Bischoff, Studioleiter von McFit Pforzheim. „Er hat mehr gute Vorsätze als guten Willen“, erklärt er augenzwinkernd. Denn nur etwa jeder Achte bis jeder Zehnte bleibe auch wirklich das ganze Jahr am Ball.

Der Januar-Sportler ist schon ein anderer

Kai Bischoff, Studioleiter von McFit Pforzheim

„Mehr bewegen/Sport“ ist nach wie vor einer der beliebtesten Vorsätze fürs neue Jahr bei den Deutschen. Laut einer Umfrage der Krankenkasse DAK liegt dieser Punkt auf Platz vier der Hitliste (genannt von 56 Prozent der Befragten).

Wie der Andrang in diesem Jahr ausfällt, das kann Kai Bischoff noch nicht sagen. „Das beginnt eigentlich erst jetzt, in der ersten Woche nach den Ferien.“ Aber schon jetzt bewegen sich wieder ungeformte Körper in sein Studio, die wieder in Schwung kommen möchten, kaum dass das Silvesterfeuerwerk abgeklungen ist.

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Den mit Abstand größten Zuwachs an Mitgliedern jedenfalls erhalte McFit in den ersten drei Monaten des Jahres, „und davon macht der Januar bestimmt 40 Prozent aus“. Das führt nicht nur zu glücklichen Gesichtern bei den Betreibern, wie Pierre Tanbic vom Studio Michael K. erläutert.

Viele Studios würden sich im Januar mit Angeboten überschlagen. „Das verärgert dann die eigentlichen Mitglieder“, sagt Tanbic. Weshalb man sich in seinem Studio von entsprechenden Aktionen verabschiedet habe. Und prompt merke man auch einen geringeren Zuwachs als in den vergangenen Jahren. „Mir ist es wichtiger, einen soliden Stamm zu haben, als eine hohe Absprungrate.“

Januar-Sportler sollten es nicht übertreiben

Aber ist das wirklich gesund, nur so kurz dabei zu sein? Peter Hess vom SV Büchenbronn berichtet aus eigener Erfahrung: „Der Schuss kann nach hinten losgehen.“ Dann nämlich, wenn sich Neustarter zu viel zumuten. „Im Prinzip ist ja der Vorsatz richtig“, betont der Leichtathlet. Aber eben nur, wenn man es richtig macht und mit den Gewichten nicht übertreibt.

Er selbst habe das bei einer Reha erlebt. „Da stand dann irgendwann ein Schild: Herr Hess, nicht über 120 Kilo, sonst Verbot.“ Die Verletzungsgefahr war irgendwann schlicht zu groß. Wer ins Studio geht, dem rät Hess daher, es in der Gruppe zu tun. „Da kann man auch ein bisschen Wettbewerb machen. Aber nicht übertreiben!“

Diese Gefahr sehen auch die Studio-Betreiber. „Viele haben keine Ahnung, was sie da machen“, kritisiert Kai Bischoff. „Viele kommen auf gut Glück, vielleicht weil der Arzt sagt, sie müssen was tun.“ Und so sei es auch kein Zufall, dass in seinem Studio ausgerechnet zu Jahresbeginn viele Einstiegskurse mit Trainern zum Thema Zirkeltraining angeboten werden. Spätestens nach Fasching seien trotzdem die meisten weg.

Alternativen zum Studio sind überschaubar

Die Alternativen zum Studio sind allerdings überschaubar. Bei der PSG Pforzheim etwa, dem mit rund 1 800 Mitgliedern größten Mehrsparten-Sportverein der Stadt, fehlt ein Angebot für die über 30-jährige Speckröllchen-Fraktion, wie Dieter Theurer einräumt, der stellvertretende Vorsitzende. Wenngleich es viele Anfragen gebe, etwa für den Koronar-Sport. Gerade auch im Januar steige die Zahl der Mitglieder immer wieder an. Aber „es fehlt ein Kracher“.

Zumba etwa habe man früher angeboten, bis die Trainerin das Ehrenamt mit dem Job nicht mehr verbinden konnte. Und Schwimmen, auch ein Klassiker für diese Zielgruppe, falle aufgrund der Bäderkrise und der reduzierten Wasserflächen ohnehin weg. Trotzdem können die Studios in einer Hinsicht von der PSG lernen: „Komischerweise haben wir kaum Fluktuation. Auch bei den Erwachsenen nicht.“