Friedhild Anni Miller aus Sindelfingen tritt bei den Bürgermeisterwahlen am 4. Februar in Friolzheim und Wurmberg an. | Foto: privat

Kandidatur-Marathon am 4. Februar

Friedhild Miller tritt im Enzkreis bei zwei Bürgermeisterwahlen an

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Die Rathauschefs Jörg-Michael Teply (Wurmberg) und Michael Seiß (Friolzheim) bekommen bei der Bürgermeisterwahl am 4. Februar Konkurrenz. Wie Wurmbergs Hauptamtsleiter Patrick Hofstetter mitteilt, hat sich Friedhild Anni Miller aus Sindelfingen beworben und bleibt nach Ablauf der Bewerbungsfrist einzige Gegenkandidatin von Amtsinhaber Teply. Miller hat ihre Unterlagen per Fax auch in Friolzheim eingereicht, wie Hauptamtsleiter Eberhard Enz bestätigt.

Mein Ziel ist, Merkel abzulösen

Die 48-Jährige bewirbt sich derzeit noch in einigen anderen Gemeinden um das Bürgermeisteramt, darunter in der an den Enzkreis angrenzenden Stadt Rutesheim, wo auch am 4. Februar gewählt wird. Bei der OB-Wahl in Böblingen – ebenfalls am 4. Februar – steht sie auch auf dem Stimmzettel. „Mein eigentliches Ziel ist, Merkel abzulösen, für eine Welt voll Liebe und Frieden zu sorgen und als jüngste und schönste, unabhängige und absolut unbestechliche Bundeskanzlerin zum Wohle aller Menschen in die Geschichte einzugehen“, teilt Miller schriftlich mit. Sie trat bereits als parteilose Direktkandidatin für den Wahlkreis Böblingen bei der Bundestagswahl an.

48-Jährige will Bürgerhaushalt einführen

„Ich kämpfe für Familien und gegen Korruption (Lobbyismus).“ Sie wolle als Bürgermeisterin von Wurmberg und Friolzheim den Bürgerhaushalt einführen, damit die Bürger und damit auch Kinder und Jugendliche selbst über die Finanzen bestimmen können „und nicht der Gemeinderat hinter verschlossenen Türen Entscheidungen trifft“. Miller wolle Alt und Jung zusammenbringen, am besten über Mehrgenerationenhäuser.

Bei Wahlsieg will sie 90 Prozent des Gehalts spenden

„Ich möchte nicht verwalten, ich möchte mit den Bürgern zusammen gestalten.“ Dafür ist sie laut Schreiben bereit, 90 Prozent ihres Bürgermeisterinnengehalts zu spenden, um eine „Fridi Miller Foundation“ gründen zu können. Mit der Stiftung wolle sie hilfsbedürftigen Kindern eine glückliche Zukunft bieten. Einen persönlichen Bezug zu Wurmberg oder Friolzheim habe sie nicht. Aber: „Ich möchte Gehör finden“, sagt die laut eigener Aussage als Familienhelferin tätige Kandidatin im Gespräch mit dem Pforzheimer Kurier. „Ich kämpfe für alle Menschen, jeder soll gleichberechtigt sein.“ Im Falle eines Wahlsiegs – egal in welcher Gemeinde – möchte die gebürtige Böblingerin eine „transparente Bürgermeisterin“ sein. Qualifiziert für das Amt halte sich Miller, weil sie „unabhängig“ sei.

Man kann sich alles selbst beibringen

Sie bezeichnet sich als „Allround-Genie“ und habe auch schon eine Gebäudereinigungsfirma gemanagt. „Geht nicht gibt’s nicht. Man kann sich alles selbst beibringen“, ist Miller überzeugt, die sich selbst auf ihrer Internetseite www.liebe-fridi.de als parteilose „Aufdeckungspolitikerin“ bezeichnet. Auf Facebook hat ihr Profil fast 3 000 Abonnenten. In ihrem Steckbrief charakterisiert sie sich als „unzerstörbar“.

Mit ihrem mit „Merkel-muss-weg“ beklebten Porsche sorgt Friedhild Miller für Schlagzeilen. | Foto: privat

Bei Günther Jauch 32000 Euro gewonnen

Bekannt wurde Friedhild Miller vor sechs Jahren, als sie in Günther Jauchs Sendung „Wer wird Millionär“ 32 000 Euro gewann. Sie habe Jauch in Grund und Boden gequasselt, bundesweit berichtete die Presse, unter anderem Bild. 2016 trat sie erneut in den Fokus der Öffentlichkeit, weil sie ihren Porsche mit „Merkel-muss-weg“-Aufklebern zukleisterte. Ihr Auto wurde ihr weggenommen, es sollte zwangsversteigert werden, erklärt Friedhild Miller – bei einem Mindestgebot von 6 500 Euro. Sie wehrte sich gerichtlich mit Händen und Füßen, so Miller, und ersteigerte das Auto für über 17 000 Euro schließlich zurück.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Beleidigung

Die Mutter einer Tochter führt eine juristische Auseinandersetzung mit dem Sindelfinger OB Bernd Vöhringer, den sie laut eigener Aussage in Videos als „korrupte Drecksau“ bezeichnet hat. Sie habe das getan, um in einem Prozess gegen sie auf Missstände aufmerksam zu machen. Im Mai 2017 unterlag Miller (4,4 Prozent) bei der Sindelfinger OB-Wahl gegen Amtsinhaber Vöhringer.
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigt auf Nachfrage, dass die Behörde unter anderem wegen Beleidigung gegen Miller ermittelt.