Schnelles freies WLAN ist in Pforzheim aktuell noch Mangelware, beklagte der Jugendgemeinderat unlängst. Doch jetzt soll sich etwas tun. Derzeit gibt es Gespräche, wie das vorhandene PF-WLAN modernisiert werden kann | Foto: Fix

Diskussion über Modernisierung

Frischzellenkur für Pforzheimer WLAN

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Nach Klagen vom Jugendgemeinderat über das kostenlose, aber langsame PF-WLAN, soll sich nun etwas tun. Es gibt Gespräche, wie das WLAN modernisiert werden kann.

Das ist wie eine „Keksdose, die man öffnet und es ist Nähkram drin“ sagte Jugendgemeinderatsvorsitzender Rico Edelmann im Kurier-Gespräch über das offene PF-WLAN. Selbst gedrosselt sei das mobile Internet am Smartphone schneller. Noch 2013 hatte sich Pforzheim als Modellstadt für freies kostenloses WLAN präsentiert. Die Idee zum Projekt kam von der Medien-/IT-Initiative Pforzheim, die PF-WLAN teilweise finanziert und ehrenamtlich betreut hat. Für die Umsetzung wurde der Verein PF-WLAN Pforzheim gegründet. Die Stadt unterstützte das Projekt nach eigenen Angaben bis 31. August 2016 mit Geld und kostenloser Werbung. Außerdem wurde es von Pforzheimer Firmen gesponsert.

Skytron steht mit Stadt Pforzheim in Verhandlungen

Von Beginn an war das Karlsbader Unternehmen Skytron für den technischen Betrieb verantwortlich. Zum 1. September 2016 übernahm das Unternehmen nach der Pilotphase die wirtschaftliche und geschäftspolitische Verantwortung sowie die Vermarktung von PF-WLAN. Auf Nachfrage, wie sich das Angebot in der Zwischenzeit entwickelt hat und was für Zukunftspläne es gibt, sagte Skytron nur, die Firma stehe gerade mit der Stadt Pforzheim in Verhandlungen.

Es tut sich etwas in Sachen freies WLAN

Oliver Reitz, Geschäftsführer beim WSP und Markus Epple, Geschäftsbereichsleiter Wirtschaftsförderung beim WSP, bestätigen, dass sich in Sachen freies WLAN etwas tut. „Ich glaube, dass das einer der Punkte ist, die noch offen sind, ob Skytron dabei ist“, so Reitz. In der Branche ist es üblich, dass Verträge nur auf eine bestimmte Zeit geschlossen werden – und irgendwann auslaufen.

WLAN als Bestandteil des Projekts „Smart City“

„WLAN ist ein ganz wichtiger Bestandteil des Projekts Smart City“, erklärt Erwin Geisler, Vereinsvorstand von PF-WLAN, Vertreter der Koordinationsstelle des Digitalisierungsbeirates sowie Ansprechpartner bei der Medien-/IT-Initiative. Er weiß, dass Skytron bei der Stadt ein Angebot abgegeben hat. Dazu, ob es Mitbewerber gibt, macht er keine Angaben.

Keine Angaben zur Funktion der Stadtwerke

Reitz bestätigt gegenüber dem Kurier, dass die Stadtwerke Pforzheim bei dem Projekt eine Rolle spielen. Diese sahen sich auf Nachfrage nicht in der Lage, sich dazu zu äußern, ob sie dem Verein für freies WLAN beigetreten sind. Dies wiederum verneint Geisler entschieden. Zur Funktion der Stadtwerke könne er jedoch keine Auskunft geben.

Modernisierung von PF-WLAN im Gespräch

Derzeit fänden Gespräche statt, wie das vorhandene PF-WLAN modernisiert werden kann, erklärt Geisler. Über das Thema diskutierten unter anderem eine Arbeitsgruppe des Digitalbeirats der Stadt und Kevin Lindauer vom WSP. Auch Andreas Zeilein vom Rechenzentrum der Hochschule Pforzheim ist dabei, wie Geisler bestätigt. „Die Hochschule hilft uns, an Informationen, Daten, Fakten zu kommen.“ Geisler verweist weiter darauf, dass die Hochschule bereits in der Pilotphase des PF-WLAN Unterstützerin war. Es wird kolportiert, dass zeitweise auch der erfahrene Verein KA-WLAN Interesse zeigte, sich beim Projekt PF-WLAN einzubringen.

Zukunftspläne für freies WLAN

Aktuell sei man dabei zu prüfen, wie die 15 000 Euro-Förderung der Europäischen Union zum Ausbau eines frei zugänglichen kostenlosen WLAN-Netzes (der Kurier berichtete) eingesetzt werden kann, so Geisler. Denkbar seien beispielsweise die Ausweitung des Netzes auf den ZOB oder die Bertha-Benz-Halle. „Logischerweise wird auch das Thema angeschnitten, ob man das Internet schneller machen kann.“ Ein weiterer Gedanke sei die Möglichkeit einer Schnittstelle mit anderen freien WLANs, beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr, so dass Nutzer sich nicht immer neu anmelden müssen.