Landrat Bastian Rosenau wurde von den Freien Wählern im Regionalverband für den Vorsitz nominiert. Foto: PK

Landrat Rosenau nominiert

Generationenwechsel bei den Freien Wählern im Nordschwarzwald

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Die Fraktion der Freien Wähler im Regionalverband Nordschwarzwald hat bei ihrer konstituierenden Sitzung am Dienstag in Calw Landrat Bastian Rosenau für das Amt des Verbandsvorsitzenden nominiert.

Der „Generationenwechsel“ sei notwendig geworden, nachdem der amtierende Verbandsvorsitzende Jürgen Kurz bekannt gegeben hatte, dass er bei der Wahl am 23. Oktober nicht mehr antritt, gab der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler (FWV), Volker Schuler (Calw), bekannt. Die Freien Wähler hätten einstimmig beschlossen, Landrat Rosenau für die Wahl vorzuschlagen, „weil wir ihm zutrauen, die Region voranzubringen“, so Schuler.

Wir trauen ihm zu, die Region voranzubringen

„Es wäre schon eine spannende Aufgabe und eine Herausforderung“, sagte Rosenau im Gespräch mit bnn.de. Die Entscheidung, bei der Wahl am 23. Oktober im Pforzheimer Rathaus anzutreten, sei kurzfristig gefallen. „Wichtig war mir, erst mit der Fraktion darüber zu sprechen. Und das Vertrauen innerhalb der Fraktion ist da“, erklärte der Landrat und ehemaliger Bürgermeister von Engelsbrand.

Landrat braucht mindestens 28 Stimmen

Um gewählt zu werden, braucht Rosenau eine Mehrheit von über 50 Prozent – bei 54 Regionalräten wären das mindestens 28 Stimmen. Da die Freien Wähler zwölf Sitze im Gremium haben, muss Rosenau also auch Mitglieder der anderen Fraktionen überzeugen. Das will er in den kommenden Wochen mit Gesprächen erreichen. Auch auf die AfD-Fraktion will der 39-Jährige „vorurteilsfrei und neutral“ zugehen. Immerhin sei sie eine „demokratisch legitimierte Fraktion“ und auf Kommunal- und Kreisebene habe er in den Gremien mit der AfD noch keine Erfahrung gesammelt.

Rosenau will auch auf die AfD zugehen

Als Aufgaben für die kommenden fünf Jahre nannte Rosenau unter anderem die Digitalisierung und Raumplanung sowie die gute städtebauliche Entwicklung der Region allgemein. Die gemeinsame Identität solle gefördert werden. Im Regionalverband sind außer dem Enzkreis und der Stadt Pforzheim auch die Kreise Calw und Freudenstadt vertreten. Sein Ziel sei, für die gute Entwicklung der Region alle Menschen zusammenzubringen – Stichwort: „Wir gewinnt!“ – ein Motto, das Rosenau auch als Landrat verfolgt.

Jürgen Kurz tritt nicht mehr an

Das ist in den vergangenen fünf Jahren auch das Anliegen von Jürgen Kurz gewesen. Der Altbürgermeister von Niefern-Öschelbronn ist seit fünf Jahren Verbandsvorsitzender, hat Mitte August aber beschlossen, nicht mehr anzutreten. Er wolle in Zukunft freier sein für andere Aufgaben, sagte er gegenüber dem Pforzheimer Kurier. Sein Mandat in der Fraktion der Freien Wähler im Regionalrat werde er aber behalten, so der 71-Jährige, der auch im Kreisrat sitzt.
Erster Stellvertreter vom Vorsitzenden ist der Kieselbronner Bürgermeister Heiko Faber; Wolfgang Kronenbitter (Freudenstadt) ist zweiter Vize.
Die stärkste Fraktion im Regionalverband ist die CDU mit 13 Sitzen vor FWV (12), SPD, Grüne und FDP (je sieben), AfD (5) und drei Einzelsitzen.